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Robotics & Automation Report, 13. Ausgabe 2010
Im Robotics & Automation Report, 13. Ausgabe 2010, lesen Sie folgende Artikel: |
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Planen Sie jetzt Ihren Besuch auf der AUTOMATICA 2010 Reisen Sie im Juni nach München und zurück
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Die Messe München GmbH bietet
Ihnen in Kooperation mit der Deutschen Bahn attraktive Sonderkonditionen zur
AUTOMATICA: z.B. schon ab 79 Euro für Hin- und Rückfahrt. MehrFür Flüge aus dem Ausland
bietet die Deutsche Lufthansa AG, offizieller Airline-Partner der Messe München
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Automatica 2010 Alle Key-Player der Branche sind vertreten
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Anja
H. Schneider: „Für uns bedeutet Green Automation den
ressourcenschonenden Umgang mit und durch
Automatisierungs- technologie.“ Bild: Kroh | Die
Automatica 2010 rückt langsam näher. Die
Automatisierungsbranche setzt große Erwartungen in die Messe, die
vom 8. bis 11. Juni 2010 in München stattfindet. Wir sprachen mit
der zuständigen Projektleiterin Anja Schneider über den
aktuellen Stand und die Kernthemen der Messe.
MM: Frau Schneider, die Automatica verzeichnet seit ihrer
Premiere im Jahr 2004 stetig wachsende Aussteller- und Besucherzahlen.
Wie sieht der aktuelle Anmeldestand knapp drei Monate vor Messebeginn
aus?
Schneider: Die Automatica 2010 steht insgesamt sehr gut da. Wir
haben versprochen, vier Hallen komplett zu füllen. Das sind 44000 m²
Brutto-Ausstellungsfläche. 2008 hatten wir insgesamt fünf Hallen, das
heißt: Ja, wir haben eine Halle weniger, das sind 20% weniger
Brutto-Ausstellungsfläche. Aber auf die Netto-Ausstellungsfläche
gerechnet wird das, was wir an Rückgang bei der Fläche zu verzeichnen
haben, sogar noch unter 20% liegen.
Wenn man sich anschaut, dass die Automatisierungs-Branche
insgesamt einen Einbruch von 35% im Jahr 2009 hatte, ist das, wie ich
glaube, ein sehr gutes Ergebnis. Aber was für die Messe noch
wichtiger ist: Alle Key-Player der Branche werden wieder auf der
Automatica sein. Egal ob ich im Bereich Robotik schaue, dort sind die
großen Player wie ABB, Fanuc, Kuka, Motoman, Reis Robotics wieder
mit dabei, dazu Anbieter wie Comau, Kawasaki, Hyundai oder Cloos. Im
Scara-Bereich ist die Palette vollständig. Auch im Bereich
Montage- und Handhabungstechnik in Halle A1 werden wir zur Automatica
2010 europaweit die größte Dichte an Sondermaschinenbauern
vorweisen können. |
Für die Sensorik konnten wir namhafte
Aussteller neu gewinnen. Ich möchte nur zwei Namen nennen: Sick
und Leuze Electronics, die sich erstmalig für die Automatica
entschieden haben. Oder nehmen Sie den Bereich Antriebstechnik, wo wir
SEW gewinnen konnten. Bei welchen Ausstellerzahlen wir in Summe liegen
werden, ist heute schwer zu sagen. Wir haben aktuell einen Stand von
über 540 Anmeldungen, aber täglich gehen weitere ein,
insbesondere von Gemeinschaftsausstellern. Wo wir dann letzten Endes
wirklich liegen werden, werden die nächsten Wochen zeigen. MM: Rechnen Sie noch damit, die Marke von 870 Ausstellern aus dem Jahr 2008 zu übertreffen? Schneider: Ehrlich gesagt halte ich das für unrealistisch. Ich möchte
keine genaue Prognose abgeben. Aber wir haben eine Halle weniger und
eine Flächenreduktion von 20%. Von ähnlichen
Größenordnungen gehen wir bei den Ausstellerzahlen aus. MM: In Sachen Internationalität hat die Automatica noch
Nachholbedarf. Wie sind Ihre Erwartungen hinsichtlich der
Auslandsbeteiligung? Schneider: Erst mal darf ich anmerken, dass ich das Wort
„Nachholbedarf“ nicht so ganz passend finde. Jeder, der ein
internationales Geschäft aufsetzt und erfolgreich führen
möchte, weiß, wie zeit- und ressourcenintensiv die
konsequente Internationalisierung ist. Wir haben von Anfang an alle
Hebel in Bewegung gesetzt. Dennoch war zu beobachten, dass sich das
Ausland bei der ersten und zweiten Veranstaltung insgesamt noch
zurückgehalten hat. Man wollte offenbar zunächst beobachten,
wie sich die Automatica, die ja in einem scharfen Wettbewerbsumfeld
steht, am deutschen Markt etablieren wird. Wir konnten zeigen, dass wir
dort hervorragend positioniert sind. So wird es uns 2010 das erste Mal
gelingen, einen von UBI France geförderten
Frankreich-Gemeinschaftsstand auf die Beine zu stellen. Jeder, der
Frankreich kennt, weiß, wie schwer es ist, Franzosen davon zu
überzeugen, eine Reise nach Deutschland anzutreten, wo nicht
unbedingt Französisch gesprochen wird. Neben diesem
Gemeinschaftsstand haben wir auch französische Direkt-Aussteller,
die sich erstmalig präsentieren. Wir werden in diesem Jahr wieder
einen Gemeinschaftsstand aus Italien haben. Wir arbeiten an einem
Gemeinschaftsstand aus der Türkei. Ein weiterer Fakt ist sehr
ermutigend für uns: Wir haben mehr denn je auch direkte Aussteller
aus dem Ausland – sei es aus Vietnam, wo wir erstmalig einen
Roboterhersteller namens Tosy begrüßen dürfen, sei es
Korea mit Hyundai, seien es Anmeldungen aus den Niederlanden oder
Polen. Sie sehen also, dass wir einen ganzen Schritt weiter
vorangekommen sind. Denn gerade in Krisenzeiten besteht für
Unternehmen die Chance, Marktanteile zu gewinnen. MM: Welche Ziele haben Sie sich auf der Besucherseite gesetzt? Schneider: Nun, die Aufgabenstellung ist sehr klar. Wir wollen mehr Besucher aus
mehr Ländern und weiteren Branchen ansprechen. Ich bin fest davon
überzeugt, dass auch gerade in diesen Zeiten Technologien wie
Robotik und Automation für produzierende Unternehmen wichtiger
sind denn je, um im globalen Wettbewerbsumfeld zu bestehen. Ich denke,
es ist eine der Stärken der Automatica, dass sie sich als
Technologieplattform an alle produzierenden Wirtschaftszweige wendet.
Bezogen auf die diesjährige Messe bedeutet das: Wir hoffen, dass
wir wieder bei einem Auslandsanteil von über 25% liegen werden und
insgesamt rund 30000 Fachbesucher begrüßen dürfen. MM: Für die Robotik ist die Automatica sicherlich die internationale
Leitmesse. Wie wollen Sie die Bereiche Montage- und Handhabungstechnik
sowie Bildverarbeitung stärken und vermeiden, dass die Messe nur
als Robotershow wahrgenommen wird? Schneider: Es ist natürlich richtig, dass die Automatica allein im Bereich
Robotik das weltweit größte Angebot hat. Trotzdem
heißt unsere Messe zu Recht Automatica - und nicht
„Robotica“. Der Roboter braucht eine intelligente
Peripherie, um Lösungen für produktionstechnische
Herausforderungen zu bieten. Dazu gehören z.B. Greifer, die
Zuführtechnik, Industrielle Bildverarbeitung, kurz: alle Bereiche,
die auf der Automatica ebenso dargestellt werden. Davon abgesehen gibt
es auch Automatisierungslösungen ohne Roboter. Dies bestätigt
ein Blick auf den Geländeplan. Rund zwei Hallen, und damit noch
mehr als der Robotik-Bereich, wird von den Montage- und
Handhabungstechnologien belegt. Noch ein Beispiel: Für die
Bildverarbeitung - einer sehr erklärungsbedürftigen
Technologie – werden wir auf der Automatica 2010
zusätzlich zum Ausstellungsangebot erstmals kostenfreie
Technologie-Seminare anbieten. In den Workshops soll dem Besucher die
industrielle Bildverarbeitung in Schnittstelle mit Sensorik,
Thermografie und Software noch besser vermittelt werden. MM: Welche Rolle spielt das Thema Servicerobotik auf der Automatica? Schneider: Wir sehen, dass die Servicerobotik ein wachsender Markt ist, den wir
auch gerne begleiten. Wenn ich von Servicerobotik spreche, meine ich
die professionelle Servicerobotik. Zusammen mit dem Fraunhofer -IPA
werden wir die „Innovationsplattform Servicerobotik“
anbieten. Auf diesem Gemeinschaftsstand werden sich internationale
Servicerobotik-Anbieter präsentieren. Mit Live-Demonstrationen und
virtuellen Szenarien werden spannende Highlights und neueste
Entwicklungen der Servicerobotik gezeigt. Die Bandbreite reicht vom
Gebrauch in privaten Haushalten bis hin zum industriellen Einsatz:
Gezeigt werden aktuelle Entwicklungen zur Haushaltsassistenz-Robotik,
neue Serviceroboter zur Versorgung Bedürftiger im privaten Umfeld,
wie z.B. „Essen ans Bett“ bis hin zu teleoperierten
Wartungsrobotern. MM: Green Automation soll ein wichtiges Thema auf der diesjährigen
Automatica sein. Der Begriff „Green Automation“ klingt toll
und passt in die Zeit. Doch was hat man sich als Messebesucher konkret
darunter vorzustellen? Schneider: Green Automation – ja der Begriff klingt gut. Wir haben ihn
aber mit einer sehr präzisen Definition hinterlegt. Denn bei aller
Begeisterung, die wir als Reaktion auf diese Initiative Green
Automation erfahren, die die Automatica gemeinsam mit dem
VDMA-Fachverband Robotik & Automation sowie dem Fraunhofer-IPA ins
Leben gerufen hat, sehe ich eigentlich die größte
Herausforderung von Green Automation in einer klaren
Begriffsdefinition. Für uns bedeutet Green Automation den
ressourcenschonenden Umgang mit und durch Automatisierungstechnologie.
Darunter ist zweierlei zu verstehen: Einmal wird die Robotik bzw.
Automatisierungstechnik selbst als Verbraucher von Ressourcen und
Energie betrachtet. Es geht also um dieen Ressourcenschonung in der
Automatisierung selbst. Nehmen wir mal das Beispiel Robotik: Dort gibt
es mittlerweile Konzepte zur Energierückgewinnung oder Konzepte,
die Bewegung der Roboter zu verlangsamen, um so Energie einzusparen. Nun zum zweiten Aspekt von Green Automation, nämlich der
Ressourcenschonung durch den Einsatz von Automatisierungstechnik. Das
hat fast schon eine politische Dimension und steht für die
Überzeugung der Robotik- und Automatisierungsbranche, einen
Beitrag zu einer künftigen grünen Welt leisten zu
können. Anders gesagt, die ganzen Visionen von grünem Strom
aus der Wüste, von E-Mobility oder von Leichtbau – sie alle
wären wirtschaftlich nicht durchführbar ohne den Einsatz von
Robotik und Automation. Das ist ein weiterer Aspekt, den wir mit
unserer Kampagne Green Automation beleuchten wollen. Wir werden unsere
Aussteller systematisch in die Kampagne involvieren und neben den
vielen dezentralen Antworten der Aussteller auch mit ein paar zentralen
Antworten den Besuchern verdeutlichen, worum es uns geht. Ich
möchte in diesem Zusammenhang ein Exponat des Fraunhofer-IPA
erwähnen, einen mobilen Seilroboter, der für die Montage und
Wartung von Solarkollektoren in wüstenähnlichen Regionen
eingesetzt werden kann. MM: Die Automatica ist eine Kooperation mit der Faserverbundmesse
„JEC Composites Show“ sowie der Society for the Advancement
of Material and Process Engineering (SAMPE) eingegangen. Wie wird sich
das im Rahmen der diesjährigen Automatica niederschlagen? Schneider: Diese Kooperation wird sich auf der Automatica 2010 in zwei
Bausteinen realisieren. Zum einen in einem eigenen Ausstellungsbereich,
der mit „Composites City by JEC“ überschrieben ist.
Dieser Ausstellungsbereich beleuchtet, wie Faserverbundtechnologie
Impulse geben kann für den Bereich Maschinen- und Anlagenbau.
Nehmen wir einmal das Beispiel von Herstellern, die Roboterachsen oder
komplette Roboter aus Carbon-Composite-Werkstoffen fertigen.
Faserverbundwerkstoffe bieten ganz andere Dynamiken als
herkömmliche Materialien, ganz andere Einsatzmöglichkeiten in
den unterschiedlichsten Branchen. Noch schränken die hohen
Materialkosten den Einsatz dieser Werkstoffe ein. In dem Moment aber,
wo die Faserverbundwerkstoffe preisgünstiger werden, wird sich das
Einsatzspektrum sicher deutlich erweitern. Hier erwartet sich die
Branche umgekehrt deutliche Impulse von der Robotik und Automation. Die
Idee ist, dass man Verbundwerkstoffe durch Roboter herstellen kann. So
ist es denkbar, dass man im Bereich Faserverbundtechnologie von
Automatisierungslösungen, wie sie in der Textilbranche bereits
umgesetzt werden, lernen kann. Zweiter Baustein im Bereich der Kooperation ist ein Kongress, den die
SAMPE im Rahmen der Automatica 2010 organisiert. Er findet am Mittwoch
und Donnerstag auf dem Messegelände in unmittelbarer
Hallennähe statt und wird sich dem Thema „Automatisierung in
der Faserverbundtechnologie“ widmen. Wir erwarten rund 130
Kongressteilnehmer. Es konnten hervorragende Keynote-Speaker gewonnen
werden. MM: Parallel zur Automatica findet in der Messe München die
Solartechnikmesse Intersolar statt. Welche Wechselwirkungen gibt es
zwischen beiden Veranstaltungen? Schneider: Grundsätzlich sehr spannende. Zum einen stehen hinter der
großserienfähigen Produktion von Solarmodulen und
Photovoltaik natürlich Robotik und Automation. Und so wissen
wir, dass vor allem die Aussteller der Intersolar ein
hochkarätiges Zielpublikum für die Automatica sind. Wir
freuen uns, dass wir unsere Aussteller mit den Anwendern aus der
Photovoltaik-Industrie zusammenbringen können. Der
Automatica-Besucher wird mit einem Messeticket beide Fachmessen
besuchen. Die Verzahnung geht aber noch weiter. Beispielsweise werden
Automatica-Aussteller, die Kompetenzen im Solarbereich haben, auch im
Intersolar-Katalog aufgeführt. So ziehen wir auch bei der
Besucherwerbung an einem Strang. Das Interview führten die MM-Redakteure Rüdiger Kroh und Jürgen Schreier. Interview mit Projektleiterin Anja Schneider
Wir wollen mehr Besucher aus mehr Ländern und weiteren Branchen ansprechen Nach einem schwierigen Jahr 2009, das geprägt war
von einer wetweiten Wirtschaftskrise, setzt die
Automatisierungsbranche große Erwartungen in
die Automatica 2010. Diese zeigt vom 8. bis 11.
Juni die ganze Welt der Autiomation und
Mechatronik..Die zuständige Projektleiterin Anja
Schneider gibt im Gespräch mit MM-Publisher Ken
Fouhy Auskunft über den aktuellen Stand und die Kernthemen der
Messe. Interview mit Projektleiterin Anja Schneider
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Anlagensicherheit Kamera sichert Bedienautomaten barrierefrei aus der Ecke ab
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Mit
dem Kamerasystem für Work Stations lassen sich Halbautomaten und
andere bediente Arbeitsstationen barrierefrei absichern: Die
berührungslos wirkende Schutz- einrichtung wird in den Ecken des
Profilrahmens installiert. Bild: Sick | Ein
Kamerasystem wirkt als berührungslose Schutzeinrichtung und
überwacht den Handlingbereich von Dosier- und Klebetechnikanlagen,
wenn der Bediener in den Prozess eingreifen muss. Es wird barrierefrei
in den Ecken des Stahl- oder Nutenprofil-Rahmens einer Anlage
angebracht.
Für automatische und halbautomatische Test-,
Prüf-, Bearbeitungs- und Montageautomaten, in die Personen
während des Prozesses oder im Rahmen einer Notstrategie eingreifen
müssen, wird eine Absicherung nach Sicherheitskategorie 3
beziehungsweise Performance Level (PL) d nach ISO 13849 oder SIL 2 nach
IEC 61508 gefordert.
Für diese Anwendungen hat der
Sensorhersteller Sick das Kamerasystem V300 WS (Bild 1) entwickelt, das
ein neuartiges Konzept einer berührungslos wirkenden
Schutzeinrichtung darstellt: Sender und Empfänger des Sensors sind
in einem einzigen Gerät integriert. Aus Mangel an Alternativen
mussten bislang für solche Applikationen Lichtvorhänge der
nächsthöheren Sicherheitseinstufungen (Kat 4, PL e, SIL 3)
verwendet werden.
Im Einsatz ist das 1-Gehäuse-Konzept mit integriertem
Bildverarbeitungssensor beispielsweise bei der Do-Bo-Tech AG (Dosing
& Bonding Technologies) in Schechen, Systemlieferant für
Komplettlösungen der Dosier-, Klebe- und Dichtungstechnik. Zu den
Kunden zählen fast alle namhaften Automobilkonzerne sowie
Zulieferunternehmen von Lenk- und Getriebesystemen, aber auch
Hersteller von Solartechnik oder von Lichtsystemen für den
kommunalen und industriellen Einsatz. | Kamerasensor stieß bei Technikern auf großes Interesse
Ausgangspunkt eines Projektes ist in der Regel, dass
Feststoffdichtungen durch Klebedichtungen ersetzt werden sollen oder
dass vorhandene Klebelösungen auf neue Werkstoffe oder Prozesse zu
adaptieren sind. Das Unternehmen entwickelt anhand von Prototypen
zunächst die ideale Klebelösung, zum Beispiel mit einem
minimierten Reibbeiwert als Klebe- und Dichtmittel bei der Montage von
Magnesiumkomponenten. Danach folgt die prozessgerechte Umsetzung in
geeignete Auftragsysteme einschließlich der förder-,
handhabungs- und steuerungstechnischen Einbindung in die Anlage des
Endkunden. Dadurch hat der Maschinenbauer beziehungsweise der Endanwender für
alle Bereiche, das heißt für die Kleberspezifikation,
für Planung und Engineering der Auftragslösung, für den
Maschinenbau, die Integration und Inbetriebnahme, nur einen
Ansprechpartner. Qualität und Schnittstellenminimierung sind damit
auch in der Sicherheitstechnik die Richtschnur der Systemauswahl. Als
Sick, langjähriger Lieferant von Sicherheits-Lichtgittern, dem
Unternehmen den Kamerasensor vorstellte, stieß das Gerät bei
Technikern wie Einkäufern auf großes Interesse. Neue Schutzeinrichtung basiert auf BildverarbeitungEs handelt sich dabei um eine auf Bildverarbeitung basierende,
berührungslos wirkende Schutzeinrichtung. Sender und
Empfänger des Sensors sind in einem einzigen Gehäuse
integriert – ebenso die Zusatzfunktionen Reset und EDM
(Electronic Device Monitoring zur Schutzkontrolle). Die kompakte,
dreieckige Bauform ermöglicht die Montage mit nur zwei Schrauben
im Eckbereich eines Stahl- oder Nutenprofil-Rahmens einer
Arbeitsstation (Bild 2), also an einer Stelle, an der der Sensor
weitgehend vor Stößen oder Dejustagen geschützt ist.
Auf den gegenüberliegenden Seiten des Installationsortes wird ein
Reflektorband angebracht (Bild 3). Das Kamerasystem hat eine große Apertur, erkennt mit seinem
Blickwinkel von 110° automatisch die gesamte Länge und Breite
der Reflektorfläche und richtet das 20-mm-auflösende
Überwachungsfeld danach aus. So werden nicht überwachte
Bereiche minimiert, auf die Verwendung zusätzlicher
Schutzmaßnahmen wie mechanische Blenden kann verzichtet werden.
Ist dennoch eine vollkommen blindzonenfreie Überwachung
erforderlich, kann das Gerät direkt auf den Maschinenrahmen
montiert werden. Bei der Installation genügt das Augenmaß Bei der Installation musste man sich bei Do-Bo-Tech erst einmal von den
Gewohnheiten der Lichtgitter-Montage lösen: Sender und
Empfänger müssen nicht mehr präzise in einer optischen
Achse zueinander ausgerichtet werden, denn das Reflektorband wird vom
Kamerasensor in einem Bereich von bis zu ±12 cm zur optischen
Achse erkannt. So genügt bei der Installation das Augenmaß. Das
zeitaufwendige Ausrichten von Sender und Empfänger bei der
Erstinstallation oder Neujustage entfällt völlig. Werden
Dosier- oder Kleberauftragsstationen mit unterschiedlich großen
Eingriffsfenstern konstruiert oder müssen deren Maße
aufgrund von Randbedingungen am Aufstellungsort modifiziert werden, ist
das Kamerasystem per Knopfdruck darauf einstellbar. Kamerasystem mit Synchronisationseingang für Doppelmontage-Variante ausgestattetWas das Kamerasystem für das Unternehmen ebenfalls interessant
macht, ist die Möglichkeit, ein und denselben Sensor für alle
Öffnungen mit Höhen bis 1 m, einer Diagonal-Reichweite bis
1,41 m und einem maximalen Seitenverhältnis von 2:1,
beispielsweise 400 mm hoch und 800 mm breit, einzusetzen. Für den
Einkauf und die Lagerhaltung ist das ideal: Es wird nur ein Gerät
bestellt und nur eine Materialnummer verwaltet. Höhen- und
auflösungsindividuelle Geräteversionen gibt es nicht. Sowohl
bei der Erstmontage wie auch bei Nachrüstungen werden
Typenverwechselungen vermieden. Gilt es, größere Felder zu überwachen, können zwei
identische Systeme nebeneinander eingesetzt und so die maximale
Fenstergröße verdoppelt werden. Mit dem für die
Doppelmontage-Variante erforderlichen Synchronisationseingang ist das
Kamerasystem bereits ausgestattet. Weil sich Sender und Empfänger
im selben Gehäuse befinden, muss zudem nur noch ein einheitliches
Anschlusskabel beschafft, vorgehalten und installiert werden. Eine der ersten Anwendungen des Systems bei Do-Bo-Tech war die
Absicherung automatischer Inline-Systeme für den Auftrag von
Kleberaupen auf Aluminium-Motorblöcke. Dabei handelt es sich um
CNC-gesteuerte Inline-Systeme, die Silikonraupen lückenlos dosiert
und positioniert aufbringen. Je nach Produktionsstückzahl
einzelner Motorentypen liegen die Taktraten der Maschinen bei nur etwa
20 Sekunden; daher müssen für die automatischen Anlagen
entsprechende Notstrategien in Form einer Handarbeitslösung
vorgesehen sein. Erfolgt der Auftrag nicht einwandfrei, muss ein Maschinenbediener die
Silikonraupe mit einer Klebepistole per Hand auftragen, wobei er
zwangsläufig in den gefahrbringenden Bereich der Auftragstation
eingreift. Das Kamerasystem erkennt die Hand des Maschinenbedieners und
stellt sicher, dass die im Notbetrieb abgeschaltete CNC-Dosierachse
nicht plötzlich anfährt, während der Mitarbeiter mit
seiner Klebepistole am Motorblock arbeitet. Kamerasystem lernt bei Inbetriebnahme Reflektivitätsgrad des ReflektorbandesBei diesen Anlagen ist das Kamerasystem in der rechten oberen Ecke des
Maschinenrahmens montiert, es kann aber auch in einer unteren Ecke
platziert werden – also immer da, wo der Sensor den Bediener am
wenigsten stört oder das Reflektorband der geringsten Gefahr einer
Verschmutzung ausgesetzt ist. Für den Fall, dass das Reflektorband
beschädigt wird oder durch Klebstoffreste verschmutzt sein sollte,
stehen Prüfroutinen zur Verfügung, die eine schnelle
Fehlerbehebung sicherstellen. Um eine höchstmögliche Sicherheit und Verfügbarkeit zu
gewährleisten, muss dem Kamerasystem bei der Inbetriebnahme
außer der Positionserkennung des Reflektorbandes auch
gleichzeitig dessen Reflektivitätsgrad eingelernt werden. Im
Betrieb überwacht das Kamerasystem permanent das Reflektorband und
erkennt durch abgeschwächte oder fehlende Reflexionen starke
Verschmutzungen und größere Lücken, wie beispielsweise
zerstörte Reflektorbereiche oder auf dem Band abgelegte
Gegenstände. Wird eine Störung gemeldet, kann diese über die
Diagnose-Anzeige geortet werden, denn jede der vier Anzeigen
überwacht ein anderes Segment innerhalb des 110°-Blickwinkels.
Störungen durch Verschmutzungen lassen sich durch Abwischen des
Reflektorbandes beseitigen, bei Beschädigungen wird das Band
einfach und schnell ausgetauscht. In jedem Fall wird die
Stillstandszeit der Arbeitsstation minimiert, weil die
Störungsbehebung innerhalb kürzester Zeit und ohne
Expertenwissen möglich ist. Die Applikationsmöglichkeiten an den unterschiedlich
dimensionierten Dosier- und Klebesystemen zeigen, wie das Optik- und
Sensorkonzept neue Möglichkeiten zur Installation und Integration
von Sicherheits- in Maschinentechnik eröffnet. Die Eck-Lösung
steht aber nicht nur für die von Lichtvorhängen nicht
abgedeckten Sicherheitskategorien 3 beziehungsweise PL d und SIL 2 zur
Verfügung; sie ist auch als V200 WS für Anwendungen
lieferbar, in denen Kategorie 2 beziehungsweise PL c und SIL 1
ausreichen. Barrierefreie Überwachungslösungen für verschiedene SchutzfeldgrößenFür beide Kamerasensoren gilt, dass Anwender, bedingt durch das
System-, Montage und Anschlusskonzept bedienfreundliche und
barrierefreie Überwachungslösungen bei verschiedenen
Schutzfeldgrößen realisieren können. So profitiert auch
das Bestellwesen und die Lagerhaltung von der neuartigen
Absicherungslösung. Zudem ist das Kamerasystem jetzt auch in der
Version V300 WS Extended mit erweiterten Leistungsmerkmalen
erhältlich. Das Reflektorband wird vom Kamerasensor in einem Bereich von bis zu
±24 cm zur optischen Achse erkannt. Auch eignet sich das System
jetzt für Schutzfeldhöhen beziehungsweise -längen bis
1,5 m und für Diagonalen bis 2,12 m. Dipl.-Ing. (FH) Lars Schmitt ist Verkaufsaußendienst-Mitarbeiter der Sick Vertriebs-GmbH in 40549 Düsseldorf. |
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Automobilmontage Automatisiertes Verlegen von Flachleitern reduziert Fahrzeuggewicht
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Überblick über die Fertigungszelle am Lehrstuhl FAPS zur Türmodulmontage. Bild: Deprag | Leichtbau ist Trumpf in der Automobilkonstruktion. Ein beachtliches
Gewicht bringen allerdings nach wie vor die Bordnetzsysteme auf die
Waage, die angesichts wachsender Ansprüche an Funktion und Komfort
immer komplexer werden. Der Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und
Produktionssystematik (FAPS) der Universität Erlangen-Nürnberg hat
deshalb eine gewichtssparende Automatisierungslösung erarbeitet, bei
der Schraub- und Steuerungstechnik von Deprag Schulz zum Einsatz kommt.
Im Automobilbau stehen die Weichen auf Veränderung. Politik und
Verbraucher fordern im Kampf gegen den Klimawandel Autos, die wenig
Kraftstoff verbrauchen und damit deutlich weniger CO2 ausstoßen. Neben
der Forschung nach überzeugenden Antriebsalternativen zum herkömmlichen
Verbrennungsmotor steht die Suche nach Einsparpotenzialen im Fokus. Ein
Ansatz in dieser Hinsicht ist die Minderung des Fahrzeuggewichts. | Beim Kabelbaum stieß die Automatisierung bisher an ihre GrenzenDer Großteil der beliebtesten Ausstattungsmerkmale eines
Neufahrzeugs beruht heute auf Funktionen, die mit Hilfe der Elektronik
realisiert werden. Doch treiben die dazu erforderlichen Bordnetzsysteme
Gewicht und Kosten der Fahrzeuge in die Höhe. Das Gewicht deshalb,
weil die konventionellen Kabelbäume an Masse und Volumen immer
mehr zugenommen haben. Kosten, weil bei der Konfektionierung und
Montage eine Automatisierung auf der Grundlage bestehender Technologien
praktisch nicht möglich ist. Ausgehend von der Überlegung, dass die Verlegung flexibler
Flachleiterkabel anstelle des herkömmlichen Kabelbaums Kosten und
Gewicht der Fahrzeuge reduzieren könnte, begannen Wissenschaftler
des Lehrstuhls für Fertigungsautomatisierung und
Produktionssystematik (FAPS) der Friedrich-Alexander-Universität
Erlangen-Nürnberg ihre Forschungsarbeiten: Sie untersuchten die
automatisierte Handhabung und Montage von flexiblen Flachleiterkabeln
und entwickelten einen entsprechenden Anlagenprototyp. FAPS-Forschungsanlage verlegt robotergeführt mehradrige FlachleiterkabelDie FAPS-Forschungsanlage macht es möglich, mehradrige
Flachleiterkabel auf dreidimensionalen, flächigen Modulen (einer
Fahrzeugtür beispielsweise) robotergeführt zu verlegen und
mittels der Verfahren Schmelzkleberauftrag oder
Laserstrahlschweißen zu fügen. Im Mittelpunkt der Forschung
stand die Verbindung der Kabel mit Funktionselementen, da die
Stränge nach der Verlegung ja nur noch von einer Seite
zugänglich sind. Deshalb musste eine neue
Kontaktierungstechnologie entwickelt werden. Diese sollte
automatisierbar sein und den zusätzlichen Prozessschritt des
Abisolierens überflüssig machen. Die mittlerweile zum Patent
angemeldete Federklammer-Direktkontaktierung ist der Erfolg dieser
Entwicklungsarbeit. Bei diesem Konzept wird das zu kontaktierende Flachleiterkabel
zunächst über einen kleinen „Kontaktberg“
verlegt. Während der linearen Zustellbewegung des zu
kontaktierenden Funktionselements durchtrennen die Schneiden der beiden
Kontaktbeine einer Federklammer die Isolationsschicht des
Flachleiterkabels, gleiten auf dem Kupferleiter ab und schieben sich
dabei unter die Isolation. Nun muss bis zur endgültigen Verschraubung des Funktionselements
(zum Beispiel eines Lautsprechers) mit dem Funktionsträger
(Türmodul) eine Niederhaltekraft aufgebracht werden, die der
Federkraft der Federklammern entgegenwirkt. Nach der Verschraubung ist
dann die gewünschte kraftschlüssige und redundante
elektrische Verbindung zwischen Flachleiterkabel und Funktionselement
erreicht. Zwei Industrieroboter führen Federklammer-Direktkontaktierung ausDie Umsetzbarkeit der Federklammer-Direktkontaktierung wird am
FAPS-Lehrstuhl in verschiedenen Montagezellen demonstriert und
evaluiert. So werden dort unter anderem die automatisierte
Flachleiterverlegung, die Flachleiterkontaktierung sowie die
vollständige automatisierte Montage von Pkw-Modulen, die
Flachleiterkomponenten enthalten, untersucht. In einer der Fertigungszellen wenden zwei Roboter die
Federklammer-Direktkontaktierung exemplarisch an, um Flachleiter und
elektrische Systeme – im konkreten Fall einen Lautsprecher
– in einer Fahrzeugtür zu montieren. Zwei Linearroboter des
Typs RL16 von Reis Robotics sind so angeordnet, dass zwischen ihnen ein
gemeinsamer Arbeitsraum entsteht. Um die durch Linearroboter gegebenen
Freiheitsgrade zu erweitern, ist das Werkstück auf einem Hexapod
angebracht, der zusätzliche Positionsveränderungen
ermöglicht. Der zelleninterne Materialfluss wird über ein
Doppelbandgurtsystem abgewickelt. Komplexes Schraubsystem und Greifer kontaktieren LautsprecherDen Robotern stehen über die in der Montagezelle enthaltenen
Greiferbahnhöfe verschiedenste Werkzeuge zur Verfügung.
Für die elektrische Kontaktierung des Lautsprechers mit dem in der
Fahrzeugtür verlegten Flachleiterkabel sind ein komplexes
Schraubsystem mit Schraubenzuführung sowie ein spezieller
Kontaktierungsgreifer im Einsatz. Während der Greifer von den Wissenschaftlern des Lehrstuhls
für diese Aufgabe eigens entwickelt wurde, setzte das Team um
Dipl.-Informatiker Markus Michl bei Schraubwerkzeug,
Schraubenzuführung und Schraubsteuerungstechnik auf die Kompetenz
des Amberger Schraub- und Automatisierungsspezialisten Deprag Schulz. Geringes Gewicht prädestiniert Minimat-E-Schrauber für den RobotereinsatzDie Hauptkomponente des Schraubsystems besteht aus einem Schrauber des
Typs Minimat-E 320E27-0042 mit einem für den Anwendungsfall
geeigneten Drehmomentbereich von 0,7 bis 4,2 Nm. „Aufgrund seiner
minimalen Baugröße und des geringen Gewichts erweist sich
dieses Gerät als bestens geeignet für ein Schraubwerkzeug am
Endeffektor des Roboters“, erläutert Projektleiter Markus
Michl. Um dem Minimat-E-EC-Schrauber die vier für den Lautsprecher
benötigten Schrauben M4 x 12 mm automatisch zuzuführen,
benutzt die FAPS für ihre Anlage ein Schraubenzuführsystem,
das bei Deprag Schulz in Standardausführung erhältlich ist.
Basierend auf der Vibrationswendelfördertechnik zeichnet sich das
Schraubenzuführsystem durch hohe Förderleistung aus. Es
besteht aus einem Schwingförderer, einem
Einfachwendelfördertopf und einer Vereinzelung. Die Schrauben
werden automatisch vor jedem Schraubvorgang über einen
Zuführschlauch zugeschossen. Die Schraube wird über das
Mundstück und die Schnabelhülse ideal geführt und zum
Verschrauben lagegenau bereitgestellt. Der Roboter positioniert das Paket Schrauber, Mundstück und
Schnabelhülse an der Schraubstelle in Schraubposition. Mit Hilfe
einer Lineareinheit fährt der Schrauber nach unten – seine
Klinge taucht durch Mundstück und Schnabelhülse hindurch
– auf den Schraubenkopf. Nach dem Startsignal durch die
übergeordnete Steuerung wird nun die über den
Zuführschlauch eingeschossene Schraube eingedreht. Befestigung der Schrauben erfolgt in zweistufigem ProzessDie Schrauben werden in einem zweistufigen Prozess befestigt: Zuerst
wird die Schraube mit einer langsamen Drehzahl eingefädelt und im
Anschluss daran auf vorgegebenes Drehmoment (minimal 1,2 Nm, maximal
1,8 Nm) angezogen. Beim erreichten Drehmoment schaltet der Schrauber
automatisch ab. Die Schraube sitzt sicher – immer mit dem
gleichen Drehmoment – mit einer maximalen Standardabweichung von
3% im Bauteil. Innerhalb 1,3 Sekunden ist die Schraube eingedreht.
Dieser Einschraubprozess wird von der Deprag-Schraubsteuerung AST10
überwacht, die in den steuerungstechnischen Aufbau der
Montagezelle integriert ist. Bernd März, Leiter des Deprag-Entwicklungszentrums Mechatronik,
beschreibt die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der
Schraubsteuerung: „Unsere AST10-Ablaufsteuerung findet sowohl in
vollautomatisierten Montageanlagen als auch an Handarbeitsplätzen
ihren Einsatz.“ Sie dient dort als Schraubsteuerung für
bürstenlose EC-Motoren, zur standortunabhängigen Bedienung
und Überwachung von Schraubprozessen, zur zentralen Datenerfassung
und Datenbereitstellung, zum Datenabgleich mit externen Datenbanken und
zum weltweiten Zugriff auf Prozessdaten. Die Vorteile liegen in der
hohen Präzision, der durchdachten Softwareergonomie, der
http-Schnittstelle und dem integrierten Webserver. Einfache Integration der AST10-SchraubsteuerungProjektleiter Markus Michl hat sich für die AST10 als
Schraubsteuerung entscheiden, „weil uns die einfache Integration
in unser Steuersystem überzeugt hat“. Zentrale
Steuerungskomponente der prototypischen FAPS-Montageanlage ist ein PC,
der über verschiedene Schnittstellen an die einzelnen
Gerätesteuerungen – wie auch die AST10 – gekoppelt ist
und diese bedarfsgerecht ansteuern kann. Über Ethernet ist eine
Verbindung des Steuerrechners mit den beiden Maschinensteuerungen der
Industrieroboter gewährleistet, denen über Datenpakete im
XML-Format Fahranweisungen von extern vorgegeben werden können. Ebenso besteht eine Ethernet-basierte Kommunikationsverbindung zum
Hexapod. Über USB-Schnittstellen sind außerdem zwei
IO-Warrior (Microcontroller zur Prozessüberwachung) angeschlossen,
die SPS-typische Aufgaben, wie das Setzen und Lesen von digitalen Ein-
und Ausgängen, erlauben. Über die IO-Warrior sind Aktoren
(Magnetventile zur Druckluftsteuerung) und Sensoren (Kontrolle des
Schraubenzuschusses, Erkennung der Zustellposition der Lineareinheit)
zur Koordinierung der Arbeit des Vibrationswendelförderers sowie
der Zuführkomponenten mit dem Steuerrechner verbunden. Schraubensteuerung AST10 über PLC-Port mit IO-Warrior vernetztDie Schraubensteuerung AST10 wurde über ihren PLC-Port mit dem
IO-Warrior vernetzt. Über diese Kommunikationsschnittstelle wird
der Steuerung die Auswahl des Schraubprogramms mitgeteilt, die
Startfreigabe zur Verschraubung gegeben sowie Rückmeldungen
seitens der Schraubsteuerung (System IO/NIO, Verschraubung IO/NIO)
empfangen. Darüber hinaus bestehen serielle und
Ethernet-Verbindungen zur Schraubsteuerung, um im Rahmen der
Prozessüberwachung detaillierte Informationen über den
Verlauf des Schraubvorgangs zu erhalten. Über die serielle Verbindung werden Datenstrings übermittelt,
die beispielsweise Informationen über Endanzugsmomente der
Schrauben oder Fehlercodes enthalten. Der Inhalt dieser Datenstrings
kann vorab über das webbasierte Konfigurationsinterface der
AST10-Steuerung konfiguriert werden. Über einen http-Request kann
zur Prozessanalyse und Dokumentation eine detaillierte
Datenaufzeichnung des Schraubvorgangs abgerufen werden. Somit stehen
beispielsweise Drehmoment, Drehwinkelverlauf und Nummer der
Schraubphase im Takt von wenigen Millisekunden zur Analyse im
Fehlerfall und damit zur Prozesskontrolle zur Verfügung. Bediener muss keine Ablaufprogramme mehr erstellenMit diesen datentechnischen Verknüpfungen sind für
Projektleiter Michl optimale Voraussetzungen für eine
bedienerfreundliche zentrale Koordinierung der gesamten Montagezelle
geschaffen. Um diese für den Nutzer so einfach wie möglich zu
machen, werden elementare Funktionen wie Roboter- oder
Hexapodbewegungen, die Zuführung von Schrauben oder die
Ausführung von Schraubprogrammen in einer Ablaufsteuerung
zusammengefasst, die in der objektorientierten Scriptsprache Python
implementiert ist. Das entlastet den Bediener enorm, denn die zeitaufwendige und
fehleranfällige Erstellung von Ablaufprogrammen entfällt. Die
Aufgabe des Bedieners besteht lediglich darin, in einem vorgegebenen
Datenformat Arbeitsanweisungen an die Geräte zu spezifizieren. Das
gewählte Datenschema enthält immer fünf Elemente nach
dem Schema
„Auftragsname/Vorbedingung/Maschinenname/Befehl/Parameter“. Praktischer Ablauf der TürmodulmontageUnd so läuft die vollautomatische Türmodulmontage nun ab: Das
Türmodul mit den bereits aufgebrachten Flachleiterkabeln sowie der
zu montierende Lautsprecher werden über das interne Transfersystem
zugeführt. Das Türblech ist als Basiskomponente auf einer
Palette fixiert, die auf den Hexapod gespannt wird. Anschließend
nimmt der Roboter, der mit dem Kontaktierungsgreifer ausgestattet ist,
den Lautsprecher auf und setzt diesen an die vorgegebene
Montageposition. Dabei wird bereits die Kontaktierung zwischen
Flachleiterkabel und Lautsprecher hergestellt. Hauptschwierigkeit: Der
Roboter muss diese Position so lange beibehalten, bis der Lautsprecher
dauerhaft durch Verbindungselemente fixiert, also verschraubt ist. Das ist die Aufgabe des zweiten Roboters, der das Schraubwerkzeug
handhabt. Dieser fährt jeweils eine Verbindungsstelle an,
woraufhin die Schraube zugeführt wird. Damit wird der
Schraubvorgang ausgelöst und die Schraube auf Drehmoment
eingedreht. Dieser Vorgang wird für alle Verbindungsstellen
wiederholt. Danach kehren die beiden Roboter in die Ausgangsposition
zurück, das montierte Türmodul wird wieder aus der Zelle
ausgeschleust. Erlanger Wissenschaftler analysieren alternative Verkabelungs- und KontaktierungsartenDipl.-Informatiker Markus Michl hebt das Potenzial der Forschungsanlage
hervor: „Aufgrund der entwickelten flexiblen Software-Frameworks
ist auch die Erprobung weitaus komplexerer Abläufe mit mehreren
auf dem Türmodul zu kontaktierenden Komponenten mit minimalem
Aufwand umsetzbar.“ Auch die Fertigung anderer Moduleinheiten
sowie der Einsatz modifizierter Kontaktierungstechnologien könne
ohne weiteres realisiert werden. Vor einer breiten Verwendung dieser neuen Technologie im Automobilbau
müssen allerdings noch weitere abschließende Untersuchungen
folgen. In Langzeituntersuchungen wollen die Wissenschaftler unter
anderem die Zuverlässigkeit dieser und anderer alternativer
Verkabelungs- und Kontaktierungsarten analysieren. |
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Fabrikautomation Minitec eröffnet Solar-Thermal-Competence-Center für die Sonnenkollektorproduktion
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Basierend
auf den Erfahrungen aus der Photovoltaik-Modulproduktion hat Minitec
neue Sonnenkollektoren entwickelt und zertifiziert.Bild: Minitec | Minitec hat für die Kollektorproduktion ein komplett neues
Produktionskonzept entwickelt. Basierend auf Erfahrungen aus der
Photovoltaik-Modulproduktion wurden neue Sonnenkollektoren entwickelt
und zertifiziert. Außerdem hat Minitec die Produktion standardisiert
und optimiert. Das neue Solar-Thermal-Competence-Center (STCC) in
Waldmohr unterstützt Kollektorhersteller von der Planung über die
Einrichtung der Fertigungsanlage bis hin zur Zertifizierung und dem
Produktionsstart.
Die Herstellung von Sonnenkollektoren steht
unter erheblichem Rationalisierungsdruck. „Im Gegensatz zur
Photovoltaik arbeiten die meisten Kollektorhersteller aber noch nicht
nach den Prinzipien einer industriellen Fertigung“, weiß Bernhard
Bauer, Gründer und Geschäftsführer der Minitec GmbH & Co. KG. Die
Produktion in Einzelfertigung oder Kleinstserien verteuere zudem die
Produkte und bringe nicht selten Qualitätsprobleme mit sich. Deshalb
müsse die Fertigung von Solarthermie zur nachhaltigen Akzeptanz und
wirtschaftlichen Produktion optimiert werden, so Bauer. | Standardisierung und Prozessoptimierung sind das Gebot der Stunde Eine Voraussetzung hierfür sieht der Automatisierungsexperte in
der verstärkten Standardisierung der Komponenten für
Kollektoren. Darüber hinaus müsse die Fertigung nach dem
Vorbild der Automobilindustrie für rationelle Serienfertigung bei
höchster Qualität organisiert werden. Diesen Anforderungen stellt sich das neue Solar-Thermal Competence
Center (STCC) von Minitec in Waldmohr. Nach dem Umzug 2009 in das neue
Firmengebäude in Schönenberg-Kübelberg nutzte der
Automatisierer, der in rund 15 Jahren umfangreiche Erfahrungen in der
Photovoltaik-Modulproduktion sammeln konnte, die frei gewordene
Betriebsstätte in Waldmohr zum Aufbau einer Produktionslinie
für solarthermische Flachkollektoren der neuesten Generation. Die neue Produktionslinie ist als Kompetenzzentrum für die
Solarfertigung konzipiert. Es soll den Kunden praktische Erfahrungen in
der Kollektorfertigung vermitteln und die Montagemethoden anhand
empirischer Erkenntnisse verbessern. Vor der Serie steht ein wahrer Testmarathon Die Entwicklung eines neuen Sonnenkollektors nimmt
erfahrungsgemäß mindestens zwei Jahre in Anspruch. Diese
Zeit wird benötigt, um den Kollektor zu konstruieren, die
Einzelteile zu entwickeln, Muster zu fertigen und das Endprodukt zu
zertifizieren. Das Zertifikat setzt eine Reihe von zeitraubenden Tests
voraus, ohne die der Kollektor nicht eingesetzt werden darf.
Außerdem müssen zu diesem Zeitpunkt bereits
Produktionsanlagen angeschafft und betriebsfähig sein, um die zu
prüfenden Kollektoren herzustellen. Hinzu kommt, dass aus den Tests resultierende Produktänderungen
häufig zu völlig anderen Erfordernissen für die
Produktionsanlage mit hohen Folgekosten führen. Außerdem
sind erhebliche Mittel erforderlich, um die Zeitspanne von der
Entwicklung bis zur Zertifizierung zu finanzieren. Vereinfachter Produktionsstart für Minitec-KundenDiese Problematik hat Minitec erkannt und für die
Kollektorproduktion deshalb ein völlig neues Modell entwickelt:
Mit der Erfahrung aus der Photovoltaik-Modulproduktion wurden neue
Sonnenkollektoren entwickelt und zertifiziert. Für diese
Hochleistungskollektoren wurde gleichzeitig die Produktionsanlage
standardisiert und optimiert. Produzenten, die mit der Herstellung von
Sonnenkollektoren starten wollen, erhalten von Minitec eine
uneingeschränkte Lizenz für den Kollektor mit Zertifikat, den
Nachweis für die Einzelteilbeschaffung und die erprobte
Produktionsanlage nach neuesten Gesichtspunkten. Die Herstellung einer Fertigungslinie für Kollektoren dauert etwa
neun Monate. Während dieser Zeit kann der Kunde im STCC seine
Mitarbeiter einarbeiten und erste Kollektoren unter seinem Logo
produzieren, die dann unter anderem für Marketingmaßnahmen
und für die Markteinführung eingesetzt werden können.
Die Montagelinie für die Sonnenkollektoren ist modular aufgebaut.
Newcomer in diesem Markt können die Linie anfangs manuell
betreiben bei einer Produktion von rund 100 Stück pro Tag. Nach
Bedarf lässt sich die Anlage danach aufrüsten bis zur
vollautomatischen Fertigungsstraße für die Herstellung von
bis zu 1000 Kollektoren pro Arbeitstag. Sonnenkollektoren werden auf Werkstückträgern montiertDie Montage der Kollektoren erfolgt auf Werkstückträgern, die
auf einer FMS-Förderanlage automatisch zu den in die Linie
integrierten Bearbeitungsstationen transportiert werden. Die Absorber
werden in einem Parallelprozess auf einer Laserschweiß-Anlage
(LSA) hergestellt. Diese Anlage schweißt mit einer Leistung von
rund 15 m/min Kupferrohre hochselektiv auf das speziell beschichtete
Absorberblech aus Aluminium. Diese Materialkombination hat deutliche
Kosten- und Gewichtsvorteile gegenüber den bisher üblichen
Absorbern in Cu/Cu-Ausführung. Bis jetzt sind bereits 14
Laserschweiß-Anlagen weltweit im Einsatz. Für alle vorbereitenden Prozesse wie Rohrbearbeitung, Harfen- oder
Mäanderherstellung, Dichtheitsprüfung oder Richtanlagen sind
parallel arbeitende Arbeitsstationen verfügbar, sodass der
Hersteller alle Arbeitsschritte selbst durchführen und
kontrollieren kann. |
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Robotik und Bildverarbeitung Automatisierte Inspektion in der Solarzellenproduktion
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Die
Roboterstationen zur Wafer-Handhabung verwenden Greifsysteme, die auf
dem Bernoulli-Prinzip basieren, um die Wafer nach der Inspektion
anzuheben und zu sortieren. Bild: Adept | Die Hersteller von Solarzellen sind gezwungen ihre Fertigung zunehmend
zu automatisieren. Die Kombination von einem Roboter mit
Vier-Arm-Kinematik und zugehörigen Bildverarbeitung ermöglicht die
automatisierte Inspektion und erhöht den Durchsatz.
Obwohl die
Nachfrage nach Solarprodukten rasant steigt, ist die Herstellung von
Strom mit Solarzellen noch immer teurer als die Stromproduktion mit
fossilen Brennstoffen. Allerdings rückt die sehnsüchtig erwartete Grid
Parity nicht zuletzt dank immer wirtschaftlicherer Produktionsmethoden
allmählich näher. Die Photovoltaik-Hersteller stehen unter einem
enormen Kosten- und Innovationsdruck. Nur wer die neuesten Techniken
umsetzt, kann am Markt bestehen.
Kostenreduzierungen werden
sich in den nächsten Jahren zum einen durch eine Weiterentwicklung der
Technik, sprich eine bessere Qualität der Zellen selbst, und zum
anderen durch eine steigende Wirtschaftlichkeit durch Massenproduktion
ergeben. Wie in vielen anderen Bereichen auch, ist der Trend zur
Automatisierung auch in der Photovoltaikindustrie nicht mehr
aufzuhalten. Die Automatisierungstechnik ermöglicht den Herstellern,
die Erträge zu steigern und die Kosten zu senken. Außerdem produzieren
Solarhersteller in größeren Betriebsstätten, sodass eine
Automatisierung heute unumgänglich ist. |
Adept Technology arbeitet mit verschiedenen Solarzellen-Herstellern
zusammen und das Zusammenspiel eines Adept-Quattro-s650H-Roboters mit
der Bildverarbeitung Adept-Sight ermöglicht es, verschiedene
Schritte im Herstellungsprozess zu automatisieren. Das automatisierte Inspektionssystem befindet sich zwischen der
Siebdruckstation und dem Brennofen für den Elektrodendruck (Bild
1). Dies ist der vorletzte Schritt im Herstellungsprozess und die
Siliziumscheiben haben bereits mehrere
Dünnschicht-Beschichtungsverfahren durchlaufen, damit deren
Wirkungsgrad beim Umwandeln von Sonnenlicht in elektrische Energie
möglichst hoch ist. Hochauflösende Kamera ist mit Bildverarbeitungscontroller Smart-Vision EX verbundenBeim Drucken wird ein Raster von Elektroden mit leitfähiger Tinte
aufgebracht. In dieser Phase zahlt es sich aus, das Raster zu
untersuchen, die Wafer, die Druckfehler aufweisen, zu recyceln und das
Raster neu aufzubringen. Gleichzeitig können Risse,
Verunreinigungen und andere Mängel im Wafer ermittelt werden. Die LED-Leuchtenreihen sind so positioniert, dass der Lichtschutz das
Eindringen des meisten Umgebungslichts verhindert und die
Spiegelreflexionen von den Wafer-Oberflächen nicht in die
Kameraöffnung gelangen können, sondern durch die
Innenoberfläche des Lichtschutzes absorbiert werden (Bild 2). Die Wafer können sich während der Inspektion ungehindert auf
dem Transportband bewegen. Die verwendete hochauflösende Kamera
ist an den Bildverarbeitungscontroller Smart-Vision EX von Adept
angeschlossen, einen PC-basierten Bildverarbeitungscontroller, auf dem
die Bildverarbeitungssoftware Adept-Sight ausgeführt wird. Sie
enthält alle notwendigen Algorithmen für die geforderten
Inspektionsanwendungen und führt gleichzeitig den Roboter auf der
Suche nach einzelnen Wafern. Die zweifachen Anforderungen – automatisierte Inspektion und
Roboterführung – erfordern zwei verschiedene, auf das
gleiche Bild angewendete Analysealgorithmen. Wenn sich der Wafer mit
dem Transportband bewegt, wird ein Bild mit der Kamera aufgenommen und
dieses über die GigE-Verbindung in den Bildverarbeitungscontroller
zur weiteren Verarbeitung hochgeladen. Das Schwellenwertverfahren und
die Konturenerkennung heben die Kontur des Wafers sowie die
Siebdruckelektroden hervor. Controller des Bildverarbeitungsprogramms klassifiziert die ZellenInspektionsaufgaben können in drei Bereiche unterteilt werden:
Druckinspektion, Inspektion auf Abplatzungen und Rastererkennung. Die
Druckinspektion gewährleistet, dass die Elektrodenkanten glatt
sind, das richtige Raster bilden und einwandfrei mit den Waferkanten
ausgerichtet sind. Die Inspektion auf Abplatzungen stellt sicher, dass
die Waferkontur nicht von der korrekten Größe und Form
abweicht: Alle Kanten müssen gerade und die Abmessungen und
Fasungen der Ecken korrekt sein. Risse sehen wie belanglose
unregelmäßige Linien aus, die durch Kontrastverstärkung
und Schwellenwertverfahren hervorgehoben werden. Die Algorithmen zur
Rastererkennung suchen nach allem, was ungewöhnlich ist, wie
Rissen oder unterbrochenen Tintenlinien. Lineare Messalgorithmen
überprüfen die einwandfreie Positionierung des Tintenrasters,
das vorhanden sein sollte. Die Anforderungen an den Roboter sind prinzipiell ganz einfach. Der
Roboter muss mit Hilfe der Kamera genau erkennen, wie die Wafer auf dem
Band liegen. Das integrierte Bildverarbeitungsprogramm ermittelt die
genaue Ausrichtung des Wafers. Der Smart-Controller setzt diese
Informationen via Fire-Wire-Schnittstelle in ein gedrehtes
Koordinatensystem um, das mit den Kanten des Wafers ausgerichtet ist. Der Controller des Bildverarbeitungsprogramms klassifiziert die Zellen
und sortiert die ausgemusterten Wafer in verschiedene Behälter. Es
gibt Wafer, die gereinigt und wiederverwertet werden können, und
Wafer, die verschiedene nicht korrigierbare Mängel aufweisen, zum
Beispiel abgeplatzte Kanten und Ränder sowie Risse. Weil die
verschiedenen Mängel unterschiedliche Ursachen haben, ist das
Sortieren entsprechend dem Mangeltyp hilfreich bei der kontinuierlichen
Prozessverbesserung. Die Wafer-Handling-Station, die nach der Inspektion folgt, verwendet
einen Adept-Quattro-Roboter und stimmt sich mit dem
Bildverarbeitungssystem ab, um sowohl die Inspektion als auch das
Handling der Wafer zu automatisieren. Der Quattro s650H (Bild 3) ist
eine neuartige Kinematik, die speziell für High-Speed-Verpackung
und Materialhandling entwickelt wurde. Er ist weltweit der einzige
Roboter mit Vier-Arm-Design und erreicht so eine sehr hohe
Geschwindigkeit und Beschleunigung über den gesamten
Arbeitsbereich. Der rotierende Freiheitsgrad wird durch Schultergelenke in der
Basiseinheit ermöglicht, durch die die vier Arme des Roboters
relativ zu einander bewegt werden können. Durch diese Anordnung
werden Stärke, Geschwindigkeit und Beweglichkeit der
Quattro-Roboter erhöht, gleichzeitig werden jedoch auch die
kinematischen Berechnungen der Bewegungscontroller viel komplizierter. Greifer arbeiten nach dem Bernoulli-PrinzipAls weitere Abweichung von der herkömmlichen Praxis bei der
Materialhandhabung durch Roboter verwendet die Konstruktion von Adept
anstelle der üblichen Sauggreifer eine sanftere Methode zum
Aufnehmen und Bewegen von Wafern, die auf dem Bernoulli-Prinzip
basiert. Bei Sauggreifern wird ein Vakuum erzeugt, um den Wafer an
einen Elastomer-Saugnapf anzusaugen. Die Reibung zwischen den
Saugnapflippen und dem Wafer erzeugt dann die Kraft, die zum Bewegen
des Wafers erforderlich ist. Das Bernoulli-Prinzip zeigt hingegen, wie man den positiven Luftdruck
nutzen kann, um einen Wafer eng an eine flache Platte anzusaugen, ohne
dass dieser dabei aber die Platte berührt. Die
Strömungsgeschwindigkeit der Luft, die durch einen engen Spalt
zwischen den Greifplatten und dem Wafer strömt, muss sich
erhöhen, damit die Luft entweichen kann. Außerhalb des
Spalts verringert sich die Strömungsgeschwindigkeit der Luft bis
auf null. Demnach muss der Luftdruck in dem Spalt viel niedriger sein als der
Umgebungsdruck. Der Umgebungsdruck presst den Wafer eng an die Platte,
jedoch ohne dass dieser die Platte berührt. Der Wafer kann nicht
in Berührung mit der Platte kommen, weil dies den Luftstrom
blockieren und den Bernoulli-Effekt verhindern würde. Sauggreifer verursachen eine punktuelle Belastung um die
Ansaugöffnung herum, wohingegen die Bernoulli-Greifer die
Belastung auf die ganze Greifplatte verteilen. Dieses Phänomen
verringert wesentlich den maximalen Belastungsgrad im Wafer und
demzufolge auch das Auftreten nachfolgender Brüche. Die Vorteile einer automatisierten Inspektion sind vielfältig. In
der Vergangenheit verließen sich die Hersteller bei der
Qualitätssicherung auf die manuelle Inspektion der Mitarbeiter. In
verschiedenen Arbeitsschritten waren es mehrere Personen, die die Wafer
überprüft haben. Da manuelle Inspektion nicht immer
einheitlich ist, ermöglicht eine automatisierte Inspektion mit
Roboter und Bildverarbeitung eine bessere Qualität mit einer
höheren Geschwindigkeit bei gleichzeitiger Reduzierung der
Material- und Fixkosten. Mit dem Einsatz eines Bildverarbeitungsprogramms können
Eigenschaften wie die Länge und Breite von Wafern millimetergenau
erkannt oder Risse am Wafer erfasst werden. Ein höherer Durchsatz
kurz vor Ende des Fertigungsprozesses hat einen großen Einfluss
auf die Gesamtherstellungskosten. Dipl.-Ing. Rüdiger Winter ist Vertriebsleiter der Adept Technology GmbH in 44227 Dortmund. |
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Montagetechnik Transfersystem sorgt in der Vorderachsmontage für Flexibilität
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Ausschnitt
der Förderstrecke: Die Arbeitsbereiche sind durch
Abdeckungen der Rollenbahn und durch Einhausung der
Rückführung für die leeren
Werkstückträger geschützt. Bild: Bosch
Rexroth | In der Achsfertigung bei Škoda Auto zeigt ein Transfersystem, wie
einfach es an Prozesse angepasst und installiert werden kann. Möglich
ist dies durch das hohe Maß an Gleichteilen, standardisierten
Schnittstellen und das Baukastenprinzip. Zudem kommt das System
weitestgehend ohne Wartung aus.
Insgesamt 87 verschiedene Typen
von Vorderachsen fertigt Škoda Auto im VA-Aggregatewerk Mladá Boleslav.
Die Montage erfolgt weitgehend manuell, lediglich die Schraubprozesse
sind automatisiert. Bisher wurden die Achsen, mit einem mittleren
Gewicht von 40 kg, auf unterschiedlichen Typen von Schwerlastförderern,
die auf Stahlkonstruktionen zum Beispiel mit einem Kettenantrieb
basierten, montiert.
Dies waren keine besonders flexiblen Lösungen
und schränkte die Möglichkeiten ein, die Fertigungstechniken
nachträglich zu modifizieren. Deshalb entschied die Werkleitung, für
die neue Montagelinie auch ein Transfersystem einzusetzen. Die Montage
der Achsen erfolgt just in time zur Fahrzeugfertigung im angegliederten
Werk. Hauptanforderung war es, die Prozesssicherheit der gesamten
Montage zu gewährleisten. | Montageplätze und Schraubstation auf einer Länge von 40 mInnerhalb von 14 Tagen war das Transfersystem TS 5 von Rexroth
installiert und betriebsbereit. Auf einer Länge von 40 m sind die
Montageplätze sowie die automatische Schraubstation angeordnet.
Die Zeitersparnis und die Flexibilität beim Aufbau schätzt
der Autobauer sehr. Vor allem die Gewissheit, die Anlage leicht
umstellen zu können. Die Montana s.r.o. in Mladá Boleslav, Auftragnehmer der ganzen
Montagelinie, hat spezielle Werkstückträger mit einer
Länge von 1,7 m nach Materialvorgaben von Škoda und
Konsultationen mit Rexroth realisiert. Das Unternehmen war auch
verantwortlich für die Umsetzung der horizontalen
Verschiebe-Einheit am Schraubprozess. Die Achsen werden an dieser
Stelle sowohl von oben als auch von unten bearbeitet. Leere Werkstückträger werden automatisch von der Montagelinie zurücktransportiertUm den Rücktransport der leeren Werkstückträger, der
unterhalb der Förderstrecke verläuft, nicht zu behindern, ist
eine Verschiebung nötig. An den Stirnseiten sind Lifte angebracht,
welche die Werkstückträger nach oben auf die Montagelinie
oder nach unten auf die Rückführlinie setzen. Dies sind nur einige Beispiele dafür, wie einfach sich das
Transfersystem an individuelle Applikationen anpassen lässt. Ein
weiterer Vorteil ist, dass keine herkömmliche Wartung nötig
ist. Das Prinzip der Wartungsfreiheit hat Montana auch bei seinen
Zubauten eingehalten, indem beispielsweise Zahnriemen für die
Hebevorrichtung verwendet wurden. Eine Wartung beziehungsweise
Schmierung für den reibungslosen Antrieb ist nicht nötig, da
Rexroth auf den Antrieb durch eine Königswelle setzt. Die Antriebswellen im Transfersystem TS 5 sind 6-Kant-Wellen aus
Messing, die eine schnelle Montage und Demontage ermöglichen, weil
sich damit der Formschluss von Welle und Friktionskupplung direkt aus
der Konstruktion ergibt. Befestigungen wie Passfedern sind nicht
notwendig. Rollenförderer mit Königswelle ist wartungsfrei, geräuscharm und hat einen hohen WirkungsgradDas Antriebskonzept des Rollenförderers mit Königswelle ist,
im Gegensatz zu einem herkömmlichen Kettenantrieb, wartungsfrei,
geräuscharm im Lauf und hat einen hohen Wirkungsgrad.
Außerdem kann die Friktion von außen ohne Werkzeug
eingestellt werden. Mit Antriebsmomenten bis 45 Nm sind Fördergeschwindigkeiten von 2
bis 18 m/min möglich. Die Rollen unterhalb des
Werkstückträgers bleiben bei Vereinzelung stehen, es kommt
nicht zum Verschleiß an der Rolle oder dem
Werkstückträger. Darüber hinaus lässt sich dieses
System im Vergleich zu einem Rollenketten-Fördersystem auch im
zerspanenden Bereich einsetzen. Transfersystem transportiert Lasten bis 300 kgMit dem Transfersystem lassen sich Lasten bis 300 kg über lange
Produktionsstrecken transportieren. Die Produkte können sowohl auf
Werkstückträgern, mit wählbaren Kantenlängen
zwischen 455 und 1240 mm, als auch direkt auf einer durchgängigen
Rollenbahn bewegt werden. Das Standardprogramm hält Systembreiten
von 455, 650 und 845 mm bereit. Um die Werkstücke oder die Werkstückträger auszurichten,
liefert Rexroth die passenden Positioniereinheiten. Gedämpfte
Vereinzeler kommen vor Positioniereinheiten und beispielsweise vor
Kurven zum Einsatz. Kurven oder Weichen benötigen keine zusätzlichen AntriebeKurven sind eine weitere Raffinesse des Transfersystems. Abzweigungen
sind wahlweise rechts oder links möglich. Der Antrieb muss nicht
auf die andere Seite verlegt werden, weil das Förderniveau des
Werkstückträgers oberhalb der Antriebskomponenten liegt und
die Welle überfahrbar ist. Das Layout lässt sich sehr
flexibel gestalten und um weitere Streckenmodule erweitern. Bei Kurven oder Weichen sind keine zusätzlichen Antriebe
notwendig. Dazu unterstützt Rexroth die Anlagenplanung mit der
Projektierungssoftware MT-pro, die die Stückliste der enthaltenen
Komponenten im TS 5 automatisch generiert. Im Werk von Škoda Auto nutzte man für die Zusammenstellung
der Anlage die Kompatibilität des Transfersystems zum
Mechanik-Grundelemente-Baukasten (MGE) und den manuellen
Produktionssystemen (MPS) mit Regalsystemen und Arbeitsplätzen von
Rexroth. Damit wurden unter anderem das Gehäuse, das den
Rücktransport schützt, oder die Winkelprofile, an denen
Positionier- und Not-Aus-Schalter befestigt sind, umgesetzt. Schutzabdeckungen passen modular zu den übrigen Komponenten des Transfersystems
Auf dem Standardsortiment basieren auch die Blechabdeckungen für
die Zwischenräume der Rollen, die zum Schutz der Werker im
Arbeitsbereich dienen. Die Modularität ergibt sich durch die
einheitlichen Schnittstellen der einzelnen Komponenten wie Kupplungen
oder Profilverbinder. Die Schnittstellen bieten ferner die
Flexibilität, vorgegebene Getriebemotoren einsetzen zu können. Das Umsetzungsteam war von Anfang an vom Transfersystem überzeugt
und weiß die Einfachheit des Systems zu schätzen. Auch ohne
professionelle Hilfe könnte man die Fertigungsstrecke um einige
Meter erweitern, falls die Achsen modifiziert werden sollten. Aus Sicht
der Fertigungsleitung und des Systemintegrators ist es sogar denkbar,
weitere Fahrzeugkomponenten, zum Beispiel Motoren oder Getriebe, auf
dieser Linie zu fertigen. Christoph Rieger ist Produktmanager Materialflusssysteme bei der Bosch Rexroth AG, 70442 Stuttgart. |
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Matrix Vision Kompakte Gigabit-Ethernet-Kamera
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Top |

Die
neue Kamera-Serie besitzt einen 14-Bit-Analog-digital- Wandler für
höchste Dynamik und ein hohes Signal-Rausch- Verhältnis.
Bild: Matrix Vision | Matrix Vision
präsentiert auf der Automatica 2010 das neueste Mitglied der
Gigabit-Ethernet-Kamera-Serie: MV-Blue-Cougar-X. Wie das Unternehmen
mitteilt, steckt die Kamera hinsichtlich hardware-basierter
Smart-Features und Design voller Extras. Beispielsweise sei das sehr
kompakte und hochwertige Gehäuse industriegerecht verwendbar und
biete verriegelbare Anschlussmöglichkeiten.
Die
Kamera-Serie wird über eine breite Palette an hochempfindlichen
CCD/CMOS-Farb- und Grauwert-Sensoren viele Applikationen abdecken,
heißt es weiter. Als Objektive werden sowohl C-Mount, CS-Mount
als auch S-Mount unterstützt.
Aufnahme und Übertragung der Bilder kann entkoppelt werden
Die Kamera-Serie besitzt einen 14-Bit-Analog-digital-Wandler für
höchste Dynamik und ein hohes Signal-Rausch-Verhältnis. Mit dem 64
Megabyte großen Kameraspeicher ist es möglich, Bilder oder
Bild-Sequenzen aufzunehmen und die Übertragung von der Aufnahme zu
entkoppeln. Die Kamera bietet den Angaben zufolge eine hardwarebasierte
Vorverarbeitung für geringe Durchlaufzeiten, ferner schnelle
Resend-Mechanismen und einstellbare Bandbreitenbegrenzungen – ideal für
den Mehrkamerabetrieb. Weitere innovative Features seien unter anderem
Flatfield-Korrektur, Auto Gain/Shutter, Direct-Drive-Ausgänge,
Bayer-Demosaicing auf der Kamera, frei programmierbare LUTs sowie YUV
und RGB als Farbformate. |
Wie alle Matrix-Vision-Gige-Kameras ist die neue Kamera kompatibel zu den Standards Gen-I-Cam und Gige-Vision. |
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