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Robotics & Automation Report, 14. Ausgabe 2010
Im Robotics & Automation Report, 14. Ausgabe 2010, lesen Sie folgende Artikel: |
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Simultaneous Engineering AUTOMATICA 2010 als Plattform für Montage- und Handhabungslösungen
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 Sortimat
setzt den Fokus auf Gesamteffizienz, zum Beispiel beim dargestellten Montagesystem für einen Mehrfach-Flüssigkeitsinhalator
ohne Treibgas. Bild: Sortimat | Simultaneous Engineering ist kein neues Schlagwort. Seine Bedeutung ist
jedoch aktuell wie nie. Wenn Hersteller und Anwender bei der
Entwicklung von Montageanlagen frühzeitig zusammenarbeiten, lassen sich
vielfältige Vorteile realisieren – eine verkürzte Time-to-market,
höhere Prozesssicherheit und gegebenenfalls sogar kürzere Zykluszeiten.
Auf der internationalen Leitmesse für Automation und Mechatronik, der
AUTOMATICA 2010, die vom 8. bis 11. Juni 2010 auf dem Gelände der Messe
München stattfindet, stehen alle wichtigen Anlagenbauer zu diesem Thema
Rede und Antwort.
Ob Kupplungsschalter für die Automobilindustrie oder Inhalatoren
für die Medizintechnik produziert werden, das Wichtigste ist nicht
der Produktionsprozess, sondern stets das Produkt. Für seine
Funktionalität und die Vorgaben bezüglich der Qualität
ist der Entwickler verantwortlich. Um das jeweilige Produkt so schnell
wie möglich auf den Markt zu bringen und die Produktion effizient
zu gestalten, werden immer häufiger Sondermaschinen- und
Anlagenbauer frühzeitig mit in die Entwicklung einbezogen. Denn
das Know-how dieser Spezialisten kann dazu beitragen, das Produkt von
vorne herein so zu gestalten, dass es später einfach und
automatisiert hergestellt werden kann. |
Ein erfolgreicheres Simultaneous Engineering erfordert vom
Montagespezialisten nicht nur Know-how bezüglich der Montage- und
Automatisierungstechnik, sondern auch Kenntnisse und Erfahrungen in der
Beurteilung eines Kundenproduktes hinsichtlich seiner
Automatisierungsfähigkeit. Nur dann können
produktionsbezogene Ideen direkt in die Produktentwicklung
einfließen. Gerade bei Produkten, die für den Verbraucher
gedacht sind – zum Beispiel Inhalatoren für Asthmapatienten
– dominiert ein ergonomisches, ästhetisches Design. So
schön und handschmeichlerisch die Formen sind, oftmals bieten sie
zunächst kaum Stellen, um die Bauteile zu fixieren, was für
eine automatisierte Montage unerlässlich ist. sortimat Technology aus Winnenden zählt zu den Anbietern flexibler
Lösungen für Zuführ- und Handlingsysteme sowie zu den
führenden Herstellern von Montageanlagen für die
Medizintechnik, Pharma- und Kosmetikindustrie. Das Unternehmen bietet
das komplette Spektrum – von halbautomatisierten Maschinen bis zu
komplexen vollautomatischen Systemen. Marketingleiterin Silke Fischer
weist auf eine Lösungsmöglichkeit hin: „Wir arbeiten
schon sehr frühzeitig mit unseren Kunden eng zusammen und
versuchen, die automatisierungstechnischen Voraussetzungen des Produkts
mit seinem Design deckungsgleich zu bekommen. Gelingt das, können
wir dem Kunden eine höhere Prozesssicherheit garantieren, und
eventuell lassen sich sogar die Zykluszeiten verkürzen.“ Austausch von CAD-Daten eröffnet SynergieeffekteEine solche partnerschaftliche Entwicklungsarbeit ist nicht nur in der
Medizintechnik von Vorteil, auch im Automobilsektor wird diese Form von
Simultaneous Engineering erfolgreich praktiziert. Festo Systemtechnic,
Esslingen, kooperierte beispielsweise bei einer Montagelinie für
Kupplungsschalter eng mit seinem Kunden, einem Elektronikzulieferer der
Automobilindustrie. Festo übernahm die Konstruktion und
Inbetriebnahme des kompletten Handling-Systems, das der Kunde
einbaufertig für seine Maschinenzelle geliefert bekam. Peter
Löbelenz, Leiter Angebot/Projektierung Handhabungstechnik bei
Festo Systemtechnic, erklärt: „Wenn wir wie in diesem Fall
auf die CAD-Modelle unseres Kunden zugreifen können, ist eine
zeitnahe Abstimmung möglich. Bei den Kupplungsschaltern konnten
wir so das Handling optimal in die Zelle integrieren.“ Auch Greiftechnik- und Automatisierungsspezialist Schunk, Lauffen a.N.,
setzt auf frühzeitige Kooperationen. Matthias Poguntke, Leitung
Produktmanagement Greifsysteme und Standardkomponenten Automation,
bestätigt: „Damit ist es möglich, individuelle
Lösungen in einem akzeptablen Zeitrahmen umzusetzen. Kunden
profitieren dann bereits in der Konzeptionsphase von unserem
umfassenden Know-how in Handhabung und Montage. So kann dieses Wissen
in Prozesse und Entwicklungen einfließen. Unsere Erfahrung zeigt,
dass enorme Synergiepotenziale entstehen, wenn sich Kunde und Lieferant
auf Augenhöhe begegnen.“ Entscheidend ist die GesamteffizienzWas letztendlich für den Erfolg einer Montageanlage zählt,
ist ihre Gesamteffizienz. Die frühzeitige Zusammenarbeit ist
lediglich ein Baustein, der dazu beiträgt, den Produktions- und
Montageprozess zu optimieren. Aber auch die Flexibilität und
Modularität der Anlage sowie die Möglichkeit zu einer
stufenweisen Investition spielen für den Anwender wichtige Rollen.
Zu diesem Paket zählen außerdem die Verfügbarkeit der
Anlage, die Personal- und Servicekosten sowie die benötigten
Verbrauchs-, Hilfs- und Betriebsstoffe. Im Rahmen der gesamten Produktivität werden zudem die Rufe nach
Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit immer lauter. Matthias
Poguntke von Schunk bestätigt: „Die sogenannte ‚Green
Automation’ spielt für unsere Kunden eine große Rolle.
Mehr Geld geben sie dafür allerdings nicht aus.“ Insofern
ist hier die Innovationskraft der Anbieter gefragt. Sie müssen
umweltschonende Lösungen entwickeln, von denen der Kunde auch
wirtschaftlich profitiert. Schunk hat zum Beispiel Mikroventile
entwickelt, die Druckluft und Energie sparen. Zugleich lassen sich mit
ihrer Hilfe aber auch Zykluszeiten verringern und die
Produktivität erhöhen. Ähnliche Ansätze gibt es bei Festo. Auch die Esslinger bieten
Automatisierungskomponenten an, die eine Reduzierung des Luft- und
Stromverbrauchs mit sich bringen. Ansätze dafür gibt es von
der Ventilwelt bis hin zur hocheffizienten Druckluftaufbereitung. Peter
Löbelenz ergänzt: „Effizienz heißt aber auch, die
(Sub-)Systeme in Maschinen intelligent auszulegen, nicht zu
überdimensionieren und auf die richtige Technologie für die
jeweilige Anwendung zu setzen.“ Außerdem kann man im
Betrieb der Anlage die Energieeffizienz unter die Lupe nehmen.
Dafür gibt es Dienstleistungen und Energie-Monitoring, mit denen
man sich direkt vor Augen führen kann, wie Ressourcen einzusparen
sind. AUTOMATICA – Plattform für neue MontagelösungenAuf der Fachmesse AUTOMATICA werden nahezu alle wesentlichen Anbieter
von Montage- und Handhabungstechnik aus Deutschland und der Schweiz
sowie etliche namhafte Anbieter aus dem europäischen Ausland
vertreten sein. Mit dieser Präsenz der führenden
Anlagen-Anbieter und Sondermaschinenbauer erreicht die AUTOMATICA einen
Spitzenplatz in Europa. Für Silke Fischer von sortimat ist die Messe der
Branchentreffpunkt schlechthin: „Auf der AUTOMATICA können
Interessenten unterschiedliche Anbieter, Systeme und
Lösungsansätze studieren und vergleichen. Ein solches Angebot
gibt es sonst nirgends. Für sortimat ist die AUTOMATICA die
optimale Messe, da auch unsere Geschäftsbereiche
Zuführtechnik und Handlingsysteme auf ein interessiertes Publikum
treffen.“ Die AUTOMATICA wird sich auch stark der Initiative „Green
Automation“ widmen, die sie zusammen mit VDMA Robotik +
Automation und dem Fraunhofer Institut Produktionstechnik und
Automatisierung (IPA) ins Leben gerufen hat. Hierbei geht es einerseits
um die umweltfreundliche Gestaltung von Produktionsprozessen und
andererseits darum, ressourcenschonenden Technologien mittels
innovativen Lösungen der Robotik und Automation überhaupt zum
Durchbruch zu verhelfen. Die Initiative „Green Automation“
wird auf der AUTOMATICA 2010 den Beitrag der
Automatisierungstechnologien für nachhaltiges Wirtschaften in all
seinen Facetten veranschaulichen. |
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Bildverarbeitung Neue Standards für Bildverarbeiter machen Anwendungen flexibler
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 Die
Kameras der Prosilica-GX-Reihe von Allied Vision Technologies
verdoppeln die Geschwindigkeit von Gig-E-Vision durch den Einsatz
der Link-Aggregation-(LAG-)Technik. Bild: Stemmer Imaging | Camera-Link war der erste Datenübertragungs-Standard, der speziell für
die industrielle Bildverarbeitung entwickelt wurde. In jüngster
Vergangenheit gab es eine Reihe weiterer Neuentwicklungen. Die
Aufgabenstellung bestimmt, welche Technik sich für den Anwender
anbietet. Die Bildverarbeitungs-Industrie hat in der
Vergangenheit etliche Übertragungsmethoden aus der Computerwelt
übernommen. Mit Camera-Link unternahmen die Bildverarbeiter ihren
ersten eigenen Standardisierungsversuch und definierten damit die
Hardware-Schnittstelle zwischen Kamera und Host. Dieses System bietet
ein standardisiertes Datenformat sowie standardisierte Stecker, Kabel
und Steuersignale. In der „Full“-Konfiguration stellt Camera-Link
heutzutage nach wie vor eine der schnellsten Möglichkeiten der
Datenübertragung in der Bildverarbeitung dar. Allerdings ist die
Übertragung der Daten auf eine maximale Kabellänge von 10 m begrenzt,
sofern keine Verstärker oder Glasfaserkabel eingesetzt werden.
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Obwohl Camera-Link für die Bildverarbeiter einen Durchbruch
markierte, deckt der Standard nicht alle notwendigen Bereiche ab. So
wurde der Software-Aspekt nicht ausreichend berücksichtigt, weil
diese Schnittstelle lediglich die serielle Kommunikation definiert, die
Funktionalität der Kamera jedoch völlig außer Acht
gelassen wurde. Camera-Link ist ein perfektes Beispiel für die
vier wesentlichen Kernelemente von Datenübertragungs-Standards: - Übertragungsgeschwindigkeit;
- Art und Kosten der Kabel und Stecker;
- Übertragungslängen sowie
- Standardisierung und Austauschbarkeit (Plug & Play) von Kameras.
Angesichts der zunehmenden Zahl von Kameras mit immer höherer
Auflösung und der Weiterentwicklung von
Hochgeschwindigkeits-Kameras, die Bildraten von bis zu 10 000 Bildern
pro Sekunde erreichen, kann die Übertragungsgeschwindigkeit ein
entscheidender Faktor sein. Die Standardisierung von Kabeln und
Steckern ist ein guter Ansatz. Datenübertragungs-Standards unter Verwendung von Standardkabeln sind preislich attraktivBeschränkt sich ihr Einsatz jedoch auf die
Bildverarbeitungs-Industrie, so erfordert dies eine spezielle
Leitungsführung in der Fabrikumgebung, um das
Bildverarbeitungs-System integrieren zu können.
Datenübertragungs-Standards, die Standardkabel verwenden,
können in preislicher Hinsicht attraktiv sein. Die Kamera wird
natürlich an der Stelle platziert, wo die jeweilige optische
Prüfung stattfindet. Der auswertende Bildverarbeitungs-Rechner ist
unter Umständen jedoch in einiger Entfernung von der
Kamera-Position installiert, so dass die Übertragungslänge
ein kritischer Punkt sein kann. Diese Anforderung zählt übrigens zu den Antriebsfaktoren, die
hinter der Entwicklung intelligenter Kameras stehen. Der
Bildverarbeitungs-Prozessor ist bei dieser Produktkategorie direkt in
der Kamera integriert, wodurch eine Übertragung der Daten zur
Weiterverarbeitung und Analyse nicht mehr erforderlich ist. Allerdings
sind nicht alle Anwendungen mit intelligenten Kameras lösbar. Wenn
mehr als eine Kamera dieselbe Verarbeitungsfunktion ausführen
soll, können diese sogenannten Smart-Kameras zudem im Vergleich
zum PC-basierten System die teurere Option darstellen, weil das
Potenzial der einzelnen Kamera meist nicht komplett ausgeschöpft
wird, wohl aber bezahlt werden muss. Wechselnde Anforderungen erfordern Austauschbarkeit der KamerasLetztendlich ist auch die Austauschbarkeit der Kameras von Bedeutung,
um auf wechselnde Anforderungen reagieren zu können. Beim
Auftreten von Fehlern kann es hilfreich sein, lediglich die Kamera
ersetzen zu müssen, ohne zwingend eine Kamera desselben
Herstellers verwenden zu müssen. In diesen Fällen erleichtert
der Camera-Link-Standard seinen Anwendern das Leben erheblich. Eine weitere bedeutende Entwicklung für Anwender und Hersteller
von Bildverarbeitungs-Systemen gleichermaßen markierte die
Ankündigung der Standards Gig-E-Vision und Gen-I-Cam im Jahr 2006.
Diese neuen Lösungswege ermöglichten die Verwendung von
Serienkomponenten und standardisierten Protokollen sowie eine
verbesserte Software- und Hardware-Kompatibilität. Die Verwendung
dieser Standards erlaubt mit Hilfe der Ethernet-Technik eine
reibungslose Kommunikation zwischen Hardware und Software
unterschiedlicher Hersteller sowie einen schnellen und
kostengünstigen Datenaustausch über lange Distanzen. Die Bandbreite üblicher Netzwerkverbindungen reicht dabei aus, um
den hohen Anforderungen vieler Bildverarbeitungs-Anwendungen gerecht zu
werden. Gig-E-Vision verwendet Standard-Ethernetkabel (CAT5e oder
CAT6), ist jedoch langsamer als Camera-Link. Ein wesentlicher Vorzug
des Gig-E-Vision-Standards liegt in der erreichbaren Kabellänge:
Er ermöglicht die Datenübertragung über Strecken von 100
m. Gig-E-Vision definiert die Kommunikation zwischen Kamera und PC,
ohne die Funktionalität der Kamera festzuschreiben. Gen-I-Cam – generische Programmierschnittstelle für alle Kamera-TypenGen-I-Cam bietet eine generische Programmierschnittstelle für alle
Kamera-Typen, sodass die API-Schnittstelle ungeachtet der verwendeten
Schnittstellentechnik oder der implementierten Funktionen immer
dieselbe sein sollte. Obwohl Gen-I-Cam ursprünglich für
Gig-E-Vision entwickelt worden war, wurde ihr Einsatzbereich mit dem
neuen Gen-TL- oder Transport-Layer-Interface nun auch auf andere
Schnittstellen erweitert. Gig-E-Vision und Gen-I-Cam haben in Bezug auf
Erschwinglichkeit und Implementierung von Bildverarbeitungs-Systemen in
der Industrie sowie hinsichtlich der Austauschbarkeit von Hardware
dramatische Veränderungen mit sich gebracht. Allied Vision Technologies verdoppelt Geschwindigkeit von Gig-E-VisionTechnik kennt selbstverständlich keinen Stillstand: In den
vergangenen Monaten sind drei neue Lösungsansätze bekannt
geworden. So hat der deutsche Kamera-Hersteller Allied Vision
Technologies die Link-Aggregation-(LAG-)Technik dazu eingesetzt, um die
Geschwindigkeit von Gig-E-Vision bei seiner Kamera-Reihe Prosilica GX
zu verdoppeln. LAG oder IEEE 802.3ad steht für eine
Netzwerktechnik, mit der die Parallelschaltung mehrerer Ethernet-Ports
möglich wird. Die Leitungsgeschwindigkeit kann somit über die Grenzen eines
einzelnen Ports hinaus erhöht werden. Wenn eine Kamera der
GX-Serie über zwei Kabel an einen Host-Rechner angeschlossen ist,
so wird dies vom Computer als nur eine Verbindung mit doppelter
Normalgeschwindigkeit angesehen. Die neuesten Übertragungstechniken in der Bildverarbeitung
heißen HS-Link und Coa-X-Press. HS-Link wurde im Wesentlichen vom
kanadischen Hersteller Dalsa entwickelt. Diese Technik transportiert
Bilddaten, Konfigurationsdaten und Echtzeittriggersignale mit einem
Jitter im ns-Bereich über eine einfache Punkt-zu-Punkt-Verbindung,
die Kameras, zwischengeschaltete Geräte und Frame Grabber
unterstützt. HS-Link verbindet die Kernstärken der
Camera-Link-Schnittstelle mit neuen Besonderheiten und Funktionen. Mit
dieser Technik ist eine skalierbare Bandbreite von 300 bis 6000 MByte/s
in Schritten von 300 MByte/s erzielbar. Sie verwendet dabei allgemein
erhältliche Mehraderkabel und Standardkomponenten. Coa-X-Press wurde von einem Konsortium entwickelt, zu dem Adimec
Advanced Imaging sowie Active Silicon und CEI gehören, beides
Lieferanten von Stemmer Imaging. Coa-X-Press ist in der Lage, mit einem
einzigen Standard-Koaxkabel die Daten von
Hochgeschwindigkeitsaufnahmen, Kommunikations- und Steuerdaten sowie
Strom zu übertragen. Im Vergleich zu Gig-E-Vision ermöglicht
Coa-X-Press dabei höhere Bildraten und Kabellängen über
100 m hinaus. Coa-X-Press arbeitet mit einem
Hochgeschwindigkeits-Downlink von 6,25 Gbit/s pro Kabel für
Videos, Bilder und Daten sowie einem Uplink mit einer geringeren
Übertragungsgeschwindigkeit von 20 Mbit/s für Kommunikation
und Steuerung. Der Jitter der Schnittstelle liegt im µs-Bereich. Superschnelle USB 3.0-Schnittstelle ist in der PipelineZusätzlich zu diesen neuen Techniken für die Bildverarbeitung
hat die PC-Industrie bereits die USB-Weiterentwicklung USB 3.0
angekündigt. Dieser Standard bietet die 10-fache
Übertragungsgeschwindigkeit des Vorgängers USB 2.0 und wird
somit noch attraktiver für die Bildverarbeitung. Angesichts der zunehmenden Auswahl an Optionen empfiehlt es sich, den
Rat unabhängiger, erfahrener Lieferanten einzuholen. Dies stellt
sicher, dass für die vorliegende Applikation die bestmögliche
Auswahl des Bildverarbeitungs-Systems und der Schnittstelle getroffen
wird. In Anbetracht der Entwicklung des Gen-I-Cam-Standards sehen wir
leistungsfähige Möglichkeiten, diese Technik über eine
Plug-&-play-Schnittstelle zu kontrollieren und anwenderfreundliche
Architekturen zu verwirklichen. Mark Williamson ist Sales and Marketing Director der britischen Niederlassung Stemmer Imaging Ltd, Tongham/United Kingdom. |
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Bildverarbeitung Werkstücke mit optischen Sensoren und BV-Systemen exakt vermessen
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 Prototyp zur Innenvermessung einer Getriebe-Schaltmuffe mit Lasertriangulations-Eintauchoptik. Bild: EHT | Große oder kompliziert geformte Bauteile lassen sich nur schwer exakt
vermessen. Außer einer präzisen Mechanik ist eine hochauflösende
Sensorik gefragt. Welches Messprinzip am besten passt, hängt von der
Anwendung ab. Optische Methoden bieten den Vorteil des berührungslosen
Messens.
Die mikrometergenaue Vermessung großer Bauteile oder
komplizierter Geometrien, zum Beispiel hypoidverzahnter
Getriebebauteile oder Schneidwerkzeuge für Kurbelwellen, ist schwierig.
Eine Kombination aus hochauflösender Sensorik und präziser Mechanik ist
dafür nötig. Auf diese Kombination, angewandt für kundenspezifische
Lösungen, hat sich EHR spezialisiert. Die Auswahl der richtigen
Komponenten unter Berücksichtigung der Messwiederholgenauigkeit sowie
des Messbereichs muss anwendungsspezifisch abgewogen werden.
| Inkrementales Wegmesssystem bestimmt PositioniergenauigkeitKleine Messfelder sind nötig, um mikrometergenau vermessen zu
können. Dies gilt für alle Messsysteme.
Standardmäßige Werkzeugeinstellgeräte haben
telezentrische Messaufbauten mit Messfeldern in der
Größenordnung von etwa 1 cm².
Laserlinien-Triangulationsgeräte, die etwa 10 µm
Auflösung erreichen, haben einen Messbereich von ungefähr 2
cm. Bei anderen Sensoren sieht es ähnlich aus. Damit können
Wendeschneidplatten, Bohrer, Fräser und andere Werkzeuge mit
ähnlich kleinen Dimensionen vermessen werden, aber keine Bauteile
oder Werkzeuge, die einige Dezimeter groß sind. Die
telezentrischen Messsysteme der Werkzeugeinstellgeräte haben
darüber hinaus noch den Nachteil, dass nur Außenkonturen
erfasst werden können. Zum Erfassen großer Messbereiche sind Mechaniken nötig, die
das kleine Messfeld einer hochgenauen Sensorik zu einem Messort
verfahren. Weil die Positioniergenauigkeit einer puren Mechanik viel zu
ungenau ist, muss diese von einem inkrementalen Wegmesssystem bestimmt
werden. Nur in dieser Kombination ist ein hochgenaues Gesamtmesssystem
über große Distanzen möglich. Solche wegmessenden Mechaniken werden standardmäßig in
Werkzeugeinstellgeräten und Koordinatenmessmaschinen (CMM)
eingesetzt. Daher ist es naheliegend, solche Mechaniken mit hochgenauer
Sensorik zu bestücken. Gute Erfahrungen hat EHR mit den
Basisaufbauten von Werkzeugeinstellgeräten des Schorndorfer
Unternehmens Kelch, die je eine horizontale und vertikale verfahrbare
Linearachse sowie eine Rotationsachse aufweisen. Verfahrwege,
Positioniergenauigkeit, Stabilität des Grundgestells und Aufnahmen
für schwere Messobjekte prädestinieren diese Mechanik
für viele Lösungen, die bereits von EHR realisiert wurden.
Die vertikale Rotationsachse ist mit einem SK-50-Kegel–Einsatz
bestückt, der variabel mit verschiedenen Spann- oder Greifsystemen
versehen werden kann. Alternativ können auch Einstellgeräte
mit seitlicher horizontaler Rotationsachse für große und
schwere Werkzeuge, beispielsweise Fräswerkzeuge für
Kurbelwellen, herangezogen werden. Anbau zusätzlicher Achsen ermöglicht Vermessen sehr komplexer TeileAufgrund der beiden Linearachsen und der Rotationsachse wird der Raum
zylinderförmig aufgespannt. Das heißt, dass sich
insbesondere die Vermessung jeder Art zylinderförmiger oder
rotationssymmetrischer Bauteile anbietet. Beispiele dafür sind
jede Art von Getriebebauteilen (zum Beispiel Zahnräder und -wellen
mit verschiedenen Verzahnungstypen, Schiebemuffen oder Synchronringe),
aber auch Kugellager, deren Lagerschalen, Flansche oder Gewinde.
Natürlich können dann auch flächige Objekte so mit der
zur Verfügung stehenden Messfläche abgefahren werden, bis die
gesamte Fläche inspiziert oder vermessen ist. Ist ein Bauteil kompliziert aufgebaut und schlecht zugänglich, so
können auch zusätzliche Achsen angebaut werden, die entweder
die Sensorik oder das Bauteil entsprechend schwenken. Außer der
Mechanik ist die Sensorik von entscheidender Bedeutung. Welche Sensorik
ist gemeint? Im Grunde jede Art von Sensor, der genügend Messdaten
mit einer ausreichenden Wiederholgenauigkeit im Mikrometerbereich
liefert. EHR setzt ausschließlich auf optische Sensoren, die also
berührungslos (und damit insitu) funktionieren. Die beiden
gängigsten Sensorikprinzipien sind telezentrische Messanordnungen
und die Laser-Triangulation. Weitere optische Messmethoden sind
konfokal-chromatische Abstandssensoren, Weißlichtinterferometrie,
Streifenlichtprojektion und Laser-Mikrometer. Induktive
Abstandssensoren und taktile Sensoren könnten auch eingesetzt,
sollen an dieser Stelle aber nicht weiter betrachtet werden. Die erwähnten Messverfahren weisen Genauigkeiten in dem Bereich
von Sub-Mikrometern bis einigen Hunderstelmillimetern auf und eignen
sich daher für hochgenaue Vermessungen. Vor- und Nachteile der
einzelnen Verfahren müssen natürlich anwendungsbezogen
abgewogen werden. Zentraler Bestandteil der Messanlage ist die Software, die die
Einzelkomponenten steuert. Statt einer SPS setzt EHR im Allgemeinen
einen oder mehrere Industrie-PC ein. Basis der Steuerungs-Software ist
der EHR-eigene Systemkern Tivis, der folgende Aufgaben übernimmt: - Aufnahme der Messwerte verschiedener Sensoren oder Kameras,
- Auswertung und Interpretation der Messwerte,
- Steuerung der Mechanik inkl. Auslesen der inkrementellen Positionsmessung,
- Synchronisierung aller Messdaten,
- Bildverarbeitung,
- Kommunikation zu übergeordneten Steuerungen,
- Kommunikation und/oder Steuerung von Robotern oder anderen Mechaniken,
- Archivierung von Messwerten oder sonstigen Daten,
- Passwortverwaltung,
- kundenspezifische Aufgaben.
Für die Auswertung der Messdaten ist die hauseigene
Bildverarbeitungsbibliothek in Tivis integriert. Zusätzlich stehen
noch die Bildverarbeitungs-Tools der mächtigen Bibliothek Halcon
von MV-Tech, München, zur Verfügung. Mit der beschriebenen
Hard- und Software-Basis wurden unterschiedliche Kombinationen zu
Kundenlösungen zusammengestellt. Gar zu spezielle Anfragen, die
mit standardmäßigen Werkzeugvoreinstellgeräten nicht zu
lösen sind, werden gerne an EHR weitervermittelt. Eine
Besonderheit der EHR-Lösungen ist die Messung von innenliegenden
Eigenschaften, wie z. B. Innenverzahnungen oder großen
Fräswerkzeugen für Kurbelwellen. Zahnräder mit Laserscanner „digital auskugeln“Besonders Kurbelwellenfräser sind ein anschauliches Beispiel
für die µm-genaue Vermessung sehr großer Objekte.
Dabei müssen dutzende kleiner Wendeschneidplatten
positionsvermessen und unter Umständen nachgerichtet werden. Dazu
wurde ein stabiler Arm an die Z-Achse eines
Werkzeugvoreinstellgeräts so montiert, dass der Sensor, in diesem
Fall ein Laser-Scanner von Micro-Epsilon, Ortenburg, zentral im
Werkzeug positioniert ist und von dort aus die einzelnen
Wendeschneidplatten exakt angefahren werden können. Verzahnungen von Zahnrädern werden häufig taktil durch
„Auskugeln“ vermessen (Rollenmaß), indem die
Eindringtiefe einer Kugel zwischen die Zahnflanken gemessen wird.
Dieses Verfahren ist aufwendig, weil langwierig. Mit den Algorithmen
von EHR werden die Zahnräder „digital ausgekugelt“:
Ein Laser-Scanner erfasst deren 3D-Kontur, in die dann Kugeln desselben
Radius hineingerechnet werden. Auf diese Weise sind beide Messmethoden
genau vergleichbar. Nun aber mit dem großen Vorteil, diese
Messmethode automatisieren und frei von menschlichen Fehlern
durchführen zu können. Mit denselben Messdaten können meist auch weitere Messwerte
ermittelt werden, beispielsweise Parallelitäten und Planläufe
von Flächen, Höhen, Winkel, Durchmesser, Rundheiten und
sonstige bauteilbedingte Besonderheiten. Damit ist eine schnelle und
umfassende Qualitätssicherung gewährleistet. Schlecht
zugängliche Innenbereiche, die mit Standard-Triangulationssensoren
nicht erreichbar sind, werden mit Spiegelkonstruktionen (oder Prismen)
und getrennten Kamera-Laser-Komponenten erfasst. Dabei werden dann alle
wesentlichen Parameter applikationsspezifisch angepasst, wie
Arbeitsabstand und Bildbereich der Kamera oder Triangulationswinkel.
Nachteilig bei Spiegelkonstruktionen im Produktionsprozeß ist,
dass sie meist eintauchen müssen. Dies ist aber kein Problem, wenn
es bei der Konstruktion einer Gesamtanlage rechtzeitig
berücksichtigt wurde. 3D-Bildverarbeitung etabliert sichDie Bildverarbeitung (BV) wird sich wie gehabt weiter entwickeln:
rasant bei der Hardware und nichts (wesentlich) Neues in der
Algorithmik. Hardware-Komponenten wie Kameras, PC und optische Sensoren
werden weiterhin schneller, kleiner und leistungsfähiger. Auch
neue Techniken sind zu erwarten, beispielsweise Tera-Hertz-Imaging, das
durch die Diskussion um die „Nacktscanner“ so langsam auch
von einem breiteren Publikum wahrgenommen wird. Hinsichtlich der Software werden hauptsächlich alte, bekannte
Algorithmen eingesetzt. Dort hat sich in den letzten zehn Jahren nicht
viel getan und ob in nächster Zeit viel zu erwarten ist, scheint
zweifelhaft. Am ehesten ist Neues aus dem Bereich der „lernenden
Bildverarbeitung“ zu erwarten, bei der über
neuroinformatische und statistische Ansätze neue Algorithmen
entwickelt werden müssen. Ansonsten sind die bekannten Algorithmen
schon recht leistungsfähig, aber teilweise auch sehr
rechenintensiv. In Verbindung von leistungsfähiger werdender Hardware mit
rechenintensiven Algorithmen können neue Anwendungen erwartet
werden. Applikations-Softwerker werden noch über lange Zeit viel
zu tun haben und interessante Lösungen entwickeln. In der letzten
Zeit hat sich die 3D-Bildverarbeitung etabliert. Diese Entwicklung ist
ganz sicher noch nicht abgeschlossen. Neue Entwicklungen sind in der
zeitabhängigen Bildverarbeitung oder Bildfolgeanalyse zu erwarten.
Daraus lassen sich nicht nur mehr, sondern auch neue Informationen aus
dynamischen Prozessen ziehen. Anwendungsfelder finden sich dafür
unter anderem in vielen Bereichen der Technik, dem Verkehrswesen und
der Robotik. Ganz besonders wird davon die Service-Robotik profitieren,
der ganz sicher eine große Zukunft prognostiziert werden kann. 4D-Bildverarbeitung: 3D-Bildverarbeitung mit der Bildfolgeanalyse kombiniertWird die 3D-Bildverarbeitung mit der Bildfolgeanalyse kombiniert, so
kann mit Fug und Recht von 4D-Bildverarbeitung gesprochen werden.
Spannt man zusätzlich noch den Farbraum auf, so kommt noch eine
weitere Dimension hinzu. Die Zukunft wird also eine multi- oder
mehrdimensionale Bildverarbeitung (MD-BV) bringen. Entsprechend starke
und schnelle Recheneinheiten gibt es schon – allerdings nur in
unseren Köpfen … GlossarKonfokal-chromatische Abstandssensoren:Bei diesen Sensoren wird der Farbfehler von Linsen (chromatische
Aberration) genutzt, indem weißes Licht bei der Fokussierung auf
das Messobjekt so aufgespalten wird, dass für einen Abstand nur
eine Farbe scharf abgebildet ist. Die Farbe des von dem Messpunkt
(Durchmesser etwa 10 bis 100 µm) gestreuten Lichts wird gemessen
und einem Abstand zugeordnet. Dieses Messverfahren ist hochpräzise
und liefert Messungenauigkeiten im Submikrometerbereich, selbst bei
spiegelnden und transparenten Oberflächen. Aufgrund der konfokale
Anordnung von Lichtquellen- und Detektionsoptik gibt es keine
Abschattung, wie bei Triangulationsmesssystemen. Nachteilig ist, dass
dieses Messverfahren bisher nur punktuell möglich ist. Laser-Triangulation:Lichtschnittverfahren, bei dem zum Beispiel eine gerade Laserlinie auf
ein Objekt projiziert und unter einem bestimmten Winkel
(Triangulationswinkel) beispielsweise von einer Kamera aufgenommen
wird. Die Abweichung der Geradheit der Laserlinie im Kamerabild ist ein
Maß für die Objekthöhe entlang der Linie. Ein Scan aus
vielen Linien ergibt ein Höhenbild (Oberflächenprofil) in X,
Y und Z. Die Messungenauigkeit hängt im wesentlichen von der
Linienlänge und der Kameraauflösung ab. Bei einer
Linienlänge von etwa 20 mm und einer VGA-auflösenden Kamera
erhält man eine Messungenauigkeit in der Größenordnung
von 10 µm. Durch geeignete Softwareinterpolation kommt man dann
auf Messwiederholgenauigkeiten um die 1 µm. Die Laser-Triangulation ist ein sehr gängiges Messverfahren, das
robust und kostengünstig ist. Allerdings ist es ein scannendes
Verfahren, so dass entweder der Sensor oder das Messobjekt verfahren
werden muss. Problematisch können spiegelnde oder halbtransparente
Oberflächen sein. Weißlichtinterferometer:Weißes Licht wird über zwei Wege auf das Messobjekt gelenkt.
Bei bestimmten Höhen kommt es zu Überlagerungseffekten
(Interferenzen) des Lichtes, die von einer Kamera aufgenommen werden.
Für diese Höhen ist der Abstand bestimmt. Alle Höhen des
Messobjekts erhält man, wenn es in der Höhe verfahren und
jeweils ein Bild aufgenommen wird. Aus allen Bildern wird dann ein
Höhenbild zusammen gesetzt. Die Messungenauigkeit liegt im
Submikrometerbereich bei Messfeldern bis 25 cm². Es handelt sich
um ein scannendes Verfahren, bei dem mehrere Bilder aufgenommen werden.
Nachteilig ist der große und nicht leichte Aufbau, der auch eine
begrenzte Robustheit aufweist. Streifenlichtprojektion:Ebenfalls ein Triangulationsverfahren, bei dem viele parallele Linien
auf das Messobjekt projiziert werden, die unter einem bestimmten Winkel
von einer Kamera aufgenommen und analysiert werden. Man unterscheidet
zwischen dem codierten Lichtansatz (diskrete Hell-Dunkel-Linien, die
Bild für Bild enger zusammen rücken) und dem
Phasenshiftverfahren (Streifen mit sinusförmiger
Helligkeitsmodulation, die seitlich um Viertelperioden verschoben
werden). Um daraus ein Höhenbild zu errechnen, sind mehrere
Bildaufnahmen mit geändertem Streifenmuster nötig. Dieses
Verfahren liefert direkt 3D-Daten ohne Scanvorrichtung. Allerdings ist
ein Streifenprojektor notwendig. Die Messungenauigkeit hängt auch
dabei im Wesentlichen von der Bildfeldgröße und der
Kameraauflösung ab. Bei einer Bildfeldgröße von etwa
1 cm² und einer Kamera mit 1 Megapixel sind
Messungenauigkeiten von etwa 10 µm typisch. Telezentrie:Unter Telezentrie versteht man den achsparallelen Hauptstrahlenverlauf,
das heißt einen Öffnungswinkel von 0°, meistens von
Objektiven und Beleuchtungen. Vorteil der telezentrischen Objektive
ist, dass sich die Größe der Objekte im Telezentriebereich
nicht ändert. Daher werden diese Objektive häufig als
Messobjektive eingesetzt, etwa bei Werkzeugvoreinstellgeräten.
Dabei leuchtet eine telezentrische Beleuchtung direkt in ein
telezentrisches Objektiv (mit gemeinsamer optischer Achse) und das
Messobjekt befindet sich zwischen beiden. Der große Vorteil dieser Anordnung ist, dass auch spiegelnde
Objekte vermessen werden können, weil am Objekt reflektierte
Strahlen nicht mehr abgebildet werden. Nachteilig ist, dass erstens
lediglich Außenkontouren erfasst werden können und zweitens
die Objektivdurchmesser etwa doppelt so groß sind, wie das
Bildfeld oder der Messbereich. Die Messungenauigkeit hängt im
wesentlichen von der Bildfeldgröße, der Kameraauflösung
und der softwareseitigen Subpixelinterpolation ab. Typische
Werkzeugeinstellgeräte mit einer Bildfeldgröße von
knapp 1 cm² und einer Kamera mit einem Megapixel erreichen
Messungenauigkeiten von einigen Mikrometern. Bei
applikationsspezifischen Anpassung durch EHR können auch
größere Bildfeldgrößen realisiert und höher
auflösende Kameras eingesetzt werden. Dr. Helge Moritz ist Vertriebs- und Marketingleiter der EHR GmbH, 75181 Pforzheim. |
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Antriebstechnik Servoaktuatoren führen Drehturm automatisch der Sonne nach
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 Die
innovativ ausgerichtete Gebäudekonstruktion des
Entwicklungszentrums wird überragt von einem Drehturm, auf
dessen Dach eine Photovoltaik -Anlage installiert ist. Bild:
Wittenstein | Architektonisches Highlight des neuen Entwicklungszentrums eines
Ventilherstellers ist der Drehturm, auf dessen Dach eine
Photovoltaik-Anlage installiert ist. Acht High-Torque-Servoaktuatoren
sorgen dafür, dass der Turm dem Stand der Sonne automatisch folgt und
den optimalen Ertrag sichert.
Nach nur 14 Monaten Bauzeit
konnte er eingeweiht werden – der Gemü-Dome des Hohenloher Ventil-,
Mess- und Regeltechnik-Herstellers Gemü. Eine der architektonischen
Besonderheiten des Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationszentrums
in Waldzimmern ist ein Drehturm, der das Gebäude überragt. Auf dem Turm
ist eine Photovoltaik-Anlage installiert, die Drehkonstruktion hat ein
Gewicht von etwa 250 t. Insgesamt acht High-Torque-Servoaktuatoren der
Baureihe TPMA 110 von Wittenstein Motion Control, einem
Schwesterunternehmen der Wittenstein Alpha GmbH, sorgen dafür, dass der
Turm automatisch dem Stand der Sonne folgt und die auf dem Dach
installierte Photovoltaik-Anlage einen optimalen Ertrag erzielt.
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Bei ersten Applikationsberechnungen Softwaretool Cymex 3.1 genutztDie kompakte Bauform, die Wartungsfreiheit, das geringe
Motorengeräusch sowie die in der High-Torque-Ausführung
optimierte Steifigkeit des Antriebes waren ausschlaggebend für die
Auswahl der Servoaktuatoren als Antriebslösung für die
Drehkonstruktion. Unter Nutzung des produkt- und wissensbasierenden
Softwaretools Cymex 3.1 von Wittenstein Alpha wurden erste
Applikationsberechnungen durchgeführt. Aufgrund der
außergewöhnlichen Randbedingungen und von im Vorfeld des
Projektes unvorhersehbaren Änderungen der Einflussfaktoren musste
die Antriebsauslegung mehrmals in iterativen Schritten
überarbeitet werden. Im Ergebnis wurde so in ständiger Koordination mit den Projekt-
und Bauverantwortlichen sowie dem Steuerungshersteller eine
maßgeschneiderte Lösung für den Drehturm des
Gemü-Dome realisiert. Damit sind die Architektur und die
Funktionsweise des Innovationszentrums mindestens ebenso individuell
wie die zahlreichen Produkt- und Systemlösungen, für die das
familiengeführte Unternehmen seit mehr als vier Jahrzehnten
bekannt ist. Mit der Entwicklung des ersten Prozessventils aus PVC begann die
Erfolgsgeschichte des 1964 von Fritz Müller gegründeten
Unternehmens Gemü. Seit damals hat sich der Hersteller von
Ventil-, Mess- und Regelsystemen als Technologieführer in
wichtigen Bereichen der Ventiltechnik etabliert. Bautechnisch und
gestalterisch darf der Dome durchaus als Highlight der
Industriearchitektur bezeichnet werden: Von der Außenfassade
empfangen den Besucher die Portraits großer Erfinder wie
Einstein, Leonardo da Vinci, Carl Benz und Graf Zeppelin. Turmzylinder in Stahl-/Holzkonstruktion überragt Dome
Großflächig aufgebrachte Konstruktionszeichnungen, die
großzügige Verglasung und perspektivenreiche Sichtachsen
unterstreichen die innovativ ausgerichtete Gebäudekonstruktion.
Überragt wird der Dome von einem Turmzylinder in
Stahl-/Holzkonstruktion, der im Inneren als Büro und
Empfangsbereich dient. Auf der schrägen Dachfläche ist eine
etwa 200 m² große Photovoltaik-Anlage installiert. Die maximale Leistung der Anlage liegt bei etwa 21,3 kWp, was einem
jährlichen CO2-Einsparungspotenzial von 18,1 t entspricht. Um
diese Werte auch zu erzielen und nicht auf etwa ein Viertel des
erwarteten Jahresertrages von 24 000 kWh verzichten zu müssen,
müssen die Solarmodule und damit das ganze Dach kontinuierlich der
Sonne nachgeführt werden. Dass diese Aufgabe nur durch ein individuell ausgelegtes Konzept
für den Antriebsstrang zu lösen war, wird durch
außergewöhnliche Rahmenbedingungen wie das schnee- und
windlastfreie Gesamtgewicht von etwa 250 t, den Drehturm-Durchmesser
von 17,6 m und den erforderlichen Drehwinkel von kontinuierlich
360° deutlich. Das Prinzip der Antriebskonstruktion ist vergleichbar dem einer
Sternwarte. Die Drehbewegung wird über eine ringförmige
Laufschiene durchgeführt, die nach der Montage einen maximalen
Höhenschlag von 0,5 mm aufweist. Die Lastabtragung des Drehturms
erfolgt über 15 Lagerpunkte, die als Fahrschemel auf der
Laufschiene verfahren und von denen jeder bis zu 20 t aufnehmen kann.
Acht der 15 Fahrschemel werden durch direkt angeflanschte
Servoaktuatoren der Baureihe TPMA 110 angetrieben. Die Fahrschemel sind jeweils um 45° versetzt angeordnet, werden von
einer Controller- und Steuerungseinheit synchronisiert und bringen den
Turm in eine harmonische Drehbewegung. Diese orientiert sich im
Normalbetrieb automatisch am Sonnenstand, kann bei Bedarf aber auch
individuell betrieben werden. Eine Gesamtbewegung um 360° dauert
dabei nur wenige Minuten. Rotative Servoaktuatoren der Baureihe TPMA kombinieren Planetengetriebe mit AC-ServomotorDie rotativen Servoaktuatoren der Baureihe TPMA sind leistungsstarke,
kompakte und integrierte Antriebssysteme. Die Kombination aus einem
spielarmen und hoch verdrehsteifen Planetengetriebe und einem
AC-Servomotor kommt ohne zusätzliche Antriebskomponenten wie
Gegenlager oder Kupplungen aus. Drei verschiedene Versionen stehen zur
Verfügung, darunter als größte der TPMA 110 mit einem
maximalen Beschleunigungsmoment (T2B) von 2600 Nm und einer maximalen
Drehzahl von 21 min-1 in der gewählten Ausführung. Typische Einsatzgebiete dieser kupplungslosen Systeme mit integriertem
High-Torque-Getriebe sind dort zu finden, wo es auf höchste
Beschleunigungs-, Stillstands- und Haltemomente ankommt und
gleichzeitig aus Präzisionsgründen ein Maximum an
Antriebssteifigkeit bei geringer Trägheitsmasse gefordert wird.
Die im Dome verbauten Einheiten wurden mit Übersetzung i=220 und
integriertem Resolver-Gebersystem zur Positions- und Drehzahlerfassung
ausgerüstet. Alternativ einsetzbar sind Schnittstellen wie En-Dat und Hiperface
– eine offen konzipierte Standardschnittstelle mit acht
Leitungen, die die bidirektionale Kommunikation zwischen
Antriebsregelung und dem Gebersystem des TPMA 110 ermöglicht.
Controllertypen und Steuerungen unterschiedlicher Hersteller
können individuell adaptiert werden. Einer der acht
Servoaktuatoren im Dome besitzt zusätzlich eine wartungsfreie
Permanentmagnet-Bremse zum Festhalten der Motorwelle im stromlosen
Zustand. Das Haltemoment, das durch die Bremse an einem der Fahrschemel
bereitgestellt wird, reicht aus, um den Turm jederzeit sicher zu
fixieren. Die sehr guten Gleichlaufeigenschaften sowie das niedrige
Laufgeräusch der Servoaktuatoren von nur 70 dB(A) bei 3000 min-1
waren für diese Aufgabenstellung ebenfalls wichtig, weil die
Antriebe offen in das Innenleben des Turms integriert sind. Auch die
Fahrschemel wurden so konstruiert, dass sie zur Vermeidung von
Fahrgeräuschen sowohl in der Neigung als auch im Lenkwinkel
einstellbar sind. Turmsteuerung verarbeitet komplexe WitterungsinformationenIn gleicher Weise, wie sich Sonnenblumen im Tagesverlauf nach der Sonne
ausrichten, folgt auch der Drehturm der Sonnenbahn. Dafür
verarbeitet die Steuerung Informationen über den Sonnenauf- und
Sonnenuntergang ebenso wie aktuelle Wetterinformationen, beispielsweise
Temperatur, Windgeschwindigkeit oder Luftfeuchte. Die Nachführung
des Solardaches erfolgt kontinuierlich in kleinen Zeitabständen,
so dass immer ein optimaler Einstrahlwinkel gegeben ist. Beim morgendlichen Start fragt die Steuerung über die
Resolver-Schnittstelle die Positionsdaten der Aktuatoren ab. Ihr
Absolutwert dient der Kommutierung und der Rotorlageinformation beim
Einschalten der Servoaktuatoren. Danach wird inkremental über
Sinus-/Cosinussignale weitergezählt. Je nach Jahreszeit und
Tageslichtverhältnissen passt die Steuerung die Drehbewegung des
Turms an die aktuellen Gegebenheiten an. Nach Sonnenuntergang wird der
Drehturm automatisch in die Startposition für den nächsten
Morgen gebracht. Über das Bedienpanel im Turm ist es aber auch
möglich, jede andere gewünschte Ausrichtung anzufahren. Die Antriebslösung mit den rotativen Servoaktuatoren TPMA 110
ermöglicht sowohl einen automatischen wie auch einen manuellen
Betrieb in unterschiedlich schnellen Verfahrmodi. Diese
Flexibilität in Verbindung mit Produkteigenschaften wie
Kompaktheit, hoher Laufruhe, Präzision sowie moderner Antriebs-
und Steuerungstechnik wird der innovativen Designgebung und Zielsetzung
des Gebäudes gerecht. Wittenstein zeigt auf der Automatica Antriebe für die RobotikAuf der Automatica 2010 stellt die Wittenstein Alpha GmbH spezielle
Antriebslösungen für die Robotik vor. Die Produkt-Highlights
V-Drive+, V-Drive Economy, Ritzel/Zahnstangensysteme und das kompakte
Hochleistungsgetriebe TP+ stehen für Wirtschaftlichkeit, hohe
Geschwindigkeiten und Präzision. Einsatz findet diese Getriebe-
und Systemtechnologie sowohl direkt in den Roboterachsen als auch in
der Peripherie. Detailliert werden Prozesslösungen wie das Verfahren der 7. Achse
oder das Greifen eines Delta-Roboters präsentiert. Ausgestellt
werden darüber hinaus die Servoaktuatoren der Baureihe TPMA, die
seit geraumer Zeit den Drehturm eines Entwicklungszentrums des
Unternehmens Gemü steuern. Das Unternehmen ist mit seinen
ressourceneffizienten Produkten zudem Teilnehmer der neuen
Automatica-Initiative „Green Automation“. Dipl.–Wirtsch.-Ing. (FH) Björn Proschinger ist
Vertriebsingenieur im Technischen Büro Südwest der
Wittenstein Alpha GmbH in 97999 Igersheim. |
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Robotertechnik Modularität als Schlüsselfaktor in der Servicerobotik
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 Der
Serviceroboter „Friend“ ermöglicht Schwerstbehinderten
mehr Autonomie und selbstbestimmtes Handeln. Bild: Schunk | Bei den Grundfunktionen von Servicerobotern spielt es zunächst keine
Rolle, ob sie in der Industrie den Teiletransport übernehmen oder den
Rehabilitationsprozess von Patienten unterstützen. Deshalb spricht
vieles für modulare Konzepte, die Kostenvorteile mit Flexibilität
kombinieren.
Serviceroboter müssen sich frei im Raum bewegen,
ihre Umwelt erkennen, Objekte handhaben und mit Menschen kommunizieren.
Auch wenn Serviceroboter immer aufgabenspezifisch gestaltet werden,
spielt es für diese Grundfunktionen zunächst keine Rolle, ob sie in der
Industrie den Teiletransport übernehmen, im Labor Untersuchungsreihen
abarbeiten oder den Rehabilitationsprozess von Patienten unterstützen.
Es spricht also viel für modulare Konzepte: Sie verbinden die Kosten-
und Qualitätsvorteile standardisierter Module mit den spezifischen
Vorteilen individueller Lösungen. | Serviceroboter werden auf spezielle Aufgaben zugeschnittenApplikationen, die aus dem Baukasten heraus konstruiert werden, sparen
zudem Entwicklungszeit und verschaffen gerade auch robotikfremden
Wissenschaftlern ein hohes Maß an Flexibilität und
Sicherheit. In Europa und den USA gibt es einen klaren Trend zu
modularen Systemen. Hard- und Softwaremodule für einzelne
Funktionen werden immer weiter optimiert und lassen sich zu
individuellen Applikationen zusammenfügen. Während asiatische Konzepte bei Servicerobotern sehr stark einen
humanoiden Ansatz verfolgen, bei dem Serviceroboter dem Menschen
möglichst ähnlich werden sollen, reduzieren europäische
und amerikanische Forscher den Serviceroboter viel stärker auf
seine Funktion. Form follows function, lautet dabei die Devise. Ganz
gezielt werden Lösungen auf spezielle Aufgaben zugeschnitten. Das
verhindert, dass die Erwartungshaltung an den Serviceroboter zu hoch
ist und Anwender enttäuscht werden, weil er eben doch nicht so
individuell und vielschichtig agiert wie ein Mensch. Modulare Plattformen beschleunigen die GesamtentwicklungStatt jedes Mal bei null zu beginnen und das Rad sozusagen neu zu
erfinden, nutzen inzwischen viele Forschungseinrichtungen
verfügbare und erprobte Basiskomponenten für ihre Anwendung.
Intensiv gearbeitet wird derzeit unter anderem an
Forschungsplattformen, die modular konzipiert sind. Auf ihnen wird dann
ebenfalls modular die gewünschte Applikation aufgebaut. Fachfremde Wissenschaftler, wie etwa Soziologen, Psychologen,
Therapeuten, Designer oder Hauswirtschafter können sich damit voll
und ganz auf die eigentliche Forschungsaufgabe konzentrieren. Davon
versprechen sich alle Beteiligten eine deutliche Beschleunigung der
Entwicklung, weil insbesondere Faktoren wie die sichere
Mensch-Maschine-Kooperation oder die Akzeptanz technischer Hilfssysteme
stärker an Gewicht gewinnen. Der Serviceroboter „Friend aus dem Forschungsprojekt
„Amarob“ ist auf Basis einer solchen Plattform entstanden.
Ziel des Projekts ist es, dass körperlich schwer
beeinträchtigte Menschen mit Hilfe eines autonom agierenden und
damit einfach zu bedienenden Roboters im Tagesablauf für
längere Zeit autonom und selbstbestimmt Aufgaben erledigen
können. „Friend“ ist mit einem Leichtbauroboterarm von
Schunk mit sieben Gelenken ausgestattet. Mit ihm können Nutzer
trotz ihrer schweren Behinderungen Objekte in typischen
Alltagsumgebungen greifen und bewegen. Er lässt sich je nach
Behinderung auf unterschiedliche Art bewegen: visuell über einen
Bildschirm, verbal über eine Sprachsteuerung, haptisch über
eine Kinnsteuerung oder künftig sogar per Gedankenkraft über
eine Messung der Hirnströme. Inzwischen haben viele Forschungseinrichtungen erkannt, dass es
unwirtschaftlich ist, immer wieder neu darüber nachzudenken, wie
sich beispielsweise Dinge greifen lassen, während es längst
bewährte Module gibt, die diese Aufgabe zuverlässig
erledigen. Ob im Haushalt eine Tasse oder im Industriebetrieb ein
Werkstück gehandhabt wird, ist schließlich durchaus
vergleichbar. Aus diesem Grund wurde auch für das mobile
Roboter-Assistenzsystem „Care-O-bot 3“ am Fraunhofer-IPA
die Greifhand SDH-2 von Schunk eingesetzt. Die elektrisch angetriebene Dreifingerhand verfügt über
sieben unabhängige Freiheitsgrade und kann ohne Umrüstzeiten
unterschiedliche Objekte greifen und positionieren. Ein taktiles
Sensorsystem überwacht sensibel und sicher den optimalen Griff und
liefert der Steuerung Informationen, um gegebenenfalls Greifkorrekturen
zu veranlassen. So können selbst schwierige Geometrien
zuverlässig gehandhabt werden. Für den industriellen Einsatz
ist die Hand sogar gegen Staub und Feuchtigkeit geschützt.
Zugleich bietet sie ein hohes Maß an Sicherheit für die
Interaktion mit Mensch und Maschine. Steuer- und Regelungstechnik ist in den Gelenkantrieb integriertBei den mechatronischen Drehmodulen und Leichtbauarmen von Schunk ist
die vollständige Steuer- und Reglerelektronik in den Gelenkantrieb
integriert. Position, Geschwindigkeit und Drehmoment sind flexibel
regelbar. Dank integrierter Intelligenz, universeller
Kommunikationsschnittstellen und einer minimalistischen Kabeltechnik
für Datenübertragung und Spannungsversorgung lassen sich die
Module besonders schnell und einfach in bestehende Steuerungskonzepte
einbinden. So können mit minimalem Konstruktions- und
Programmieraufwand selbst komplexe Systeme und mehrachsige
Roboterstrukturen mit mehreren Freiheitsgraden realisiert werden. Um den Energieverbrauch zu minimieren und die Sicherheit für den
Menschen zu erhöhen, wird bei den Modulen konsequent auf eine
Stromversorgung mit 24 V Gleichstrom sowie auf Leichtbau gesetzt. So
erreicht der Leichtbauarm LWA ein Traglast-Eigengewicht-Verhältnis
besser als 1:2. Bei herkömmlichen Robotern beträgt dieser
Wert bis zu 1:20. Mensch und Roboter sollen ohne Barrieren nebeneinander arbeiten Mit den Modulen werden heute bereits pharmazeutische, medizintechnische
und sogar baustoffliche Prüflabore automatisiert. Sie erhöhen
dort die Flexibilität und die Wirtschaftlichkeit. Über den
Konfigurator „Viro-Con“ ist es möglich, innerhalb
kurzer Zeit aus einzelnen Modulen ein komplettes System vorab am PC zu
konfigurieren und seine Eignung für die ausgewählte Aufgabe
zu prüfen. Eine besondere Herausforderung für Entwickler in der
Servicerobotik besteht darin, dass Mensch und Roboter ohne Barrieren
unmittelbar nebeneinander arbeiten. Hinzu kommt, dass das Personal
nicht auf den Umgang mit Robotern geschult ist. Sicherheitsaspekte in
der Mensch-Maschine-Kooperation gewinnen daher eine immer
größere Bedeutung. Mittlerweile werden in der Sicherheitsnorm DIN ISO EN 10218-1 für
Roboter auch Standards für eine Mensch-Roboter-Kooperation im
industriellen Umfeld definiert. Dazu zählt beispielsweise, wie
schnell sich Baugruppen bewegen und wie sie gegen unbeabsichtigtes
Bewegen abgesichert sein müssen. Auch unter diesem Aspekt spricht
vieles für ein modulares Konzept, bei dem innerhalb der Module
bereits konstruktiv möglichst viele Sicherheitsaspekte
berücksichtigt sind. Christopher Parlitz ist Referent Servicerobotik bei der Schunk GmbH & Co. KG in 74348 Lauffen/Neckar. |
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Robotik Roboter prüft die Bedienbarkeit von Lüftungsklappen
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 Flexible, robotergestützte Systeme eignen sich sehr gut für komplexe Mess- und Prüfaufgaben. Bild: Stäubli | Bei der haptischen Prüfung von komplexen Automobilteilen wird eine
flexible Roboterzelle eingesetzt. Sie besteht aus einem
Sechsachsroboter sowie einem Kraft-Momenten-Sensor und prüft die
Funktionsfähigkeit von Bedienelementen.
Haptische Messsysteme
gibt es schon seit Jahrzehnten, allerdings sind solche auf NC-Achsen
basierenden Systeme relativ einfach strukturiert. Je komplexer die zu
prüfenden Produkte sind, desto schwieriger ist es, die Mess- und
Prüfaufgaben mit diesen Systemen zu bewältigen. Hochflexible Systeme
mit Robotern sind für solche komplexen Aufgaben besser geeignet.
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Die Weber Systemtechnik hat Mess- und Prüfsysteme überwiegend
für die Automobilindustrie im Programm. Das Unternehmen liefert
auch mit eigenen Mess- und Prüfsystemen ausgestattete komplette
Endmontagelinien etwa für die Produktion von Autoradios,
Navigations- und Infotainment-Systemen. Die Angebotsschwerpunkte liegen
bei haptischen Messsystemen auf Basis von Robotern und Vision-Systemen
vorwiegend für die Qualitätssicherung. Die größten Vorteile, die eine roboterunterstützte
Prüfung im Vergleich zu Systemen mit NC-Achsen mit sich bringt,
sind in den Freiheitsgraden von Roboter und Kraft-Momenten-Sensor
begründet, durch die sich, mit den entsprechenden Werkzeugen
ausgerüstet, selbst komplizierteste Konturen abfahren lassen.
Diese Flexibilität des Systems gibt dem Kunden
Investitionssicherheit. Sollte sich im Laufe der Zeit sein
Produktspektrum ändern, muss er die Prüfzelle nicht aufwendig
an die neuen Gegebenheiten anpassen, sondern nur ein entsprechendes
Werkzeug integrieren. Stäubli-Sechsachsroboter vom Typ TX 60 ist Basis einer typischen Stand-alone-Mess- und -PrüfzelleDie Basis einer typischen Stand-alone-Mess- und -Prüfzelle bildet
ein mit einem Kraft-Momenten-Sensor ausgestatteter
Stäubli-Sechsachsroboter vom Typ TX 60. Der nach dem
Dehnungsmessstreifen-Prinzip arbeitende Sensor kann in den Raumachsen
X, Y und Z jeweils Kräfte und Momente aufnehmen. In der Zelle
lassen sich haptische Prüfungen zum Beispiel an Bedienelementen
wie Drucktasten, Drehstellern, Bedienrädern, -wippen oder
-schiebern durchführen. Eine Herausforderung bei der Konzeption
solcher Zellen ist es beispielsweise, die vom Roboter gelieferten
Positionen und die mechanischen Informationen des Sensors über
Kräfte und Momente zusammenzubringen, und zwar mit einer hohen
Auflösung und Geschwindigkeit. In einer Kundenanwendung prüft das Robotersystem die einheitliche
Bedienbarkeit von Lüftungsklappen. Vor Implementierung der Anlage
hatte der Automobilzulieferer die Prüfung als Dienstleistung
eingekauft. Prüfmerkmale sind zum einen die grundsätzliche
Funktionsfähigkeit der Bedienelemente und zum anderen die
Erfüllung der geforderten Spezifikationen wie aufzubringende
Maximalkraft und Position der Rastungen. Diese Charakteristiken sind
teilweise sehr filigran, wenig ausgeprägt und zeitlich kurz,
weswegen der Roboter eine hohe Performance bei der zeitlichen
Auflösung der Signale benötigt. Drei Arten von Bedienelementen – Bedienrad, Bedienwippe und
seitlicher Schieber – werden jeweils für die Fahrer- und
Beifahrerseite auf ihre Funktionalität hin geprüft. Die
gesamte Prüfung dauert etwa 1,5 min. Dazu werden die
Prüflinge manuell in die Anlage eingelegt und die Prüfung
wird gestartet. Der Roboter setzt sich in Bewegung, ein am Roboterarm
befindliches Traktionsrad setzt auf dem Bedienrad der
Lüftungsklappe auf, betätigt es jeweils einmal in beide
Bedienrichtungen und nimmt dabei die erforderlichen Momente auf. Im Hintergrund erfasste Informationen sind zu koordinieren und zusammenzuführenUnter dem Traktionsrad befindet sich ein schraubenzieherklingenartiges
Werkzeug, mit dem der Roboter die Bedienwippe der Lüftungsklappe
nach oben und unten sowie den seitlichen Schieber nach links und rechts
bewegt. Im Hintergrund des Prüfablaufs werden sämtliche
notwendigen Weg-, Kraft- und Momenten-Informationen gesammelt, daraus
entsprechende Kurven generiert und einer Analyse zugeführt. Dabei
werden mit Hilfe geeigneter Analysefunktionen in definierten
Suchbereichen charakteristische Punkte, zum Beispiel Rastkräfte,
ermittelt, die dem Kunden die Information geben, ob sein Produkt die
geforderten Qualitätskriterien erfüllt. Außer einer automatisierten Analyse und Auswertung ist auch eine
manuelle Interaktiv-Analyse möglich, wodurch sich Serviceaufgaben
wahrnehmen lassen sowie die Einrichtung der automatischen Analyse. Die
Datenspeicherung lässt sich ebenfalls automatisiert oder manuell
vornehmen. Des Weiteren ist es jederzeit möglich, Offline-Analysen
an zuvor gespeicherten Kurvendaten durchzuführen.Eine
Herausforderung bei der Konzeption der Anlage war es, sämtliche im
Hintergrund erfassten Informationen zeitlich zu koordinieren und
zusammenzuführen. Ebenfalls keine leichte Aufgabe war es, für
Stabilität und Wiederholbarkeit des Prozesses zu sorgen. Ein
Beispiel ist das Sicherstellen einheitlicher Messwerte und
Bewegungsmuster. Fehlermeldungen während des Prüfprozesses betreffen
beispielsweise defekte Bedienelemente. Lässt sich etwa ein
Bedienrad nicht drehen, so führt die Kraftüberlast in diesem
Fall zu einem Abschalten des Roboters, um den Kraft-Momenten-Sensor vor
Beschädigungen zu schützen. Sogenannte Analysefehler treten
auf, wenn die Kraftüberlast zwar nicht so groß ist, dass der
Roboter abschaltet, die Werte während des Prüfprozesses sich
aber aufgrund von Produktfehlern aus den Toleranzgrenzen bewegen, was
zu einer Fehlermeldung führt. Durch die Prüfzelle selbst
verursachte Fehler kommen allerdings nicht vor – und wenn, dann
ist in 99,9% der Fälle ein Bedienerfehler dafür
verantwortlich. Sonja Koban ist Leiterin Marketing bei der Stäubli Tec-Systems
GmbH, 95448 Bayreuth. Burkhard Weber ist Geschäftsleiter von Weber
Systemtechnik e. Kfr. in 35576 Wetzlar. |
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Hirata Robotics Palettierer mit Handlingeinheit
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 Je
nach verwendeter Greifertechnik ist mit dem Palettierer von Hirata eine
Pick-und-place-Zeit von 3 s möglich. Bild: Hirata Robotics | Der Palettierer LCP-600E mit frei programmierbarem Handhabungsgerät
basiert laut Hirata auf dem Tray-Wechselgerät ALC-600. Anstelle eines
Pneumatikzylinders, der den Tray-Wechsel auf feste Anschlagspositionen
durchführt, wird jetzt eine frei programmierbare NC-Achse eingesetzt.
Die
Achse des Palettierers taktet das Tray zeilenweise in frei
definierbaren Schrittweiten unter einer zweiten NC-Achse hindurch.
Diese ist im rechten Winkel zur ersten oberhalb des Trays angeordnet
und verfügt über eine pneumatisch arbeitende Vertikalachse, an der ein
Greifer befestigt werden kann. Je nach verwendeter Greifertechnik ist
eine Pick-und-place-Zeit von 3 s möglich, so das Unternehmen.
Die
Basisausführung des Geräts ist für Palettengrößen von 600 mm × 400 mm
ausgelegt. Der vertikale Hub der Pick-und-place-Einheit beträgt 100 mm,
der horizontale 700 mm.
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