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Robotics & Automation Report, 1. Ausgabe 2009
Im Robotics & Automation Report, 1. Ausgabe 2009, lesen Sie folgende Artikel: |
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INDUSTRIEROBOTER Der Roboter von morgen arbeitet präzise wie ein Schweizer Uhrwerk
Roboter verrichten heute vergleichsweise einfache Handhabungsaufgaben
wie Pick-and-Place. Dafür arbeiten sie genau genug. Immer
öfter aber werden komplexe und flexible Arbeitsabläufe
gefordert. Neben der Wiederholbarkeit steht deshalb in der
Robotertechnik immer mehr die absolutgenaue Positionierung des
Roboter-Tool-Center-Point im Fokus. 
Lasertracker zur Beobachtung und Verifizierung des Systemverhaltens von Robotern | | Das Ziel bei der Anwendung von Industrierobotern war bisher meistens,
einfache Handhabungsaufgaben wie Pick-and-Place in der Fertigung zu
übernehmen. Dafür wurden sie in der Regel in einfachen
Ausführungen konzipiert, die eine relativ gute
Wiederholgenauigkeit aufwiesen. Für die jeweiligen Aufgaben waren
sie dann prädestiniert. Die Vorteile lagen in der
Flexibilität und den geringen Beschaffungskosten. Dazu kam die
hohe Amortisation.
Vor nicht allzu langer Zeit herrschte noch die Ansicht, ein Roboter
erledige stupide und sich wiederholende Bewegungen von A nach B;
inzwischen sind die Anforderungen erheblich gestiegen. Immer öfter
werden komplexe und flexible Arbeitsabläufe gefordert. Daraus
ergeben sich oft sehr spezielle Lösungen, die wiederum hochgenaue
Roboter als zwingend erscheinen lassen. Genau diese als
zwangsläufig erscheinende Forderung macht aber viele Ideen zu
kostengünstigen, roboterbasierten Lösungen zunichte. Als wichtiges Ziel ist deshalb festzuhalten, den Roboter nicht neu zu
erfinden oder zu bauen, sondern gezielt die Genauigkeit durch die
Anwendung innovativer Methoden zu steigern. Dies kann mit Hilfe
externer Messtechnik, Aktorik oder spezieller Kalibrationsmodelle
erreicht werden. Dadurch lässt sich die Genauigkeit in Dimensionen
bringen, die die heutige Vorstellung des Robotereinsatzes grundlegend
vom Handhabungs- zum hochgenauen Bearbeitungssystem verändern. | Der Trend geht zu wiederholgenauen und absolutgenauen Roboter-SystemenWar früher die Wiederholgenauigkeit das oberste Ziel bei der
Roboterentwicklung, so wandelt sich diese Vision immer mehr hin sowohl
zu wiederholgenauen als auch absolutgenauen Systemen. Der Roboter von
morgen soll Bearbeitungsprozesse wie Entgraten, Bohren und Fräsen
übernehmen – und nicht nur solche, die sich kontinuierlich
wiederholen, sondern die flexible, bauteilabhängige Aufgaben mit
sich bringen: Sei es beim Entgratprozess, bei dem es darauf ankommt,
unterschiedlichen Konturen möglichst gleichförmig und
gleichmäßig zu folgen, oder beim Nachbearbeiten von
Kunststoff-Formteilen im Automobil-Sektor, wobei zusätzlich zum
Entgraten funktionale Bohrungen und Ausschnitte gefertigt werden
müssen. Folglich steht neben der Wiederholbarkeit immer mehr die
absolutgenaue Positionierung des Roboter-TCP (TCP = Tool Center Point),
im Fokus. Ausgehend von der Forderung nach hochgenauen Roboterprozessen, stellt
die Wiederholgenauigkeit die Schranke der absoluten Positionierung dar.
Dabei gilt es, den systematischen Fehler zwischen Wiederholgenauigkeit
und absoluter Positioniergenauigkeit zu reduzieren. Daraus ergibt sich
die Problemstellung, das reale Verhalten des Roboters mit dem in der
Steuerung idealisierten Modell abzugleichen. Das Ziel besteht darin,
dynamische und statische Fehler zu korrigieren. Dynamische Abweichungen am TCP resultieren aufgrund
lastabhängiger, thermischer und prozessabhängiger
Verformungen der Antriebe und mechanischen Strukturen. Dagegen
entstehen statische Abweichungen durch geometriebedingte Montage- und
Fertigungsfehler wie Nulllagenfehler, Längenabweichungen und
Winkelfehler. Beide zusammen stellen die relevanten Effekte dar, die
sich auf die Positionierung des TCP auswirken und kompensiert werden
müssen – auf diese Weise lässt sich ein absolutgenaues
System schaffen. Regler iterativ weiterentwickeln mit D-Space-Prototyping-SystemZunächst müssen die beschriebenen Effekte erfasst werden,
bevor sie zur Korrektur der Abweichungen und damit Schaffung eines
positioniergenauen Roboters genutzt werden können. Zur
Vereinheitlichung kommt ein D-Space-Prototyping-System in Frage, so
dass in Experimenten bereits entwickelte Komponenten und Werkzeuge
wiederverwendet oder ausgetauscht und Regler iterativ gemäß
den Anforderungen weiterentwickelt werden können. Vor diesem Hintergrund wendet das Fraunhofer-Institut für
Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) die folgende
vereinheitlichte Vorgehensweise an: Ausgehend vom Bauteil oder der
Programmierung der Roboterbahnen sind die Sollbahnen bekannt. Für
eine aktive Kompensation wird die absolute Messung des realen
Systemverhaltens und die Identifikation der Modellparameter
durchgeführt. Dies dient sowohl zur Messung der statischen
Abweichungen als auch der aus dem jeweiligen Bearbeitungsprozess
resultierenden dynamischen Einflüsse. Mit den Messungen und dem
ermittelten Modell kann die aktuelle Position überprüft und
korrigiert werden. Externe Messtechnik macht das Systemverhalten beobachtbarDie jeweiligen Phasen beinhalten die Anwendungen der erforderlichen
Zusatzsysteme. Externe Messtechnik macht das Systemverhalten
beobachtbar und initialisiert die weiteren Phasen des Systems. Zu
diesen gehört die Identifikation des Robotermodells oder die
Kompensation durch eine zusätzliche Aktorik, die – um genau
zu agieren – aus hochgenau positionierbaren Linear- oder
Piezoaktoren bestehen kann. Um den stetig wachsenden Anforderungen bearbeitender Prozesse gerecht
zu werden, hat sich das IPA die Steigerung der Positioniergenauigkeit
von Industrierobotern zur Aufgabe gemacht. Es verfügt durch die
mit Robotern, Sensoren, Greifern und Messsystemen ausgestatteten Labore
über gute Voraussetzungen, um intelligente Kompensationssysteme
für den hochgenauen Robotereinsatz zu entwickeln. Für die
Umsetzung und die Überprüfung können Lasertracker und
alternative Lasermesssysteme eingesetzt werden, die Fehler des
Robotersystems messbar machen und die Verifizierung des Systems
ermöglichen. Die in Bild 3 vorgestellte Vorgehensweise als Regelsystem von
Eingangsgrößen aus der Beobachtung des Systemverhaltens
bietet eine Perspektive, klassische Robotersysteme für hochgenaue
Industrieprozesse nutzbar zu machen. Die jeweiligen Einzelkomponenten
können flexibel auf die individuellen Prozess- und
Einsatzbedingungen eingesetzt werden. Die Verifikation der gemessenen oder berechneten
Eingangsgrößen mit gleichzeitiger Echtzeitkompensation durch
aktive Ausgleichsaktorik, mechanische Modellierung und
Kompensationsmodelle lässt eine kompensierte Roboterbahn zu, die
den morgigen Anforderungen hochgenauer Bearbeitung gerecht wird.
Arnold Puzik und Manuel Drust Dipl.-Ing. Arnold Puzik und Dipl.-Ing. Manuel Drust sind
wissenschaftliche Mitarbeiter am Fraunhofer-Institut für
Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in Stuttgart
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Zum ersten Mal hat die Fanuc Robotics Deutschland GmbH 2008 die Marke von 2000 verkauften Robotern überschritten. 
Gerald Mies,
Geschäftsführer der Fanuc Robotics Deutschland GmbH: „Im dritten und vierten
Quartal erwarten wir eine Besserung, denn der Bedarf ist da.“ Bild: Kroh | | „Mit 2200 Stück sind wir auf dem deutschen Markt die eindeutige
Nummer zwei“, urteilt Geschäftsführer Gerald Mies. Und auch für das
laufende Jahr hält er trotz Wirtschaftskrise die Grenze von 2000
Robotern für wieder erreichbar.
„Das 4. Quartal 2008 war wie eine
Notbremsung“, so Mies. Dennoch konnte Fanuc seinen Umsatz von 65 auf
knapp 80 Mio. Euro steigern. Dazu hat vor allem die allgemeine
Industrie, bei Fanuc mit einem Umsatzanteil von 60% der größte Bereich,
mit einem Plus von fast 30% beigetragen. Aber auch der Automobil- und
Tier-1-Sektor legte um über 20% zu.
Bereits im dritten Quartal 2009 soll sich die
Lage wieder bessern Für das laufende Jahr rechnet Mies zwar mit einem
Umsatzrückgang, erwartet aber im 3. und 4. Quartal eine Besserung. „Derzeit
werden viele Investitionen zurückgehalten, der Bedarf ist jedoch vorhanden.“
Als Wachstumsbranchen nennt Mies die Lebensmittelindustrie und den
Energiesektor. Außer Windkraft und Solar sieht er neue Industrien für die
Batterieherstellung entstehen, die den Bedarf beispielsweise für Elektroautos
decken. Dort werde Handling eine wichtige Rolle spielen. Bereits jetzt einen Anteil von 25 bis 30% an der
General Industry bei Fanuc macht die Automatisierung von Werkzeugmaschinen aus.
„Aber hier sind erst etwa 10% der potenziellen Anwendungen ausgeschöpft“,
erklärt Mies. Vor allem, weil der Roboter durch Bildverarbeitungssysteme und
Servogreifer intelligent werde, sei zukünftig eine flexible Beladung der
Maschinen bis Losgröße 1 möglich. Projekte gebe es aber auch in der Automobilindustrie.
So rüstet Fanuc den A-1-Rohbau des Audi-Werkes in Brüssel mit einigen hundert
Robotern aus.
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BILDVERARBEITUNG Smart-Kamera Matrox-Iris-GT fühlt sich auch in rauer Umgebung pudelwohl
Die robusten Smart-Kameras der Matrox-Iris-GT-Serie im Vertrieb von
Rauscher, Olching, wurden speziell für raue Umgebungsbedingungen
entwickelt und eignen für anspruchsvolle Anwendungen in der
Bildverarbeitung.
Die robuste Smart-Kamera Matrox-Iris-GT ist mit dem topaktuellen
1.6-GHz-Atom-Prozessor von Intel ausgestattet und läuft unter Windows
CE 6.0. | | Die Matrox-Iris-GT verfügt über den brandneuen 1.6-GHz-Atom-Prozessor
von Intel und läuft unter dem Embedded-Betriebssystem Windows CE 6.0.
Die Kamera verfügt über einen integrierten Grafikcontroller mit
VGA-Ausgang, 256 MB DDR2-Speicher sowie eine 1-GB-Flash-Disk.
Schnittstellenausstattung lässt kaum Wünsche offen Externe
Geräte können mit der Kamera über einen 10/100/1000-Ethernet-Port,
einen USB-2.0-Port, einen seriellen RS-232-Port oder einen
opto-gekoppelten Triggereingang und einen Strobeausgang verbunden
werden. Die direkte Kommunikation mit PLC-Steuerungen und anderen
Automatisierungssystemen lässt sich laut Rauscher mit Ethernet/IP und
Modbus über TCP/IP bewerkstelligen.
Matrox startet zunächst mit zwei Monochrom-Modellen Von der
Iris-GT-Serie aus dem Hause Matrox gibt es zunächst zwei monochrome
Modelle: die Iris-GT300 mit 640 x 480 Pixeln Auflösung sowie die höher
auflösende Matrox-Iris-GT1200 mit 1280 x 960 Pixeln. Beide Kameras der
Iris-GT-Serie sind entweder zusammen mit der interaktiven
Entwicklungsumgebung Matrox-Design-Assistent (standardmäßig im Paket
jeder Einheit enthalten) oder mit der separat zu erwerbenden Matrox
Imaging Library erhältlich. |
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ROBOTIK & AUTOMATION VDMA-Fachverband erwartet nach Rekordjahr ein Minus
Für die deutschen Hersteller von Industrieller Bildverarbeitung,
Montage- und Handhabungstechnik sowie Robotik ist das Jahr 2008
hervorragend gelaufen: Mit einem Umsatzwachstum um 12% auf 9,2 Mrd.
Euro legte die Branche im dritten Jahr in Folge spürbar zu. 2009 wird
man aber kleinere Brötchen backen müssen.

Auch
wenn die aktuelle Krise nicht spurlos an der sehr exportstarken
deutschen Roboterindustrie nicht vorübergehen wird –
mittelfristig hat die Branche sehr gute Wachstumschancen. Im Bild der
Robocoaster von Kuka. Bild: Kuka | | Vor allem die Robotik hat
nach Angaben des VDMA-Fachverbandes Robotik + Automation mit einem
Wachstum von 15% auf 2,4 Mrd. Euro zu dieser positiven Entwicklung
beigetragen. Hintergrund für das hohe Wachstum war nach
Verbandsangaben der weltweit anhaltende Trend zur Automatisierung.
Auch
die Hersteller von Montage- und Handhabungstechnik, die mit einem
Wachstum von 14% auf 5,7 Mrd. Euro ihr bislang bestes
Geschäftsjahr verzeichneten, konnten davon profitierten. Der
über Jahre hinweg dynamischste Teilbereich, die industrielle
Bildverarbeitung, legte 2008 nochmals um 1% auf 1,2 Mrd. Euro zu, wobei
sich die Konjunktur-Abschwächung im zweiten Halbjahr 2008 bereits
bemerkbar machte.
Finanzkrise trifft die exportstarke Branche besonders hart Angesichts
ihrer starken Exportorientierung - die Ausfuhrquote liegt bei über
50% - sieht sich die Robotik und Automation von der Finanz- und
Wirtschaftskrise besonders tangiert. Der zeitgleiche Konjunktureinbruch
in allen Weltregionen sei selbst für eine Branche, die mit
konjunkturellen Ausschlägen umzugehen weiß, eine völlig
neue Herausforderung, so der Verband. Auf der Basis des aktuell
verfügbaren Wissens rechnet der VDMA-Fachverband Robotik +
Automation für 2009 mit einem Rückgang des
Branchenumsatzes um 6% auf 8,7 Mrd. Euro. Allerdings dürften bei
den Herstellern von Montage- und Handhabungstechnik sowie in der Sparte
Robotik wegen der vorhandenen Auftragsbestände (insbesondere bei
Anbietern von Komplettsystemen) die Umsatzeinbußen geringer
ausfallen. Prognostiziert werden dort Rückgänge um 5%
beziehungsweise auf 5,4 beziehungsweise 2,2 Mrd. Euro.
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Auftragseingang bei Robotik und Automation ist unzureichend Aktuell
sei der Auftragseingang jedoch „völlig
unbefriedigend“. Bemerkbar mache sich, dass die
Automobilindustrie und ihre Zulieferer Projekte und damit auch die
Beschaffung von Produktionsmitteln verschieben würden. Davon
besonders betroffen dürften 2009 die Hersteller von industrieller
Bildverarbeitung sein, die sich nach der Verbandsprognose auf einen
Umsatzrückgang um 15% auf 1 Mrd. Euro einstellen müssen.
Ursächlich sind die konjunkturell stark rückläufigen
Ausrüstungsinvestitionen in wichtigen Anwenderbranchen wie der
Automotive-Industrie sowie der Elektronik-, Halbleiter- und
Display-Industrie. Deutsche Automatisierer gehen krisenfester in den Abschwung als der Wettbewerb Dennoch
ist Dr. Norbert Stein, Vorsitzender des Vorstands von VDMA Robotik +
Automation, zuversichtlich, dass die deutschen Hersteller gestärkt
aus der Krise hervorgehen: „Die deutschen Unternehmen haben in
den vergangenen Jahren deutlich stärker von der weltweit
steigenden Nachfrage nach Automatisierungstechnik profitiert als ihre
ausländischen Mitbewerber. Sie haben auch ihre Hausaufgaben
gemacht und gehen krisenfester in den Abschwung als dies beispielsweise
in den 90er Jahren der Fall war“. VDMA sieht mittelfristig erhebliches Absatzpotenzial für AutomatisierungstechnikDie
Hersteller von industrieller Bildverarbeitung, Montage- und
Handhabungstechnik und Robotik hätten, wie VDMA-Fachverband
Robotik + Automation betont, die besten Voraussetzungen, mittelfristig
auf den Wachstumspfad zurückzukehren: Die Hersteller konsumnaher
Produkte werden mit neuen, attraktiven Produkten sowie mit einer
fertigungskostenrelevanten Optimierung ihrer Prozesse versuchen, ihren
Absatz anzukurbeln, ist man beim VDMA überzeugt. Von beiden
strategischen Stoßrichtungen profitiere die
Automatisierungstechnik. Für die Robotik gibt es
längerfristige Prognosen der International Federation of Robotics
(IFR), die von kurzfristigen konjunkturellen Schwankungen abstrahieren:
Die IFR geht davon aus, dass die weltweiten Roboter-Installationen bis
2011 jährlich um durchschnittlich 4% wachsen werden. Diese
mittelfristige Bedarfsanalyse verdeutlicht, dass es auch wieder
ausgeprägte Wachstumsjahre geben wird.
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AUTOMATICA 2010 Zwei Drittel der Fläche sind bereits gebucht
Vom 8. bis 11. Juni 2010 wird die AUTOMATICA In München wieder
Treffpunkt der internationalen Automatisierungs- und Robotik-Szene
sein. Über die Messeziele, die Entwicklung in der
Automatisierungsbranche und die Highlights der 4. AUTOMATICA sprachen
wir mit AUTOMATICA-Projektleiterin Anja Schneider. Rüdiger Kroh

Projektleiterin
Anja Schneider, Messe München: „Unser Ziel ist, das Ergebnis
der AUTOMATICA 2008 mit 868 Ausstellern möglichst zu
übertreffen. Ob das in der gegenwärtig schwierigen
wirtschaftlichen Situation möglich ist, wird sich zeigen.“
| | Frau Schneider, die AUTOMATICA hat sich seit 2004 sehr gut entwickelt. Sehen Sie auch für 2010 noch Wachstumspotenzial? Schneider:
Natürlich gibt es noch Potential. Wir haben allerdings insofern
eine Sondersituation, da unsere Aussteller- und Besucherwerbung mitten
in die Wirtschaftskrise fällt. Doch die führenden Anbieter
der Automatisierungsbranche haben sich schon wieder für die
AUTOMATICA entschieden: 15 Monate vor Messebeginn sind bereits
über 20000 m² Fläche gebucht, das sind zwei Drittel der
Gesamtfläche von 2008. Unser Ziel ist, das Ergebnis der AUTOMATICA
2008 mit 868 Aussteller möglichst zu übertreffen. Ob das in
der gegenwärtig schwierigen wirtschaftlichen Situation
möglich ist, wird sich zeigen.
Der Besucheranteil aus
dem Ausland lag bei der vergangenen AUTOMATICA bei 25%. Auch hier gibt
es noch Luft nach oben. Welche Ziele haben Sie sich für 2010
gesetzt? Schneider: Richtig, auch auf der Besucherseite sehen
wir noch Potential. 2008 gelang uns mit rund 32000 Besuchern aus 100
Ländern ein neuer Rekord, das ist nicht das Ende der Fahnenstange.
Auch hier ist unser Ziel, den Level, vor allem auf internationaler
Ebene, weiter anzuheben, selbst wenn heute eine Prognose schwierig ist.
Niemand kann derzeit sagen, wie lange die Krise dauert und wann der
Turnaround kommt. Klar ist aber: Wir werden unsere
Marketinganstrengungen in ganz Europa weiter verstärken und auch
gezielt Kampagnen in Boommärkten wie Indien oder China fahren.
Unsere Besucherkampagne läuft erst an. Mit etwas Glück kommt
sie genau zum richtigen Zeitpunkt, nämlich dann, wenn unsere
Besucherbranchen, etwa die Automotive-Branche oder die Elektro- und
Elektronikindustrie, wieder „Wasser unter dem Kiel“ haben.
Dann kann die AUTOMATICA der Auslöser für Investitionen sein. | Sie
haben die Wirtschaftskrise angesprochen. Die Automatisierungsbranche
rechnet im Gegensatz zu anderen Branchen im laufenden Jahr nur mit
moderaten Rückgängen. Wie wirkt sich die Krise auf die
Vorbereitungen für die AUTOMATICA 2010 aus?Schneider:
Selbstverständlich bleibt auch die Automatisierungsbranche von der
Wirtschaftskrise, insbesondere mit Blick auf die aktuellen
Absatzprobleme der Automobilindustrie, nicht unberührt. Der
aktuelle Auftragseingang spricht da eine deutliche Sprache. Positiv ist
deshalb, dass sich beispielsweise alle führenden Hersteller von
Industrierobotern bereits für die AUTOMATICA 2010 wieder mit
repräsentativen Standflächen angemeldet haben. Wir
können verstehen, dass sich manche kleinere Unternehmen derzeit
zurück halten und erst einmal abwarten, ehe sie sich für
einen Messeauftritt entscheiden – aber wie gesagt, liegen wir
derzeit im Plan. Auf der anderen Seite gibt es gute Gründe, dass
die Automatisierung als Gewinner aus der Krise hervorgeht. Sie kann
dazu beitragen, Kosten zu senken, gleichzeitig Produkte zu verbessern
und damit wettbewerbsfähig zu bleiben. Viele Unternehmen, egal aus
welchen Industrien, werden hierauf ihr Augenmerk legen, wenn ein Ende
der Krise absehbar ist und es um strategische Weichenstellungen
für die Zukunft geht. Uns ist deshalb nicht bange: Wir sehen
optimistisch in die Zukunft, weil wir es mit einer Branche zu tun
haben, welche die Weichen für die Zukunft stellt. Und die
AUTOMATICA ist ein wichtiger Bestandteil dieser Branche.
Für die Robotik ist die AUTOMATICA sicherlich die
internationale Leitmesse. Bei der Montage- und Handhabungstechnik sowie
der Bildverarbeitung weist die Ausstellerliste noch Lücken auf.
Wie wollen Sie diese Bereiche stärken? Schneider: Die
Stärke der AUTOMATICA liegt in Komplettlösungen für
fertigungstechnische Herausforderungen. Bei der Bildverarbeitung
können wir vor allem in den Bereichen Systemgeschäft und
Robot Vision punkten. Im Bereich der Automatisierungs-komponenten
werden wir noch zulegen. Wir sind zuversichtlich, dass noch mehr
Komponentenhersteller nach München kommen werden. Man muss Ihnen
nur bewusst machen, dass ihre Kunden hier stark vertreten sind. Das ist
unsere Aufgabe. Welche Schwerpunkte und Highlights wird es auf der 4. AUTOMATICA geben? Schneider:
Das Highlight schlechthin sind ganz sicher die Präsentationen der
Aussteller, die sich mit aufwendig gestalteten Ständen in Szene
setzen und dort ihre Innovationen und Produktneuheiten
präsentieren. Hervorheben möchte ich außerdem das
International Symposium on Robotics, das gemeinsam mit der Deutschen
Robotikkonferenz als weltweit größter Robotikkongress im
Internationalen Congress Center München stattfinden wird. Erwartet
werden rund 300 Teilnehmer aus aller Welt. Daneben gibt es zahlreiche
Veranstaltungen, allen voran das AUTOMATICA-Forum mit Vorträgen
und Podiumsdiskussionen quer durch alle Anwenderbranchen. Fester
Bestandteil der AUTOMATICA ist die Innovationsplattform Servicerobotik,
auf der führende Roboter-Hersteller, -Zulieferer und
-Forschungsinstitute den neuesten Stand der internationalen
Servicerobotik präsentieren. Die Besucher dürfen die Roboter
anfassen, selbst ausprobieren und können technische Details mit
den anwesenden Entwicklern diskutieren. Auch das Thema Mechatronik wird
die AUTOMATICA in seinen verschiedenen Facetten beleuchten. Nähere
Informationen zu alle diesen Veranstaltungen gibt es im Internet unter
www.automatica-munich.com. Wir sind gerade dabei, unsere Webseiten
völlig neu zu gestalten. Es lohnt sich also, am Ball zu bleiben
und immer wieder mal online zu gehen.
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