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Robotics & Automation Report, 10. Ausgabe 2010
Im Robotics & Automation Report, 10. Ausgabe 2010, lesen Sie folgende Artikel: |
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Sensorik Verisens-C-Mount von Baumer ermöglicht flexible Positionserkennung und Maßprüfung
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Der
Verisens-C-Mount-Sensor ist bei der Positionserkennung und
Maßprüfung eine kostengünstige Alternative zu komplexen
Bildverarbeitungssystemen.
Bild: Baumer
| | Erfüllt
der Vision-Sensor nicht die Anforderungen zur Anlagenintegration, dann
bietet Verisens-C-Mount von Baumer die nötige Flexibilität.
Durch den Einsatz von C-Mount-Objektiven kann die beste Einbaulage in
der Anlage gewählt werden. Eine Schutzkappe verhindert
Verschmutzungen und Beschädigungen des Objektivs.
Mit
Verisens-C-Mount ist es jetzt möglich, Ergebnisse von Messungen
und Objektkoordinaten unabhängig von der Lage des Objektes im Bild
in „echten“ Koordinaten, also in Millimetern, auszugeben.
Nach Durchführung einer einfachen Kalibrierung werden
perspektivische Verzerrungen und vom Objektiv hervorgerufene
Verzeichnungen korrigiert.
Sensor ersetzt teuere und komplexe Bildverarbeitung
Verisens-C-Mount
wird damit zu einem Sensor zur Maßprüfung und
Positionserkennung. Das sind Aufgaben, die bisher komplexen
Bildverarbeitungssystemen vorbehalten waren. Zusammen mit den
leistungsfähigen Funktionen zur Kontrolle von Anwesenheit,
Vollständigkeit und Identifikation (Lesen und Prüfen von
Schrift, Barcodes und Matrixcodes) ergeben sich zahlreiche
Einsatzmöglichkeiten – beispielsweise im Maschinenbau, in
der Verpackungstechnik oder im Handling, wenn Teile für einen
Pick-and-place-Roboter in jeder Lage und Position erkannt werden sollen.
Auch Nicht-Bildverarbeitungsexperten können Sensor in Betrieb nehmen
Dank
der einfachen Bedienbarkeit der mitgelieferten
Application-Suite-Software kann der Sensor auch von
Nicht-Bildverarbeitungsexperten in Betrieb genommen werden. Mit den
verfügbaren Interfaces Ethernet, RS485 und Digital I/O ist eine
schnelle und flexible Anlagenintegration möglich. Während des Einsatzes
können über einen Standard-Webbrowser Live-Bilder angezeigt und
Produktwechsel durch Bediener einfach durchgeführt werden.
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Montageautomation Deprag liefert an Grammer Montagesystem für 360 Kopfstützen pro Stunde
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In 14 Arbeitsstationen wird das „technische Innenleben“ der crashaktiven Kopfstützen zusammengebaut.
Bild: Deprag Schulz
| | Crashaktive
Kopfstützen sind eine Spezialität der Grammer AG.
Unlängst hat das Zulieferunternehmen den Amberger
Automations-Spezialisten Dreprag Schulz mit der Entwicklung von
Montageanlagen für crashaktive Kopfstützen an Vordersitzen
beauftragt, die in Polen und Mexiko zum Einsatz kommen.
Kopfstützen
am Autositz gehören heute zum passiven Sicherheitssystem jedes
Fahrzeugs. Sie vermindern jähe Krafteinwirkungen auf die
empfindliche Halswirbelsäule. Der Schutz der Fahrzeuginsassen vor
Verletzungen bei Verkehrsunfällen bleibt eine der Kernaufgaben im
Automobilbau. Im vergangenen Jahr ist es gelungen, die Zahl der
Verkehrstoten weiter zu senken.
Intelligente Kopfstützen reduzieren Anzahl tödlicher Unfälle
Mit
4500 tödlich Verunglückten starben auf unseren Straßen
zehn Prozent weniger Menschen als im Vorjahr. Mehr Sicherheit bei den
Autos ist einer der Gründe für die erfreulich gesunkene Zahl.
Intelligente Kopfstützen, die sich beim Aufprall nach vorne neigen
und den Kopf wertvolle Millisekunden eher auffangen, leisten dazu ihren
Beitrag. Bei starkem Verzögern des Fahrzeugs durch Vollbremsung
oder Aufprall auf ein Hindernis geschieht es: Nach dem physikalischen
Trägheitsgesetz schnellt der Kopf des Fahrzeuginsassen
zunächst nach vorne, um dann im Moment des Fahrzeugstillstands
wieder nach hinten zu schlagen. Ohne Kopfstützen würden die
Halswirbel über ihre Belastungsgrenze nach hinten überdehnt.
Von Halswirbelsäulen-Schleudertrauma, Nervenquetschung bis
Schädel-Hirn-Trauma reichen die medizinischen Folgen. Daher sind
heutzutage Kopfstützen auf den vorderen Autositzen bei Fahrzeugen
bis 3,5 t zwingend vorgeschrieben. Vor allem bei einem Heckaufprall
wird durch die Kopfstütze eine Überdehnung der
Halswirbelsäule verhindert. Innovative, sogenannte crashaktive
Kopfstützen gehen noch einen Schritt weiter. Sie stoppen vorzeitig
die Beschleunigung des Kopfes nach hinten und vermindern so
Verletzungen der Halswirbelsäule.
| Aktive Kopfstützen strecken sich dem Kopf entgegenKarl Meier
(Kamei) gilt als der Erfinder der ersten Sicherheits-Kopfstützen, die
1952 vorgestellt wurden. Inzwischen gibt es neben den
Standard-Kopfstützen auch „aktive“ Modelle, die sich beim Unfall dem
Kopf schützend „entgegenstrecken“. Oder in die Kopfstützen sind
Bildschirme als Teil des Multimediasystems im Auto eingebaut. Die
Passagiere im Fond des Wagens können damit fernsehen, im Internet
surfen oder Computerspiele spielen. Solche crashaktiven Kopfstützen
gehören zum Produktportfolio der Amberger Grammer AG. Das Unternehmen
ist spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung von Komponenten
und Systemen für die Pkw-Innenausstattung sowie von Fahrer- und
Passagiersitzen für Offroadfahrzeuge, Lkw, Busse und Bahnen. In seinem
umsatzstärksten Unternehmensbereich „Automotive“ liefert der bayerische
Hersteller unter anderem auch Kopfstützen an namhafte Pkw-Hersteller
und die Systemlieferanten der Fahrzeugindustrie. Prozesssicherheit ist bei der Montage oberstes GebotDoch
wie entsteht eigentlich eine Kopfstütze? Als Bestandteil der passiven
Sicherheit im Fahrzeug muss bei ihrer Herstellung auf höchste Präzision
geachtet werden. Prozesssicherheit ist oberstes Gebot, alle
Montageschritte werden elektronisch überwacht und dokumentiert. Die
Grammer AG hat jüngst den ebenfalls in Amberg ansässigen
Automations-Spezialisten Deprag Schulz u. Co. mit der Entwicklung neuer
Montageanlagen für innovative crashaktive Kopfstützen an Vordersitzen
beauftragt. Die Montageanlagen kommen in Grammer-Werken in Polen und
Mexiko zum Einsatz. In 14 Schritten zur fertigen KopfstützeIn
14 Arbeitsstationen wird das technische Innenleben der crashaktiven
Kopfstützen zusammengebaut. Es besteht aus drei Teilen, die als
„ZB-Auslöseeinheit“, „Träger-CAK“ und „Schlitten“ bezeichnet werden.
Ausgangspunkt der Montagestrecke sind zwei Handarbeitsplätze, an denen
Monteure die Werkstückträger mit einer „Auslöseeinheit“, einem
„Träger“, einem „Schlitten“ und zwei Führungsfedern bestücken. Die
Werker geben den Weg frei: Die Kopfstützenbauteile werden nun während
ihrer Reise durch die Montagebahn Stück für Stück zusammengefügt. An
Station 2 überprüft die Montageanlage, ob alle erforderlichen Bauteile
eingelegt und korrekt positioniert wurden. Auch Station 3 ist zunächst
eine Prüfstation. Die „ZB-Auslöseeinheit“ wird mit Sensoren getestet:
Ist das zugehörige Label vorhanden, stimmen die manuell montierten
Zentrierungen? Wenn ja, kann die „Auslöseeinheit“ in den „Träger-CAK“
eingefügt und verschnappt werden. Mensch und Maschine arbeiten eng zusammenNun
ist Station 4 erreicht: Mit einem Linearfördersystem werden je
Werkstück zwei Führungsrohre vereinzelt, justiert und in Position
gebracht, anschließend zwei Kerbstifte per Fördersystem zugeschossen
und in den „Träger-CAK“ und das Führungsrohr eingepresst. Nun geht die
Fahrt auf der Montagestrecke zu Punkt 5, wo der per Fördersystem
vereinzelte, zur Montage ausgerichtete Verriegelungsstift in den
„Schlitten“ eingedrückt und verrastet wird. An Station 6 erhält das
Innenleben der späteren Kopfstütze die vom Werker manuell auf dem
Werkzeugträger vorgesteckten Führungsfedern. Sie werden mittels
Greifern erfasst, umgesetzt und in den „Träger-CAK“ platziert. Station
7 prüft zunächst diesen Vorgang und transportiert und vereinzelt
anschließend zwei Scheiben, die sie mit einem Vakuumgreifer auf die
Führungsrohre steckt. Die Montage der crashaktiven Kopfstütze ist
bereits sehr weit gediehen. An der achten Arbeitsstation erhalten zwei
Druckfedern mit Doppelgreifern aufgesteckt ihren Platz auf den bereits
montierten Führungsrohren. Zwei Leerstationen in der Anlagenstrecke
folgen, hier könnten weitere Arbeitsmodule ihren Platz finden. Jetzt
wird der „Schlitten“ gesetzt. Die zwei Druckfedern werden positioniert
und vorgespannt, die Führungsrohre ausgerichtet und der vom Bediener zu
Beginn auf den Werkzeugträger aufgesteckte „Schlitten“ maschinell auf
den „CAK-Träger“ gesetzt und eingerastet (Station 11). Dieser
„Schlitten“ nähert bei einem Unfall die intelligente Kopfstütze
blitzschnell dem Kopf des Fahrers oder Mitfahrenden, so dass er
effektiver geschützt ist als bei einer herkömmlichen Kopfstütze. Das
Verfahren des „Schlittens“ ist die wichtigste Funktion der crashaktiven
Kopfstütze. Doch funktioniert dies auch ordnungsgemäß? Der Ernstfall wird getestetEs
erfolgt der Test für den Ernstfall: An Station 12 wird die
„Auslöseeinheit“ betätigt, das zuvor komplett montierte CAK-Modul
ausgelöst und damit die Funktion der gefertigten Kopfstütze geprüft.
Die erhaltenen Werte einschließlich Datum, Uhrzeit und Nummer des
verantwortlichen Werkers werden per Datenübertragung im angeschlossenen
Computersystem gespeichert und können mittels Excel-Sheet verarbeitet
und ausgelesen werden. An Station 13 wird dem fertigen CAK-Modul ein
Label mit den vorher in der Prüfstation generierten Prüfwerten
aufgeklebt. Nun erreicht das montierte Kopfstützenmodul die
„Endstation“: Der Werker entnimmt und verpackt die Werkteile, die das
Montagesystem geprüft und als in Ordnung befunden hat. Fehlteile
(sogenannte N.i.O.-Teile) sondert das System aus. Auf dem Display des
Panels für den Bediener erscheint die entsprechende Fehlermeldung, am
Reparaturarbeitsplatz (Repa-Platz) arbeitet der Werker das fehlerhafte
Werkteil nach. Kurze Taktzeiten sorgen für hohen DurchsatzDie
von Deprag Schulz für den Kopfstützenbau entwickelten Montageanlagen
sind ohne die Zuführeinrichtungen jeweils 8,34 m lang, 2,55 m breit und
2,40 m hoch. Die komplette Maschine mit allen Komponenten wiegt 9500
kg. Die Taktzeit beträgt weniger als 10 s, so dass sich mehr als 360
Kopfstützen in der Stunde auf der Anlage fertigen lassen. Die
Deprag Schulz GmbH u. Co. produziert Schraubtechnik,
Montageautomations-Systeme, Druckluftmotoren und Druckluftwerkzeuge.
Mit 600 Mitarbeitern ist das Unternehmen in über 40 Ländern vertreten. Related Content: www.maschinenmarkt.vogel.de |
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Montageautomation Laservermessung von Linearsystemen von Schunk sorgt für präzise Achsbewegungen
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Laservermessung bei Linearsystemen: Messaufbau. Bild: Schunk
| | Bei
der Montage und Prüfung von Achsbewegungen in Werkzeugmaschinen,
Positionier-, Mess- und Handlingsystemen erkennt die Laservermessung
selbst kleinste Bewegungsfehler. Schunk, Hersteller von Spann- und
Greiftechnik, bietet Laservermessung nun auch als Dienstleistung an.
Zusätzlich
zu einer hohen Wiederholgenauigkeit spielt in modernen
Werkzeugmaschinen, in Positionier-, Mess- und Handlingsystemen immer
häufiger auch die Genauigkeit der Achsbewegung eine entscheidende
Rolle. So lassen sich beispielsweise hochpräzise Bauteile für
die Produktronik- oder Elektronikindustrie nur mit einer
µ-genauen Führung entlang der kompletten Achse realisieren. Eingesetzt
wird die Laservermessung überall dort, wo Anwender bei Fertigungs-
oder Prüfprozessen auf eine hohe Ablaufgenauigkeit linearer
Bewegungen oder auf eine hohe Absolutgenauigkeit angewiesen sind. In
der Regel geht es dabei um Toleranzen unter 0,005 mm über die
komplette Bewegung hinweg. Moderne Präzisionsmesssysteme –
Laser-Interferometer genannt – ermitteln die dafür
notwendigen, hochgenauen Daten.
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Mit präzisen Modulen und aufwändiger Messtechnik zu höchster Genauigkeit
In der Lasermesstechnik steckt jede Menge Know-how: Gebündeltes
Licht wird durch Strahlteiler und Spiegel auf getrennte optische Bahnen
gelenkt, am Ende des Messweges über Spiegel reflektiert und im
Messgerät wieder zusammengeführt. Die Differenz der
Lichtstrahlen ergibt ein spezifisches Muster –
Interferenzstreifen oder -ringe. Aus ihnen lassen sich Entfernungen,
Winkelabweichungen und Brechzahlen ermitteln. Laser-Interferometer
werden zum einen in Forschungs- und Laboranwendungen eingesetzt, finden
zum anderen aber immer häufiger Anwendung in der
Qualitätssicherung und sogar direkt bei Anwendern vor Ort. Um bei Linearsystemen die Positions- und Ablaufgenauigkeit zu
ermitteln, wird das Laser-Interferometer parallel zu der Achse
justiert, die geprüft werden soll. Die optischen Bahnen werden in
einen Messstrahl und in einen Referenzstrahl aufgeteilt. Ein
Messgerät überlagert die reflektierten phasen- und
frequenzgleichen Wellenfronten und gibt sie als Messgröße
aus. Schließlich bereitet eine Software die Umkehrspanne,
Streubreite, Führungs- oder Positionsabweichung grafisch auf. Grundlage für die Ermittlung der Positioniergenauigkeit sind in
der Regel die Abnahmekriterien nach VDI/DGQ 3441, für die
Geradheitsmessung die Kriterien nach VDI/DGQ 2617. Neuere Richtlinien
beschreibt auch die DIN ISO 230-2. Da bei der hochgenauen Vermessung
von Linearsystemen häufig auf Vergleichsdaten zurückgegriffen
wird, hat derzeit die Auswertung nach VDI-Regeln noch die
größere Bedeutung. Abweichungen werden mechanisch oder in der Steuerung korrigiertBei der Führungsgenauigkeit von Linearsystemen sind insbesondere
Winkelfehler, Nick- und Gierwinkel sowie die daraus resultierende
Rotation einer Führung von Interesse. Neueste Laser-Interferometer
liefern zudem dynamische Kennwerte als Weg-Zeit-, Geschwindigkeit-Zeit-
und Beschleunigung-Zeit-Diagramme. Vor allem bei Systemen für
hochdynamische Anwendungen spielen diese Werte eine entscheidende Rolle. Auf Basis der Abweichungen lassen sich die vermessenen Systeme sehr
präzise korrigieren. Dies geschieht zum einen mechanisch, indem
die Baugruppen und Komponenten optimal zueinander ausgerichtet werden.
Zum anderen werden beim sogenannten Mapping systematische Abweichungen
wie die Umkehrspanne oder die Positionsabweichungen über eine
Fehlertabelle in der Maschinensteue-rung kompensiert. Präzise Messergebnisse lohnen sichMit Hilfe der Laservermessung lässt sich eine extrem hohe
Präzision über den kompletten Bewegungsprozess hinweg
sicherstellen. So werden hochpräzise Fertigungs- und
Prüfprozesse zum Teil überhaupt erst möglich. - Die präzise Ausrichtung der Systemkomponenten minimiert deren
Verschleiß und sorgt für eine lange Lebensdauer des
Gesamtsystems. - Die Laservermessung liefert die Grundlage für Dokumentation und
Qualitätssicherung und sie stärkt die Kompetenz von
Anlagenbauern und Systemintegratoren. - Sie vereinfacht die Fehlersuche und spart Zeit bei Problemen mit
einer bestehenden Anlage, beispielsweise nach einer Crashfahrt. Aus diesen Gründen bietet Schunk seit kurzem die Laservermessung
als Dienstleistung an. Auf diese Weise können insbesondere
Anlagenbauer und Systemintegratoren sicherstellen und dokumentieren,
dass die von ihnen gelieferten Systeme alle Anforderungen präzise
erfüllen. - Sie können auf Grundlage der Messergebnisse ihre Systeme
optimieren und damit die Prozesssicherheit und Lebensdauer spürbar
steigern. - Sie erhalten aussagefähige Protokolle über die
Genauigkeiten ihrer Systeme und können diese in die Dokumentation
integrieren. - Bei Reklamationen können sie die Messergebnisse als Hilfestellung nutzen. Vor-Ort-Vermessung mit mobilen Laser-InterferometernMit Hilfe mobiler Laser-Interferometer vermisst Schunk die Systeme auch
direkt vor Ort. Die Schunk-Service-Experten ermitteln dabei unter
anderem die Position, die Kippwinkel sowie die Geradheit der
Linearsysteme. Zudem führen sie dynamische Messungen der Anlagen
durch. Nach der Messung wertet Schunk dann gemeinsam mit dem Anwender,
dem Systemintegrator oder dem Anlagenbauer die Ergebnisse aus. Die
Laservermessung ist bei Schunk sowohl für eigene Produkte als auch
für bestehende Anlagen mit Komponenten anderer Anbieter
möglich.
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Bildverarbeitung EVT ermöglicht dreidimensionales Sehen in der Solar-Industrie
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Solarzellenfertiger
sehen jetzt dreidimensional: Bei der Kamera Eye-Scan 3D von EVT sind
Lasertriangulationssensor und Auswerterechner in einem nur 195 mm x 90
mm x 35 mm großen Gehäuse untergebracht.
Bild: EVT
| | Die
neuen Smart-Kamera-Systeme Eye-Scan 3D von EVT, Karlsruhe,
erschließen dem Anwender in der Solarindustrie jetzt die dritte
Dimension. In einem kompakten Gehäuse untergebracht befinden sich
ein fertig kalibrierter Lasertriangulationssensor und ein kompletter
Auswerterechner, der bis zu 40000 3D-Profile pro Sekunde einlesen kann.
Die komplette Auswertesoftware ist im System enthalten und wird
per Drag-and-Drop programmiert. Dank der Vielzahl der fertigen
Algorithmen ist es ein Leichtes, selbst komplexe 3D-Aufgabenstellungen
einfach zu lösen. Die Standard-Eye-Vision-Software, die aus dem
Eye-Spector-System bekannt ist, wurde für das neue Einsatzgebiet
in der Solartechnik-Industrie um zusätzliche Auswertebefehle
erweitert. Das hat zur Folge, dass 3D-Aufgabenstellungen mit der
gleichen Einfachheit zur realisieren sind wie 2D-Aufgaben.
Solar-Plugin zur preisgünstigeren Realisierung von 3D-Lösungen im Solar-Bereich
Das
Kamera-System verfügt nun außerdem über das sogenannte
Solar-Plugin. Dieses wurde speziell für die Solar-Industrie
entwickelt, um dort künftig preisgünstigere 3D-Lösungen
realisieren zu können. Mit dem Solar-Eye-Plugin lassen sich
spezielle Aufgabenstellungen bei der Produktion von Solarzellen,
Solarzellenstrings und Modulen effizient realisieren. Das
Inspektionssystem erkennt Materialbruch im laufenden Produktionsprozess
und steigert dadurch die Ausbeute der Produktion. Mit einer Reihe
spezialisierter Befehle können verschiedenste Anwendungsfälle
im Solar-Bereich auf einfache Weise gelöst werden. Die exakte
Detektion von Mikrocracks und anderen Waferdefekten ist sowohl bei der
Waferproduktion als auch bei der Solarzellenherstellung wichtig, um
Waferbruch zu vermeiden und die Produktion störungsfrei zu
betreiben. In dem kompakten Eye-Scan-3D-System ist nicht nur die
Auswerteeinheit und der Sensor in ein Gehäuse integriert, sondern
diese sind auch bereits vorkalibriert. Die Vorkalibrierung sorgt
dafür, dass der Anwender sich nur noch um den Einbau des Sensors
kümmern muss. Es wird kein Experte mehr benötigt, der das
System einbaut und kalibriert. Zudem kann der Anwender jederzeit einen
vorhandenen Sensor durch einen neuen ersetzen, ohne die Anlage selbst
neu kalibrieren zu müssen. Es genügt bereits, den alten
Sensor auszutauschen, das Prüfprogramm aus dem alten Sensor oder
einer Sicherung in den neuen einzuspielen – und schon kann weiter
geprüft werden.
| Solar-Eye detektiert Risse und Kantenausbrüche an den WafernDas Solar-Plugin Solar-Eye erkennt frühzeitig häufig
auftretende Fertigungsfehler wie Risse oder Kantenausbrüche an den
Wafern. Das Prüfsystem löst wesentliche Inspektionsaufgaben:
Es erkennt Ecken- und Randausbrüche, prüft auf korrekte
Abmessungen sowie auf Dicke- und Oberflächengenauigkeit. Zudem
können die Position auf den Bändchen, sowie die Drehlage der
Zelle für das richtige Verlöten von Zellen bestimmt werden. Das Solar-Plugin wurde um ein Solar-Modul für die
Laser-Scribing-Inspektion erweitert mit speziell für die
Solar-Industrie angepassten Lesefunktionen. Das Lesen von DMC, OCR/OCV
und Barcodes ist somit auch auf Silizium und Solarzellen möglich. Defekte Wafer werden aus der Produktion ausgeschleustBasierend auf hochauflösenden Kameras werden jegliche Fehler
μ-genau erkannt. Die defekten Wafer können dann aus der
Produktion ausgeschleust werden, was die Bruchrate in der Produktion
deutlich reduziert und somit die direkte Ausbeute erhöht. Die von
der Auswertesoftware des Inspektionssystems während der laufenden
Produktion gesammelten Informationen über die Fehlermerkmale der
Solarwafer erlauben obendrein eine kontinuierliche Verbesserung des
Produktionsprozesses. Schnittstellen erlauben Kommunikation mit RoboternDas 3D-System kann direkt an einen Monitor angeschlossen werden, um die
laufende Produktion zu überwachen sowie Messergebnisse einzusehen.
Über weitere Schnittstellen wie Gigabit Ethernet, RS232 oder RS485
lassen sich sowohl die Ergebniswerte wie auch die Bilddaten
transferieren. Über die umfangreichen Kommunikationsschnittstellen
des 3D-Systems ist die Kommunikation mit Robotern ebenso möglich
wie der direkte Datentransfer in die Unternehmenssoftware von SAP,
Oracle und anderen Herstellern. Dadurch stehen die
Produktionsergebnisse jederzeit und überall im Unternehmen aktuell
zum Abruf bereit.
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Antriebstechnik Dezentrale Antriebs- und Positioniersteuerung von SEW Eurodrive ermöglicht den Aufbau flexibler Architekturen
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Die dezentrale Antriebs- und Positioniersteuerung soll die Risiken von komplexen Anlagenarchitekturen minimieren.
Bild: SEW Eurodrive
| | Die
dezentrale Antriebs- und Positionierungssteuerung Movipro-SDC von SEW
Eurodrive soll den Aufbau flexibler Anlagenarchitekturen im Feld
ermöglichen. Im Fokus stehen dabei Förder- und
Maschinenapplikationen in der Automobilindustrie und
Produktionslogistik.
Die Vorteile der dezentralen
Steuerungstechnik sind den Angaben zufolge überzeugend: weniger
Kabel, kurze Leitungswege und weniger Schaltschrankfläche.
Steuerung hat Nennleistung von 4 bis 15 kw
Die
Gerätefamilie zeichnet sich laut Hersteller durch
leistungsfähige Antriebsumrichter mit abgestuftem Leistungs- und
Funktionsumfang aus. Die Nennleistungen erstrecken sich von 4 bis 15
kW, das Motorenspektrum von DRS (Standard-)- bis zu DRP (Premium
Efficiency-)- und CMP-Motoren, mit oder ohne
Geberrückführung. Die parametrierbaren Umrichter
können sowohl Asynchron- als auch Synchronmotoren ansteuern. Die
Gerätefamilie erfasse lokale I/Os und unterstützt
unterschiedliche Bremsspannungen.
Hoher Integrationsgrad führe zu Platzeinsparungen im Schaltschrank
Der
Integrationsgrad der Funktionen in einer kompakten Bauweise führt
zu einer deutlichen Platzeinsparung und kann komplette
Umrichter-Schaltschränke im Feld ersetzen, erläutert der
Hersteller. Das vereinfache die Integration in der Anlage und reduziere
die Anlagekomplexität durch geringere Anzahl von
Komponentenschnittstellen. Steckbare Anschlusstechnik kombiniert
mit einer tauschbaren Speicherkarte und durchgängiger
Bedienungssoftware soll für fehlerfreie Installation, einfache
Inbetriebnahme und Wartungsfreundlichkeit sorgen.
| Kommunikation kann über die gängigen Bussysteme erfolgenRegionalen Erfordernissen entsprechend kann die Kommunikation über
verschiedene Bussysteme erfolgen: Profibus, Profinet, Devicenet,
Ether-Net/IP und Modbus/TCP. Die optionale Sicherheitskommunikation mit
Profi-Safe soll die neuesten Anlagensicherheitskonzepte
unterstützen. Mit Hilfe einer Parametrier- und Bediensoftware des
Herstellers werden die Systeme eingestellt, in Betrieb genommen und
gewartet. Steuerung soll die Risiken komplexer Anlagenarchitekturen minimierenDas System reduziert den Angaben zufolge Planungs-, Investitions- und
Betriebskosten durch Standardisierung von Antriebsfunktionen mit
parametrierbaren Applikationsmodulen. Die räumliche Nähe von
Antrieb und Elektronik und die Modulbauweise der Applikation
vereinfache die Projektierung und ermögliche es, einzelne
Anlagenmodule vorab zu testen. So könnten die Risiken von
komplexen Anlagenarchitekturen minimiert werden. Related Content: www.maschinenmarkt.vogel.de |
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Medizintechnik Roboter und Manipulatoren assistieren in der Chirurgie
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Obwohl
heutzutage tendenziell der Manipulator aus Sicht der Mediziner
bevorzugt wird, sind die Einsatzpotenziale des Roboters mittlerweile
allgemein anerkannt. Eine größere Bedeutung werden Roboter
oder Manipulatoren für klinische Methoden wie die minimalinvasive
Chirurgie gewinnen.
Bild: IPA
| | Assistenzsystemen
für die Chirurgie sind in der Regel Roboter und Manipulatoren.
Während die einzig im Operationssaal der Orthopädie
zugelassenen Roboter wieder vom Markt verschwunden sind, nimmt die
Anzahl auch von aufwändigen Manipulatorsystemen weiter zu.
Eine
einheitliche Definition für Assistenzsysteme im Umfeld der
Diagnostik und Intervention gibt es heute noch nicht. Wegen einer
wachsenden kritischen Berichterstattung und im Zusammenhang mit den
bekannteren Robotersystemen Robodoc und Caspar in den
Operationssälen verlor der Begriff „Medizinroboter“
seine Salonfähigkeit und wurde deswegen einfach durch den Begriff
Assistenzsystem ersetzt. Um der Kritik aus unterschiedlichen Richtungen
zu entgehen, wurde bereits bei den ersten Roboterentwicklungen
gelegentlich auf Namensänderungen zurückgegriffen: Speziell
der Ausdruck „Medizinroboter“ erweckt bei vielen Menschen
spontan die Assoziation von einer seelenlosen Medizin.
Verkaufszahlen der Manipulatoren nehmen zu
Ein
Medizinroboter trifft den Nerv im Verhältnis zwischen Mensch und
Maschine: Wird Hilfe dadurch seelenlos, dass sie von einem Roboter
geleistet wird? Inzwischen sind die Robotersysteme aus den
Operationssälen vollständig verschwunden und nur noch in
Forschungslaboren anzutreffen. Parallel dazu stiegen jedoch fast
unbemerkt von der Öffentlichkeit die Verkaufszahlen der
Manipulatoren, beispielsweise für den da-Vinci-Manipulator, weiter
an.
da-Vinci-System wird per Joystick gesteuert
Beim
da-Vinci-System sitzt der Chirurg an einer Konsole und steuert
über einen mehrachsigen Joystick die Instrumente, wobei ein
dritter, beweglicher Arm das Stereo-Endoskop fixiert. Aus medizinischer
Sicht ist die anfängliche Kritik an den Manipulatoren teilweise
einer echten Zustimmung sogar von der älteren Chirurgengeneration
gewichen. Die Argumente für den Einsatz von Manipulatoren reichen
von einer physischen Entlastung durch eine entspannte Arbeitshaltung
bis zur skalierten, tremorfreien Auflösung von Bewegungen. Im
Gegensatz zum Manipulator verliert der Chirurg beim programmgesteuerten
Roboter zumindest für einen Augenblick die Kontrolle über den
Ablauf der interventionellen Maßnahme – aber nicht die
Verantwortung für den Patienten. Andererseits eröffnet der
Roboter einen Weg, Vorgänge schneller, präziser und durch
Planung systematischer durchzuführen, beispielsweise das
Ausräumen von Tumoren, das Vernähen von Gefäßen,
das Fräsen präziser Implantatlager.
| Einsatzpotenziale des Roboters sind allgemein anerkanntObwohl heutzutage tendenziell der Manipulator aus Sicht der Mediziner
bevorzugt wird, sind die Einsatzpotenziale des Roboters mittlerweile
allgemein anerkannt. Eine größere Bedeutung werden Roboter
oder Manipulatoren für klinische Methoden wie die minimalinvasive
Chirurgie (MIC) und Notes (Natural Orifice Transluminal Endoscopic
Surgery) gewinnen. Vor allem Notes stellt neue Anforderungen an die
Instrumentierung im Operationssaal, die sich ohne Assistenzsysteme der
nächsten Generation nicht lösen lassen. Bei einem Notes-Eingriff wird das Instrument durch natürliche
Körperöffnungen eingeführt und erst im Körper durch
eine künstliche Öffnung weiter in das Körperinnere
vorgeschoben. Auf diese Weise kann beispielsweise ein Blinddarm durch
den Mund operiert werden, wobei das Instrument von innen durch ein Loch
in der Magenwand geführt wird. Die dafür erforderliche
Führung von Instrumenten um mehrere Achsen ist dabei nur ein
beispielhaftes Argument für die Notwendigkeit von
Assistenzsystemen. Arbeitserleichterung wird durch aufwändige Vorbereitung der Operation konterkariertTrotz der zahlreichen Argumente für einen Einsatz von
Assistenzsystemen konnten die Vorteile für den klinischen Alltag
mit den vorhandenen Robotern oder Manipulatoren bis heute nicht
überzeugend nachgewiesen werden. Denn der Arbeitserleichterung
für den Chirurgen und einem besseren Arbeitsergebnis stehen ein
erhöhter zeitlicher Aufwand bei der Vorbereitung der Operation,
ein wesentlich größerer Platzbedarf, eine
gewöhnungsbedürftige, teilweise unnatürliche Handhabung
und wesentlich höhere Anschaffungs- und Betriebskosten
gegenüber. Beim Robotereinsatz kommt hinzu, dass viele
interventionelle Prozesse heute praktisch noch nicht automatisch
durchgeführt werden können. Das Problem ist, Roboter im Körper zu steuernDas Problem ist, Roboter im Körper zu steuern. Aufgrund der
Gewebedynamik durch Puls oder Verdrängung und von feinen,
höchst empfindlichen Gewebestrukturen in einer komplexen Anatomie
können programmierte oder automatisierte Vorgänge meistens
nur in einem geschlossenen Regelkreis ausgeführt werden. Die
für die Hüftendoprothetik und später für
Knieoperationen eingesetzten Systeme Robodoc und Caspar erscheinen auf
den ersten Blick als Ausnahmen. Bei beiden Verfahren wird zunächst am Computer aufgrund der
räumlichen Daten vom Computertomographen (CT) der Einsatz einer
Oberschenkelprothese in den Femur simuliert. Wenn eine optimale
Prothesengröße gefunden wurde, werden die Bahnkurven
für den Fräser errechnet und an den Roboter im Operationssaal
übertragen. Aufgrund der sehr individuellen Materialparameter des
menschlichen Knochens und der spezifischen Kraftflüsse in den
unteren Extremitäten fehlen jedoch entscheidende Informationen
für einen optimalen (Press-)Sitz der Prothese. Diese Parameter lassen sich für einen Patienten auch nicht ohne
weiteres ermitteln, weil Proben nicht einfach vorher entnommen oder die
genauen Kraftflüsse im Körper gemessen werden können.
Dies ist nur ein Grund dafür, weshalb mit dem Roboter in der
Orthopädie trotz der offensichtlichen Vorteile keine besseren
medizinischen Ergebnisse erzielt werden konnten. Anforderungen steigen bei Eingriffen im WeichgewebeDie Anforderungen steigen bei Eingriffen im Weichgewebe, beispielsweise
dem Gehirn, noch weiter an (Bild 4). Wegen der empfindlichen,
mikroskopischen Strukturen wäre diese Region auf den ersten
Blick ein bevorzugtes Einsatzgebiet für den Roboter. In den
Anfängen wurden viele experimentelle Robotersysteme deshalb
für diese Anwendung entwickelt: Heute gilt sie als eine der
schwierigsten Anwendungen und es werden nur Manipulatoren eingesetzt
beziehungsweise entwickelt. Um beispielsweise eine Resektion automatisch durchführen zu
können, wäre eine exakte anatomische Karte erforderlich. Das
Gehirn lässt sich jedoch nicht fixieren und pulsiert darüber
hinaus, so dass die präoperativen Navigationsinformationen vom CT
oder Kernspintomographen (MRT) nur relativ ungenaue und keine aktuellen
Lageinformationen liefern können. Einsatzmöglichkeiten bei Gewebeeingriffen hängen an der MesstechnikAußer der Lokalisierung sind zusätzlich noch Messdaten
über den Zustand des Gewebes erforderlich, die der Chirurg bei
konventionellen Eingriffen ertastet (Palpation) oder visuell
identifiziert. Eine zuverlässige Vermessung des Gewebezustands und
-typs ist heute technisch zwar noch nicht möglich, aber aktuelle
Projekte im Bereich der CAD (Computer-assistierte Diagnose) lassen in
absehbarer Zeit genauere, automatische Gewebeanalysen in Echtzeit
erwarten. Der erfolgreiche Einsatz des Roboters, das heißt eine
wesentliche schnellere, präzisere und wegen kleinerer
Resektionsvolumen schonendere Operation, hängt heute
hauptsächlich von der Entwicklung neuer messtechnischer
Lösungen für die Navigation (Bild 5) und neuer, angepasster
Instrumente ab. Solange jedoch die Probleme der Navigation eines Roboters nicht
gelöst sind, finden auch keine ernsthaften Bemühungen statt,
angepasste Instrumente für den Roboter- oder Manipulatoreinsatz zu
entwickeln. Nur für den da Vinci steht beispielsweise mit
Endowrist heute ein speziell für einen Manipulatoreinsatz
angepasstes Instrument zur Verfügung (Bild 6). Die Potenziale
für den Robotereinsatz erscheinen heute ebenso gewaltig wie die
technischen Herausforderungen. Betriebssicherheit steht an erster StelleDie technischen Anforderungen für Robotersysteme und Manipulatoren
sind bei den heute favorisierten Anwendungsszenarien unterschiedlich,
so dass bei Robotern in der Regel auf Industrieroboter
zurückgegriffen und bei Manipulatoren neue Systeme entwickelt
wurden. Die notwendigen Funktionen und Leistungsparameter von
Robotersystemen im Operationssaal ähneln grundsätzlich denen
im industriellen Einsatz. Im ersten Schritt erfolgt ebenfalls eine Auslegung nach den
Anforderungen wie Arbeitsraum, Freiheitsgrade, Traglast, Steifigkeit
und Präzision. Unterschiede ergeben sich jedoch durch die jeweils
nationalen gesetzlichen Bestimmungen und bei den
Sicherheitsüberlegungen, weil die Auswirkungen einer Fehlfunktion
katastrophale Folgen haben können und der Roboter im
Operationssaal ohne trennende Schutzeinrichtungen betrieben werden
muss. Soweit die technischen Konzepte in die Öffentlichkeit
gelangten, wurden beispielsweise aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen
alle Robotersysteme im klinischen Einsatz mit redundanten
Positionsmesssystemen ausgestattet, um eine Fehlpositionierung
unbedingt zu vermeiden. Außerdem mussten gleichzeitig eine Selbsthemmung und eine
Beweglichkeit garantiert werden, um bei einem Systemausfall einerseits
ein unkontrolliertes Einsinken des Instruments in den Körper zu
vermeiden und andererseits das Instrument gefahrlos aus dem Patienten
entfernen zu können. Einhaltung der Hygiene ist einfach gelöstDie Einhaltung der hygienischen Anforderungen im Operationssaal wird
dagegen bei Robotern und Manipulatoren heute relativ einfach
gelöst: Vor Beginn des Eingriffs wird über das
Assistenzsystem eine Schutzfolie gestülpt, so dass ein Kontakt des
Roboters mit der sterilen Umgebung weitgehend vermieden wird. Bei
einfachen Manipulatoranwendungen handelt es sich in den meisten
Fällen um Varianten von Endoskophaltesystemen. Auch wenn sich Roboter für diese Aufgabe prinzipiell eignen
würden, sind diese Systeme für eine solche Aufgabe zu teuer,
zu groß und fordern einen zu hohen Installationsaufwand am
Operationstisch. Für diese Randbedingungen wurde eine Reihe von
verschiedenen Systemen entwickelt, von denen der Aesop am weitesten
verbreitet war. Arbeitsplätzen in Kernkraftwerken als VorbildGehen die Anforderungen an den Manipulator wie beim
Master-Slave-Konzept des da-Vinci-Systems über das quasi statische
Halten des Instruments hinaus, dann muss die manuelle Eingabe mit
gleicher Dynamik auf das Instrument übertragen werden. Die
Lösungsansätze dafür stammen von den Arbeitsplätzen
der Kernkraftwerke und basieren häufig auf Seilzugantrieben. Optimierungspotenzial von Assistenzsystemen ist großDie Entwicklung von Assistenzsystemen wird heute nicht durch die
Bewegungsvorrichtungen beschränkt. Allerdings gibt es noch ein
großes Optimierungspotenzial in Hinblick auf kompaktere Bauformen
bei gleichzeitig höherer Dynamik und höheren Traglasten.
Diesen spezifischen Anforderungen stehen geringe Stückzahlen im
Operationssaal gegenüber, so dass sich grundlegende
Neuentwicklungen wie der DLR-Leichtbauarm für industrielle
Anwendungen heute leider nur selten realisieren lassen. In einer Reihe von Forschungsprojekten, beispielsweise beim
Robin-System zum automatischen Fräsen der Implantatlager von
Hörgeräten (Bild 7), arbeiten heute HNO-Chirurgen und
Radiologen des Universitätsklinikums Tübingen eng mit
Ingenieuren des Fraunhofer IPA an neuen Closed-Loop-Lösungen
zusammen. Bei diesem System wird das Resektionsvolumen ständig
vermessen und für die Regelung des Abtragungsprozesses verwendet.
Theoretisch lassen sich bereits mit konventionellen Systemen die
Operationsdauer um ein Vielfaches verringern und die Präzision
entscheidend erhöhen. Multifunktionelle Instrumente auf dem VormarschSpeziell die Anwendungen in der MIC und Notes haben jedoch in den
letzten zwei Jahren auch zu neuen Konzepten für Assistenzsysteme
im Operationssaal geführt. An die Stelle der großen,
stationären Roboter- oder Manipulatorsysteme treten kleine, mit
der Hand gehaltene, multifunktionelle auf Manipulatorsysteme
gestützte Instrumente, mit denen Teilschritte, beispielsweise das
Nähen, automatisiert werden können. In den Laboren entstehen
zur Zeit die Konzepte für solche hybriden Instrumente, mit denen
die vorteilhaften Eigenschaften vom konventionellen Instrument und dem
Roboter oder Manipulator verbunden werden sollen. Die Impulse
dafür liefern die Schlüsseltechnologien aus der
Mikrosystemtechnik, Mikroelektronik und den Materialwissenschaften. Closed-Loop-System für die minimalinvasive LebertumorresektionEin Beispiel für ein solches Assistenzsystem ist die Entwicklung
von Whole’O’Hand (Holistic Glove Intervention System) der
drei Fraunhofer-Institute IPA, IIS und IGD. Bei diesem System werden
die Navigation mit einer dynamischen Registrierung, die auf Ultraschall
basierende Inline-Messtechnik und die auf Manipulatoren gestützten
Instrumentenwechselsysteme zu einem Closed-Loop-System für die
minimalinvasive Lebertumorresektion verbunden. Auf diese Weise sollen
im präklinischen Versuch Resektionslinien dynamisch aktualisiert
und die Manipulatoren für die Bewegungsführung mit Hilfe von
Active Constraints eingesetzt werden. Entwicklung von Assistenzsystemen der nächsten Generation kommt wieder in FahrtIn der Diagnostik ist die Entwicklung heute sogar noch ein Stück
weiter. Mit der Pill Cam schluckt der Patient an Stelle eines
Endoskopschlauchs eine Kamera mit Lichtquelle und Sender in Form einer
Pille. Beim Schlucken und Wandern durch den Verdauungstrakt werden in
bestimmten Intervallen Aufnahmen gemacht und an einen Empfänger am
Patienten übertragen. Diese elegante Weiterentwicklung der
klassischen Endoskopie ist bei den Ärzten nicht immer beliebt.
Diese müssen das stundenlange Videomaterial sorgfältig
auswerten, um nichts zu übersehen. Technische Ansätze
für die automatische Auswertung ergeben sich aus den
Bildverarbeitungsalgorithmen der Computer-assistierten Diagnose (CAD). Die Pille wird zum MikroroboterIn Zukunft könnte die Pille zu einem Mikroroboter erweitert
werden, in den noch weitere Sensoren für die Tumorvermessung
integriert werden und der sich zumindest fixieren, vielleicht sogar
selbstständig ausrichten kann. Das Problem erscheint dabei auf den
ersten Blick nicht einmal die Sensor- oder Antriebstechnik, sondern die
Fixierung von Objekten im Körper, ohne die umliegenden Organe zu
verletzen. Die Entwicklung von Assistenzsystemen ist trotz der technischen
Herausforderungen nicht am Ende. Im Gegenteil lässt sich
feststellen, dass sie mit den Erfahrungen der vergangenen Jahre und
neuen Konzepten für die nächste Generation an klinischen
Systemen wieder Schwung aufnimmt. Jan Stallkamp Dr.-Ing. Jan Stallkamp ist Leiter der Abteilung Produktions- und
Prozessautomatisierung des Fraunhofer-Instituts für
Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in 70569 Stuttgart. |
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