München. Lebenszykluskostenrechnung liegt voll im Trend. Immer mehr Maschinen-
und Anlagenbetreiber fragen ihre Lieferanten nach den Folgekosten einer
Investition. Sie greifen auf die Life Cycle Cost Methode (LCC)
zurück, die den gesamten Lebenszyklus eines Produktes
einschließlich Betriebs- und Verwertungsphase umfasst und sie bei
Investitionsentscheidungen unterstützt. Die Hersteller und
Maschinenbauer ihrerseits nutzen das Instrument in Verhandlungen mit
Einkäufern. Sie zeigen damit auf, inwieweit sich eine Investition
über den Anschaffungspreis hinweg langfristig für ihre
gesamte Lebenszeit lohnt. Auf der AUTOMATICA, internationale Fachmesse
für Automation und Mechatronik, finden am 11. Juni 2010
kostenfreie LCC-Workshops des VDMA Robotik + Automation statt, der ein
Berechnungswerkzeug basierend auf dem VDMA-Standard 42160:2006
entwickelt hat.
Nachhaltiges Wirtschaften durch langfristige KostenbetrachtungMit moderner Automatisierung lassen sich in Industrieanlagen erheblich
Energien einsparen oder Ressourcen effizienter verbrauchen.
Nachhaltiges Wirtschaften ist ein zentraler Aspekt der
Gemeinschaftsinitiative „Green Automation“, die die
AUTOMATICA, der VDMA Robotik + Automation und das Fraunhofer Institut
Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) ins Leben gerufen haben.
Die Initiative will dazu beitragen, mit innovativer
Automatisierungstechnik ressourcenschonenden Technologien den
Durchbruch zu ermöglichen sowie Produktionsprozesse
umweltfreundlich zu gestalten. Das LCC-Rechenmodell des VDMA Robotik +
Automation trägt zum Ziel der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz
im Automatisierungsbereich bei, da langfristige Kostenaspekte wie
z.B. Energieeinsparungen in der LCC-Methode berücksichtigt
werden.
Die Projektleiterin der AUTOMATICA, Anja Schneider, erläutert:
„Im Rahmen der Green Automation Initiative ist diese LCC
Standardisierung ein wichtiger Beitrag für die Branche. Für
den Anwender von Automatisierungstechnik wird endlich der
Ressourcenverbrauch zum wirtschaftlich transparenten und vergleichbaren
Faktor. Für Anbieter von Automatisierungstechnik bringt diese
Standardisierung eine wesentliche Erleichterung bei der
Angebotserstellung mit sich.“
VDMA-Berechnungswerkzeug für AutomatisiererBeim Kauf einer Maschine gilt häufig als oberstes Kriterium der
Preis. Damit die Preisbetrachtung aussagefähig ist, müssen
jedoch alle Kosten einbezogen werden, die eine Anlage im Laufe ihrer
Betriebszeit verursacht. Die LCC-Methode enthält auch
Kostenelemente wie Energieverbrauch, die bei einer reinen Betrachtung
des Anschaffungspreises nicht kalkuliert sind. Sie zeigt auf, welche
Maschine beispielsweise im Laufe des gesamten Lebenszyklus die meiste
Energie spart, am sorgfältigsten mit Ressourcen umgeht oder am
zuverlässigsten produziert.
Wenn der Anlagenbauer in einer transparenten Rechnung und unter
Aufschlüsselung aller Kosten, die diese Maschine im Laufe ihres
Lebens verursachen wird, die wahren Kosten der geplanten Investition
aufzeigen kann, gehen auch dem sparsamsten Einkäufer die Argumente
aus. „Wer darstellen kann, warum und in welchen Punkten seine
Maschine die sparsamere – und damit auch umweltfreundlichere
– ist, gewinnt das Rennen um den Kunden“, erklärt
der LCC-Experte des VDMA, Dr. Frank Bünting.
Eine solche Berechnung jedoch ist nicht gerade trivial. Der VDMA hat
bereits vor einigen Jahren das Einheitsblatt 34160 entwickelt, das alle
Kostenelemente enthält, an die ein Maschinenbauer bei der
Lebenszykluskostenrechnung denken sollte.
Jetzt hat der Fachverband Robotik + Automation auf Basis dieser
Berechnung ein neues Excel-basiertes Rechenmodell speziell für
Automatisierer entwickelt. Hier kann ein Maschinen- oder Anlagenbauer
seine Eckdaten eintragen, in der Folge werden die Lebenszykluskosten
automatisch berechnet. „Unsere Mitgliedsfirmen waren schon immer
in Sachen Effizienz und nachhaltiger Einsatz von Betriebsmitteln ganz
vorne. Durch das Excel-Werkzeug wird diese Exzellenz nun in
unmissverständlichen Zahlen für jeden ersichtlich“,
freut sich Thilo Brodtmann, Geschäftsführer des VDMA
Fachverbands Robotik+Automation.
LCC-Workshops auf der AUTOMATICA
Der richtige Einsatz dieses Instrumentes will geübt sein, da es
viele Eckdaten geben und das Excel-Werkzeug beliebig komplex
ausgeschöpft werden kann. Zu diesem Zweck bietet der VDMA am 11.
Juni 2010 in Zusammenarbeit mit der AUTOMATICA auf der Messe in Halle
B1 eine ganztägige „LCC-Know-how Lounge“ mit insgesamt
drei Workshops an. Ziel der Veranstaltung ist es, Informationen
über die Anwendung des Lebenszykluskosten-Konzeptes zu geben.
Interessierte Aussteller und Besucher können das VDMA
Excel-Berechnungswerkzeug anhand eines Musterbeispiels testen und
Fragen rund um das Thema Lebenszykluskostenprognose stellen. Wie lassen
sich die langfristigen Vorteile der Investition transparent darstellen?
Wie kann man sich durch Lebenszykluskostenrechnung besser auf die
Anforderungen der Anlagenbetreiber vorbereiten? Diese und andere Fragen
können mit dem LCC-Experten Dr. Frank Bünting vom VDMA
erörtert werden, der die Veranstaltung ganztägig leitet. Die
Workshops dauern jeweils 90 Minuten und beginnen um 9.30 Uhr, 12 Uhr
und 14.30 Uhr. Interessenten müssen sich vorab anmelden und
erhalten eine Anmeldebestätigung. Bei Teilnahme an einem Workshop
ist der eigene Laptop mitzubringen, das Berechnungs-Werkzeug wird auf
einem USB-Stick zu Verfügung gestellt und ist mit Excel 2003
getestet. Das offizielle VDMA Einheitsblattes 34160 kann beim Beuth
Verlag bezogen werden.

AUTOMATICA 2008 Forum Messe München
Am 11. Juni widmet sich auch das AUTOMATICA-Forum diesem Thema: Zwei
Wirtschaftsexperten werden über ihre Erfahrung mit der Berechnung
von Lebenszykluskosten berichten. Jo Degner aus dem Bereich
Qualitätsplanung bei Kuka Systems GmbH spricht über die
technische Sicht und die Anwendung des Excel Life-Cycle Tools des VDMA
Robotik + Automation. Holger Lorenzen, Geschäftsführer
Metroplan Logistics Management GmbH, wird in seinem Vortrag einen
Einblick in die strategische Sicht und eine ganzheitliche
Einkaufspolitik geben.
Anmeldung und Informationen über die Veranstaltungen während der AUTOMATICA unter
http://www.automatica-munich.com/de/Home/cn/Besucher/vicn/rahmenprogramm-kongresse/know-how-lounge
Über die AUTOMATICA
Internationale Fachmesse für Automation und MechatronikDie AUTOMATICA ist die internationale Fachmesse, die alle Segmente des
Bereiches Robotik + Automation unter einem Dach vereint. Sie findet
seit 2004 im zweijährigen Rhythmus auf dem Gelände der Neuen
Messe München statt. Fokus der Messe ist, die komplette
Wertschöpfungskette darzustellen. Hinter dem industriegetriebenen
Konzept der AUTOMATICA stehen die Messe München GmbH und VDMA
Robotik + Automation, ideell-fachlicher Träger der Messe. Die
Aussteller- und Besucherzahlen der AUTOMATICA sind von einem
unabhängigen Wirtschaftsprüfer im Auftrag der Gesellschaft
zur Freiwilligen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen (FKM)
geprüft und international durch UFI (Global Association of the
Exhibition Industry) zertifiziert.
Über die Messe München International (MMI)Die Messe München International (MMI) ist mit rund 40 Fachmessen
für Investitionsgüter, Konsumgüter und Neue Technologien
einer der weltweit führenden Messeveranstalter. Über 30.000
Aussteller aus mehr als 100 Ländern und mehr als zwei Millionen
Besucher aus über 200 Ländern nehmen jährlich an den
Veranstaltungen in München teil. Darüber hinaus veranstaltet
die MMI Fachmessen in Asien, in Russland, im Mittleren Osten und in
Südamerika. Mit sechs Auslandsbeteiligungsgesellschaften in Europa
und Asien sowie 64 Auslandsvertretungen, die mehr als 90 messerelevante
Länder der Welt betreuen, verfügt die MMI über ein
weltweites Netzwerk. Als global tätiges Unternehmen leistet die
Messe München International bei Umweltschutz und Nachhaltigkeit
einen wesentlichen Beitrag.
Weitere Informationen unter
www.messe-muenchen.de Ansprechpartner für die Presse:
AUTOMATICAClaudia Huber - Pressereferentin
Tel. (+49 89) 949 - 20862
Fax (+49 89) 949 - 20869
Email:
claudia.huber@messe-muenchen.deVDMA Robotik + AutomationDaniela Dietz, Montage- und Handhabungstechnik
Tel. (+49 69) 6603 - 1530
Fax (+49 69) 6603 - 2530
Email:
daniela.dietz@vdma.orgwww.vdma.org/assembly