München. Die deutsche Bildverarbeitungsbranche kletterte bereits 2010 auf
einen Umsatzspitzenwert von 1,26 Milliarden Euro und alle Vorzeichen
deuten darauf hin, dass im Jahr 2011 die 1,5 Milliardenmarke geknackt
wurde. Am wirtschaftlichen Erfolg haben die technischen Fortschritte
großen Anteil. Die industrielle Bildverarbeitung erfüllt
immer komplexere Aufgaben, wird aber gleichzeitig immer einfacher
anwendbar. Für weiteren Aufschwung sorgen die dreidimensionalen
Technologien, darin sind sich die Experten einig. Verschiedene Systeme
stehen bereits zur Verfügung. Davon können sich Besucher der
internationalen Fachmesse AUTOMATICA überzeugen, die vom 22 bis
25. Mai 2012 auf dem Gelände der Messe München stattfindet.
Nachdem die industrielle Bildverarbeitung (IBV) viele Jahre erfolgreich
im zweidimensionalen Bereich zu Hause war, erweitert sich ihre Welt um
eine Dimension. 3D-Bildverarbeitung wird zunehmend von den wichtigen
Automatisierungstreibern Automobilindustrie, Halbleiterfertigung und
Robotik gefordert. Ein dreidimensional sehender Roboter kann eben
flexibler mit seiner Umwelt interagieren, als das zweidimensional
möglich wäre, und das Volumen von Ball-Grid-Arrays auf
Leiterplatten oder von Keksen und anderen Lebensmitteln kann nur mit
3D-Daten bestimmt werden. Auch die Personendetektion funktioniert am
besten dreidimensional. Viele weitere neue Anwendungsmöglichkeiten
sind mit dem Einsatz von 3D-Systemen verbunden, so dass sich die
Anbieter industrieller Bildverarbeitung davon einen weiteren
Wachstumsschub erwarten.
Patrick Schwarzkopf, Leiter der VDMA Fachabteilung Industrielle
Bildverarbeitung, beobachtet die Entwicklung seiner Branche und
speziell das Geschehen im 3D-Bereich sehr genau. Er berichtet: "Im
Komponentenbereich, zum Beispiel bei den Kameras, sehen wir immer
kleinere Bauformen bei hoher Auflösung und geringerer
Leistungsaufnahme." Eine Veränderung erkennt er auch im Bereich
der Beleuchtung: "Noch bewegt sie sich stark im Bereich des sichtbaren
Lichts, jedoch nutzen bereits viele neue Anwendungen das ultraviolette
oder infrarote Spektrum. So können Bildverarbeitungssysteme
unbeeinträchtigt vom Umgebungslicht zuverlässig arbeiten."
Diese Entwicklungen lassen sich auf der AUTOMATICA 2012 nachvollziehen.
Dort präsentieren technologieführende Unternehmen vom 22. bis
25. Mai ihre Neuheiten – für die AUTOMATICA 2012 sind
bereits knapp 30 Unternehmen aus dem Bereich Bildverarbeitung
angemeldet. Zusätzlich werden auf dem AUTOMATICA Forum in
Vorträgen aktuelle Trends vorgestellt und deren Praxistauglichkeit
diskutiert.
Sensoren für die In-Line-MesstechnikDie Automobilindustrie ist in der Bildverarbeitung ein wesentlicher
Innovationstreiber. Sie fordert häufig eine exakte 3D-Vermessung
– in vielen Fällen in den Prozess integriert – denn
bei der Produktion hochwertiger Fahrzeuge gilt es neue und komplexe
Prozessketten optimal miteinander zu verzahnen. Moderne, hochgenaue
3D-In-Line-Messtechnik erlaubt heute die schnelle, prozessoptimale
Durchführung unterschiedlichster Messaufgaben an der Rohkarosse
direkt im Prozess. Der Vorteil: Die gewonnenen Messdaten können
direkt für die Qualitätsoptimierung in der Produktion genutzt
werden.
Eine solche In-Line-Implementierung in derart komplexem Umfeld ist
gewissermaßen die Königsklasse der Bildverarbeitung. Dazu
ist ein IBV-Partner erforderlich, der über viel Erfahrung
verfügt und am besten einen intelligenten Werkzeugkasten aus
In-Line-Messtechnik und In-Prozess-Analysesoftware zur Verfügung
stellen kann.
Für die Fertigungsautomatisierung geeignete, innovative
3D-Messsysteme müssen kompakt aufgebaut sein, so dass sie selbst
an schwer zugänglichen Stellen eingesetzt und auf engstem Raum
integriert werden können. Weiterhin sind häufig hohe
Messgenauigkeit und ein sehr kurzer Messtakt erforderlich, damit sich
die Sensoren auch für High-Speed Anwendungen einsetzen lassen.
Einfach zu installieren und bedienenOb hochkomplexe In-Line-Messaufgabe oder einfachere externe
Objekterfassung – leichte Bedienbarkeit und schnelle Integration
in die Prozessumgebung sind wichtige Erfolgsfaktoren, die den Weg in
den Automatisierungsalltag ebnen. Das gilt auch für 3D-Scanner.
Sie sollten heutzutage nicht nur als bloße Bildaufnehmer oder
Profilgeneratoren agieren können, sondern mehr zu bieten haben. So
gehen Anbieter dazu über, speziell entwickelte Methoden in die
3D-Kamera zu integrieren, die für ein Optimum aus Scan-Rate und
Bildqualität sorgen. So können beispielsweise in Hardware
umgesetzte Vorverarbeitungsmodule für ein reduziertes Datenvolumen
sorgen, was den Auswerte-PC entlastet. Spezielle Software hilft beim
Einrichten und Parametrieren der Abläufe in der Kamera und
unterstützt den Anwender beim Anbinden an den jeweiligen Prozess.
Auch sogenannte Programmierschnittstellen (API) vereinfachen die
Integration in die User-Welt, und die Einbindung in diverse
BV-Bibliotheken erleichtert die Bedienung.
Streifenprojektion für mobile EinsätzeEin bereits gängiges optisches Verfahren, um Tiefeninformationen
eines Objektes zu gewinnen, ist die Streifenlichtprojektion. Hierzu
werden verschiedene Muster, bestehend aus beleuchteten und
unbeleuchteten Streifen, nacheinander auf das Objekt projiziert und von
einer Kamera aufgenommen. Mittels Triangulierung ist es möglich,
Tiefeninformationen zu berechnen und die Objekte räumlich zu
erfassen.
Hier geht der Trend zu kleinen, portablen Geräten, die hochgenau,
trotzdem kostengünstig und einfach zu bedienen sind. Idealerweise
lassen sich Projektionsobjektive schnell und einfach ummontieren und
das benötigte Messfeld je nach Anforderung in wenigen Minuten
anpassen. Solche Systeme eröffnen besonders in der mobilen
3D-Digitalisierung von filigranen Bauteilen kleiner bis mittlerer
Größe neue Möglichkeiten.
Für größere Bauteile gibt es mittlerweile besonders
robuste Streifenprojektionssysteme, die sich sogar an die üblichen
Robotersysteme adaptieren lassen. Unterschiede zwischen den angebotenen
Systemen bestehen unter anderem in der jeweiligen
Projektionstechnologie, die auch für die Messgeschwindigkeit
verantwortlich ist. Je schneller, desto besser – denn man spart
nicht nur Zeit bei der Datenerfassung, sondern wird mit zunehmender
Messgeschwindigkeit weniger anfällig gegenüber Vibrationen.
Kosten runter, Flexibilität rauf – die Zukunft wird greifbarBis vor kurzem war es in der Montagetechnik erforderlich, die für
die Produktion benötigten Bauteile unsortiert anliefern zu lassen.
Die sichere und eindeutige Zuführung in den Produktionsprozess
konnten die Fertigungsbetriebe nur gewährleisten, wenn sie einen
mechanischen oder manuellen Mehraufwand leisteten, der sehr
kostenintensiv ist. Neue 3D-Sensorik ermöglicht, ausgestattet mit
zwei Standard-Kameras und einer speziellen Laserbeleuchtung, die exakte
Bestimmung der Lage ungeordneter Bauteile in allen Tiefenlagen von
Behältern. Durch die Fähigkeit des dreidimensionalen Sehens
und der genauen Positionsbestimmung ungeordneter Objekte in allen
Höhenlagen ist die hochflexible Entnahme unsortierter Bauteile
möglich. Fertigungsbetriebe sparen mit dieser Lösung
erheblich an Kosten und Fertigungszeit. Gleichzeitig steigt die
Flexibilität der Produktion signifikant.
Sinnvolle Ergänzung zu Radar und UltraschallEin verhältnismäßig junges 3D-Messverfahren ist die
optische Time-of-Flight (ToF)-Technologie, die bisherigen
Sensortechnologien wie Radar und Ultraschall Konkurrenz macht bzw. als
Ergänzung dient. Vor allem drei Verfahren kommen bereits in
Sensoren und Kundenanwendungen zum Einsatz: das Continuous Wave
(CW)-Verfahren, das direkte sowie das indirekte Pulsverfahren.
Während das CW-Verfahren auf der Bestimmung der Phasenverschiebung
von ausgesendeter und empfangener Welle beruht, nutzt das direkte
Pulsverfahren die Zeitmessung zwischen ausgesendetem und empfangenem
Puls. Bei der indirekten Time-of-Flight-Messung wird ein einzelner
Lichtpuls auf das zu erfassende Objekt geschossen und der
zurückkehrende Puls über zwei unterschiedlich lange
Integrationsfenster gemessen. In einer weiteren Messung wird das
Hintergrundlicht erfasst und "on chip" abgezogen, was den Einsatz bei
ungünstigen Lichtverhältnissen protegiert. Die ToF-Verfahren
sind günstig, einfach zu integrieren und in vielen Anwendungen
einsetzbar.
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ISRA
VISION ist bereits seit 1990 im Bereich 3D Machine Vision tätig
und ein Pionier in diesem Bereich. Das in der Automobilindustrie stark
vertretene Unternehmen bietet 3D-Lösungen, die eine
lückenlose Qualitätsprüfung und -auswertung lokal je
Messzelle sowie über alle Karossen hinweg ermöglichen.
Für effiziente Fertigung und höchste Produktivität sorgt
beispielsweise der Smart Gauging Sensor SGS3D. Bild: ISRA VISION | Mit
dem COMET-L3D hat Steinbichler ein tragbares Streifenprojektionssystem
auf den Markt gebracht, das eine exzellente Datenqualität sowie
hochgenaue Messergebnisse liefert und daher auch für
anspruchsvolle Anwendungen in der Qualitätskontrolle einsetzbar
ist. Bild: Steinbichler | SmartRay integriert
patentierte Methoden in die 3D-Kamera, um ein Optimum aus Scanrate und
Bildqualität zu erreichen. Für die robotergestützte
Schweißnahtprüfung kommt zum Beispiel der spezielle Sensor
SR1200 zum Einsatz. Bild: SmartRay |
Über die AUTOMATICA
Internationale Fachmesse für Automation und MechatronikDie AUTOMATICA ist die internationale Fachmesse, die alle Segmente des
Bereiches Robotik + Automation unter einem Dach vereint. Sie findet
seit 2004 im zweijährigen Rhythmus auf dem Gelände der Neuen
Messe München statt. Fokus der Messe ist, die komplette
Wertschöpfungskette darzustellen. Hinter dem industriegetriebenen
Konzept der AUTOMATICA stehen die Messe München GmbH und VDMA
Robotik + Automation, ideell-fachlicher Träger der Messe. Die
Aussteller- und Besucherzahlen der AUTOMATICA sind von einem
unabhängigen Wirtschaftsprüfer im Auftrag der Gesellschaft
zur Freiwilligen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen (FKM)
geprüft und international durch UFI (Global Association of the
Exhibition Industry) zertifiziert.
Über die Messe München International (MMI)Die Messe München International (MMI) ist mit rund 40 Fachmessen
für Investitionsgüter, Konsumgüter und Neue Technologien
einer der weltweit führenden Messeveranstalter. Über 30.000
Aussteller aus mehr als 100 Ländern und mehr als zwei Millionen
Besucher aus über 200 Ländern nehmen jährlich an den
Veranstaltungen in München teil. Darüber hinaus veranstaltet
die MMI Fachmessen in Asien, in Russland, im Mittleren Osten und in
Südamerika. Mit sechs Auslandsbeteiligungsgesellschaften in Europa
und Asien sowie 64 Auslandsvertretungen, die mehr als 90 messerelevante
Länder der Welt betreuen, verfügt die MMI über ein
weltweites Netzwerk. Als global tätiges Unternehmen leistet die
Messe München International bei Umweltschutz und Nachhaltigkeit
einen wesentlichen Beitrag. Weitere Informationen unter
www.messe-muenchen.de.
Ansprechpartner für die Presse:AUTOMATICAClaudia Huber – Pressereferentin Messe München GmbH
Tel. (+49 89) 949 - 21471
Fax (+49 89) 949 – 97 21471
E-Mail:
claudia.huber@messe-muenchen.deVDMA Robotik + AutomationPatrick Schwarzkopf, Geschäftsführung Industrielle Bildverarbeitung
Tel. (+49 69) 6603 - 1466
Fax (+49 69) 6603 - 2466
E-Mail:
patrick.schwarzkopf@vdma.orgwww.vdma.org/vision