 |
|
 |
Robotics & Automation Report, 8. Ausgabe 2009
Im Robotics & Automation Report, 8. Ausgabe 2009, lesen Sie folgende Artikel: |
|
MM-Roundtable. Wohin steuert die Robotik?
|
Top |

MM-Robotik-Roundtable in Regensburg (v.l.n.r.): Wilfried Eberhardt (Kuka), Joachim Melis (Adept), Axel Burscheid (Motoman), Dr. Michael Wenzel (Reis), Thilo Brodtmann (VDMA). Bild: Martin Scharrer
| | Am
Rande der Jahrestagung des VDMA-Fachverbandes Robotik + Automation in
Regensburg sprach MM Maschinenmarkt mit Vertretern der Roboterindustrie
und des VDMA über die aktuelle wirtschaftliche Lage der Branche
und über Zukunftstrends in der Robotertechnik.
Die Gesprächspartner waren: Thilo Brodtmann, Geschäftsführer, VDMA-Fachverband Automation + Robotik Axel Burscheid, Leiter After Sales, Yaskawa-Motoman Wilfried Eberhardt, Managing Director Europe, Kuka Roboter Joachim Melis, Vice President Europe, Adept Technology Dr.-Ing. Michael Wenzel, Geschäftsführer, Reis Robotics
Kürzlich
wurde die neueste Studie der International Federation of Robotics
veröffentlicht. Für das laufende Jahr wird mit einem
weltweiten Einbruch der Roboterlieferungen um 40% gerechnet. Danach
soll es aber wieder mit Wachstumsraten von durchschnittlich 15%
aufwärts gehen. Offen lässt die Studie, ob die Erholung schon
2010 oder erst 2011 einsetzen wird. Herr Eberhardt, wie sind die
Erwartungen bei Kuka für das kommende Jahr?
Eberhardt:
Wir erwarten eine moderate Erholung. Ich denke, dass die 15% etwas zu
hoch gegriffen sind. Aktuell hat sich die Lage schon etwas gebessert.
Bei Kuka stellen wir einen erhöhten Auftragseingang fest. Das
heißt, die Talsohle wird gerade durchschritten mit leichten
Tendenzen nach oben. Wenn man dieses für das nächste Jahr
fortschreibt, kann man von einer moderaten Erholung – ich
würde sagen 5 bis maximal 10% – ausgehen.
| Herr Melis, mit Blick auf das Scara-Segment. Sind die Scara-Roboter in
diesem Jahr in gleichem Maße betroffen und wann rechnen Sie mit einer
Markterholung?Melis: Die Scara-Roboter sind in einem ähnlichen Ausmaß betroffen, weil
im deutschen Markt auf Scara-Roboter sehr häufig für Montage- und
Handhabungsanwendungen gerade im Automobil- und Zulieferbereich
eingesetzt werden. Von daher sind wir natürlich vom starken Rückgang
des Automobilgeschäftes ganz klar betroffen. Die Einbrüche liegen zur
Zeit in der Größenordnung von 30 bis 35%, wobei auch im Scara-Bereich
eine Bodenbildung zu sehen ist. In den letzten Wochen konnten Zuwächse
beim Auftragseingang realisieren. Andere Bereiche, in denen Scaras
eingesetzt werden, wie Pharmaindustrie oder Medizintechnik, sind nicht
so stark betroffen. Allerdings ist der prozentuale Anteil am
Gesamtgeschäft gerade in Deutschland nicht so groß wie im
Automotivebereich. Für das kommende Jahr erwarte ich ein Plus in der
Größenordnung von 5, vielleicht von 10%. Für 2011 sind die genannten
meiner Meinung nach 15% nicht unrealistisch. Hauptabnehmer für Industrieroboter ist nach wie vor die
Automobilindustrie, die wegen hoher Überkapazitäten unter der
Krise besonders stark zu leiden hat. Herr Brodtmann, ist zu
befürchten, dass dieser Absatzmarkt für Roboter mittel- bis
langfristig stagnieren oder gar schrumpfen wird?Brodtmann: Es ist der Branche, Gott sei Dank, in der Vergangenheit
gelungen, auch in anderen Bereichen außer der Automobilindustrie
zu punkten, in der sogenannten General Industry. Im Grunde ist dadurch
die starke Abhängigkeit von der Automotiveindustrie nicht mehr in
dem Maße gegeben, wie es einmal der Fall war. Gleichwohl befindet
sich natürlich die Automobilindustrie in einer schwierigen Phase.
Angesichts der Unter-Automatisierung, die insbesondere die
amerikanische Automobilindustrie von der Wettbewerbsfähigkeit her
auf einen sehr weit hinten gelegenen Platz katapultiert hat, kann man
vermuten, dass dort Nachholbedarf in Sachen Automatisierung besteht.
Auch wird die Automobilindustrie nach dem Auslaufen der
Abwrackprämie die potenziellen Käufer, die nicht abgewrackt
haben, mit neuen Modellen für den Automobilkauf stimulieren
müssen. Dazu muss in aktuelle Produktionstechnik investiert
werden. Die Automatisierungstechnik wird auf jeden Fall vorne mit dabei
sein, wenn dies geschieht. Herr Burscheid, noch stärker von der Krise gebeutelt als die
OEMs sind die Automobilzulieferer. Viele Unternehmen haben mittlerweile
Existenzprobleme. Wie hat sich der Roboterabsatz im Zulieferbereich
entwickelt?Burscheid: Grundsätzlich ist natürlich der Absatzeinbruch,
der im Automobilbereich zu verzeichnen ist, nicht nur ein Einbruch
aufgrund der Finanzkrise, sondern sicherlich auch den
Überkapazitäten geschuldet, die sich in den letzten Jahren im
Automobilbereich aufgebaut haben. Natürlich der extreme
Absatzeinbruch bei den OEMs 1:1 auf die Automobilzulieferer
durchgeschlagen. Geplante Neuinvestitionen, die für
Kapazitätserhöhungen und -erweiterungen geplant waren, sind
komplett entfallen. Dennoch sehen wir, dass der Markt natürlich
nicht tot ist. Die Modelloffensive, die Herr Brodtmann angesprochen
hat, wird kommen und zu Neuinvestitionen führen. Andererseits
werden die Zulieferer auch einen Re-use der vorhandenen Systeme
vornehmen, was bei den Roboterherstellern den Bereich After Sales
Refurbishment stark nach vorne bringen dürfte. Herr Dr. Wenzel, wie ist derzeit die Situation im Systemgeschäft und wie sind die Aussichten?Wenzel: Eigentlich kann ich mich meinen Vorrednern nur
anschließen. Wenn der Robotermarkt bei den reinen Robotern
schwächelt, kann das Systemgeschäft per se keine anderen
Zahlen vermelden. Von daher kann ich gleich auf den zweiten Teil Ihrer
Frage kommen, auf die Aussichten. Generell sind wir der Meinung, dass
das Systemgeschäft künftig gute Aussichten hat, und zwar aus
dem ganzheitlichen Ansatz heraus. Der Markt fordert immer mehr
komplette Lösungen. Die Lösungen werden zudem komplexer, die
eingesetzten Technologien umfassender. Von daher hat das
Systemgeschäft Perspektive und wird, sobald die Talsohle
durchschritten ist, sicherlich überproportional zulegen. Herr Eberhardt, die jüngste IAA in Frankfurt hat gezeigt,
weltweit setzt die Automobilindustrie auf neue umweltschonende
Fahrzeuge und Antriebskonzepte. Wie stellt sich die Roboterindustrie
auf diese Herausforderung ein?Eberhardt: Das ist eine Chance für die Roboterindustrie, weil
neuen Fahrzeugtechnologien Neuinvestitionen erfordern. Es sind neue
Fertigungsmittel einzusetzen und neue Prozesse. Die Details müssen
jetzt in den nächsten Wochen und Monaten festgelegt werden. Auf
jeden Fall gibt es hier die Chance für Neuinvestitionen in
beträchtlichem Umfang. Das wird sich wahrscheinlich nicht nur auf
den Bereich OEM erstrecken, sondern auch auf die Zulieferindustrie.
Denn gerade die Zulieferindustrie bringt neue Technologien in den
Markt, wie etwa Batteriehersteller, die Kooperationen mit OEMs
eingegangen sind. Ich sehe da in der nächsten Zeit erhebliches
Potenzial für komplette Neuinvestitionen, weil im Moment diese
Produktionsmittel und -einrichtungen noch gar nicht existieren. Kommen wir noch einmal zurück zur IFR-Studie. Danach werden
sich Service-Roboter im gewerblichen Bereich durchsetzen und das
Marktsegment deutlich wachsen. Ergibt sich daraus für Sie als
Hersteller von Industrierobotern die Notwendigkeit, sich auch in
Richtung Servicerobotik zu orientieren?Burscheid: Für das Haus Yaskawa-Motoman kann ich sagen, dass Japan
als Stammsitz der Yaskawa Electric Corporation seit jeher ein sehr
technikorientiertes Land ist, wo auch die Akzeptanz der Robotik im
Consumerbereich viel höher ist als das in Deutschland oder in
Europa. Das heißt, Yaskawa ist in diesem Bereich schon sehr
aktiv. So werden Lösungen aus dem Bereich Healthcare von Yaskawa
bereits in der Krankengymnastik eingesetzt. Yaskawa engagiert sich
außerdem stark im Segment Home Robotics. Wenzel: Was Reis Robotics betrifft, so ist zumindest Insidern bekannt,
dass es schon in der Vergangenheit vereinzelt Ausflüge in die
Servicerobotik haben. Wir haben für uns aber klar festgelegt, dass
wir diese Lösungen, die wir in den unterschiedlichsten Bereichen
angeboten haben, immer auf der technologischen Basis der
Industrieroboter aufsetzen. Es gibt also keine separate
Entwicklungsrichtung oder -linie für den Bereich Servicerobotik,
sondern einen Transfer von Industrieroboter-Lösungen in den
Servicebereich hinein. Eberhardt: Für Kuka Roboter ist das Thema Serviceroboter sehr,
sehr wichtig. Wir sind bereits in diesem Bereich unterwegs. Ein
wichtiges Stichwort ist der Leichtbauroboter, und zwar Leichtbau mit
Hilfe von Kohlefaser, um eben weniger Masse zu haben. Leichtbau ist
auch die Brücke in Richtung Mensch-Maschine-Kooperation –
weniger Masse, weniger Energie und damit eine hohe Kooperation zwischen
Mensch und Maschine. Servicerobotik erstreckt sich auch in den Bereich
Industrie. Wir haben bereits Pilot-Anwendungen laufen mit
Leichtbaurobotern im Bereich der Montage. Hinzu kommt der mobile
Roboter, der zum Objekt hin fährt und an verschiedenen
Arbeitsstationen auch in der Kleinserienfertigung sehr flexibel
eingesetzt werden kann. Nicht zu vergessen, der große Bereich
Medizintechnik, wo wir schon seit vielen Jahren aktiv sind. Auf der
Basis des Leichtbauroboters werden noch sehr viele neu Anwendungen
hinzukommen. Die IFR-Studie nennt die unterschiedlichsten Anwendungsgebiete
für Service-Roboter. Das reicht vom militärischen Bereich
über Reinigungsroboter bis hin zu Melkrobotern und der
Bauwirtschaft. Welche Bereiche sehen Sie denn momentan am weitesten
entwickelt, wo werden sich der Service-Roboter am ehesten durchsetzen
könnte?Melis: Wenn man sich die weltweiten Märkte ansieht, dann zeigt
sich ganz klar, dass der größte Umsatzanteil momentan im
militärischen Bereich gemacht wird. Es gibt gerade in den USA
große Hersteller von Service-Robotern, die sich mit Themen wie
Aufklärung, Erkundung von Gelände oder Transport von
Materialien und ähnlichem beschäftigen. Das ist ein sehr
großer Markt. Viele Entwicklungen, gerade im kognitiven Bereich,
werden gerade in den USA vom Militär getrieben. Ich denke, dass
das auch für einen gewissen Zeitraum der größte Markt
bleiben wird, bis dann letztendlich Technologien aus diesen
militärischen Entwicklungen zivile Bereiche erschließen. Das
gilt beispielsweise für die Sicherheitstechnik, aber auch für
die direkte Zusammenarbeit von Mensch und Roboter. Die kognitive Seite
der Robotik ist sicherlich etwas, was momentan an der Entwicklungsfront
sehr stark vorangetrieben wird. Allerdings wird es noch eine gewisse
Zeit dauern, um Roboter wirklich autark, autonom arbeiten zu lassen. Eberhardt: Für Kuka sind aktuell zwei Bereiche von Bedeutung. Der
Bereich Industrie mit Servicerobotik und dort speziell der Bereich
Montage. Hier geht es um die Mobilität des Roboters und um seine
Intelligenz. Beweglichkeit und Mensch-Maschine-Kooperation ohne
Schutzzaun – das ist ein riesiges Gebiet. Denn zur Zeit wird in
der Montage wegen der unzureichenden Flexibilität der Systeme noch
recht wenig automatisiert. Mit der Flexibilität des
Serviceroboters wird sich das ändern. Ein zweites ganz wichtiges
Feld, das jetzt schon für uns Umsatzrelevanz hat, ist der Bereich
Medizintechnik. Die bis jetzt eingesetzten Medizinroboter basieren im
Wesentlichen auf Industrierobotern. Und so geht der nächste
Schritt ganz klar in Richtung Servicerobotik, wo die
Mensch-Maschine-Kooperation im Fokus steht. Jetzt ist bei den Antworten bereits das ein oder andere Mal der
Begriff Mensch-Maschine-Interaktion gefallen. Sind denn die technischen
Voraussetzungen vorhanden, um wirklich ein sicheres Interagieren
zwischen Mensch und Roboter zu gewährleisten?Wenzel: Das kann man ganz klar mit einem Ja beantworten. Es gibt
mittlerweile Steuerungskonzepte, die auch von den entsprechenden
offiziellen Institutionen geprüft und abgenommen sind. Diese
lassen ein unmittelbares Agieren zwischen dem Werker und dem Roboter
ohne trennende Schutzeinrichtungen, also ohne Schutzzaun oder
Schutzgitter, zu. Ein Thema, das stark diskutiert wird, ist Green Automation. Wo steht
die Roboterindustrie, wenn es darum geht, die eigenen Systeme in Sachen
Energie- und Materialeffizienz zu optimieren?Wenzel: Das Thema Green-Automation, das im übrigen als Leitmotiv
bei der Automatica 2010 einen starken Widerhall finden wird, hat
zahlreiche Facetten. Ein Punkt ist sicherlich die Energieeffizienz und
die ökonomisch- ökologische Betrachtung der Roboter und der
Systemkomponenten im engeren Sinne. Der zweite Aspekt – und auf
den möchte ich besonders hinweisen – ist aber auch der
Einsatz von Automatisierung für „grüne
Applikationen“. Ob das jetzt Solar, Wind oder andere regenerative
Energien sind – diese Bereiche kommen nur mit Unterstützung
von Automatisierungstechnik in einen wirtschaftlichen
Break-even-Bereich. Das Stichwort Green Automation muss meines
Erachtens auch in diesem Kontext verstanden werden. Eberhardt: Ich möchte mich da Herrn Dr. Wenzel anschließen.
Denn häufig wird „nur“ verstanden, dass es um die
Effizienz von Motoren, Getrieben und oder ganzer Maschinen gehe. Man
muss aber deutlich sehen, dass wir mit Hilfe „intelligenter
Automatisierung“ Produkte herstellen, die es uns erlauben,
Energie zu sparen. So braucht ein Auto mit Aluminiumkarosserie
spezielle Fügeverfahren und entsprechende Automatisierung, denn
manuell geht da gar nicht mehr. In der Solarindustrie ist das ganz
ähnlich. Man muss den Begriff Green Automation dahingehend
erweitern, dass es hier um Techniken geht, die notwendig sind, um
intelligente und energiesparende Produkte herzustellen. Jürgen Schreier Related Content: www.maschinenmarkt.vogel.de |
|
Servicerobotik Wenn der Roboter zum Altenpfleger wird
|
Top |
Interview Thilo Brothmann

Thilo
Brodtmann, VDMA: „Die Bedürfnisse der älteren Menschen
abzudecken, wird Ziel der Robotik in der Zukunft sein.“
Bild: Schreier
| | Der
internationale Robotikverband IFR sagt der Servicerobotik seiner
jüngsten Prognose beachtliche Wachstumsraten voraus. Über die
wirtschaftlichen Chancen und den gesellschaftlichen Nutzen dieser
Technologie sprachen wir mit Thilo Brodtmann, Geschäftsführer
der VDMA-Fachgemeinschaft Robotik + Automation.
Herr
Brodtmann, in der Agenda Robotic Visions 2020 von Europ ist zu lesen,
dass die Robotik ein Schlüsselelement sein wird, wenn es darum
geht, die anstehenden gesellschaftlichen Herausforderungen zu
bewältigen. Klingt echt toll, doch was hat man sich konkret
darunter vorzustellen?
Brodtmann: Zurückblickend kann
man schon einmal festhalten, dass mehr Automatisierung mehr
Arbeitsplätze geschaffen hat, nicht weniger. Wenn es gelingt,
Robotik und Automatisierung auch in den Mittelstand zu tragen, darf man
davon ausgehen, dass auch der Mittelstand noch wettbewerbsfähiger
wird und neue Arbeitsplätze schafft.
Ein wichtiges Thema ist die alternde Gesellschaft. Was kann die Robotik
dazu beitragen, die damit zusammenhängenden Probleme zu lösen?
Brodtmann:
Die Bedürfnisse der älteren Menschen abzudecken, wird Ziel der Robotik
in der Zukunft sein. Im Augenblick ist die Situation die, dass es durch
die demografische Entwicklung immer schwieriger wird, die alternde
Gesellschaft richtig zu versorgen. Technologisch stellen wir uns vor,
dass wir relativ bald in der Lage sein werden, in dieser Hinsicht etwas
zu leisten und die passende Technik anzubieten. Allerdings muss noch
für nötige Akzeptanz gesorgt werden, dass ein alter Mensch von einem
Roboter unterstützt und gepflegt wird.
|
Gibt es in diesem Bereich bereits vorzeigbare Produkte oder zumindest Visionen?Brodtmann:
So kann man beispielweise auf den Care-Robot verweisen, der in einer
musterhäuslichen Umgebung durchaus in der Lage ist, Menschen, die in
ihrer Mobilität eingeschränkt sind, mit Getränken oder Medikamenten zu
versorgen. Außerdem löst der Roboter Alarm aus und ruft Hilfe herbei,
wenn jemand hinfällt. Die ersten Schritte sind also gemacht und
vorzeigbar. Die Anwendungsgebiete der Servicerobotik sind breit
gefächert, reichen vom professionellen Sicherheitsroboter bis hin zum
Staubsaugroboter für die eigenen vier Wände. Welche Gebiete erscheinen
Ihnen am aussichtsreichsten?Brodtmann: Ich denke, dass der
Medizintechnikbereich sehr vielversprechend ist und auch kurzfristig
Lösungen zeigen wird. Interessant ist darüber hinaus der
Sicherheitsbereich. Objektschutz wird heute überwiegend von Menschen
gemacht, die sich Gefahren aussetzen, die ungünstige Arbeitszeiten und
ein ungünstiges Arbeitsumfeld haben. Das alles würde sich mit Robotern
wesentlich einfacher und angenehmer für die Menschen gestalten. Ein
Engagement in der Servicerobotik setze einen langen Atem voraus, sagte
kürzlich der Vertreter eines großen deutschen Herstellers. Ist dieser
lange Atem auch jetzt in der Krise noch vorhanden?Brodtmann: Ja,
ich denke, dass der Markt für Serviceroboter so vielversprechend ist,
dass wir den erforderlichen langen Atem mitbringen. Natürlich ist das
immer eine Frage, wo man den richtigen Business-Case realisieren kann.
Vor einigen Jahren konnte sich kaum jemand vorstellen, dass die meisten
Menschen einmal zwei bis drei Handys besitzen werden. Wenn wir also
Applikationen haben, die Spaß machen und die uns im täglichen Bedarf
nützlich sind, dann glaube ich, kann man in bestimmten Bereichen auch
richtige Mengengerüste erzeugen. Herr Brodtmann, anlässlich der
Vorstellung der IFR-Zahlen haben Sie gesagt, dass spätestens bis 2015
in jedem Fertigungsbetrieb mindestens ein Roboter stehen wird. Wann
steht in jedem Haushalt ein Roboter?Brodtmann (lacht): Ich sage mal 2020, weil sich 2020 niemand mehr daran erinnern wird. Jürgen Schreier
Related Content: www.maschinenmarkt.vogel.de |
|
Selbstorganisierende Produktion Die Fabrik der Zukunft denkt mit
|
Top |

Vom
10. bis 13. November können sich die Besucher der Productronica in
München wieder über neueste Entwicklungen in der
Elektronikfertigung informieren.
Bild: Messe München
| | Alles
über neueste Produktionsmethoden in der Elektronikfertigung wird
vom 10. bis 13. November 2009 in München auf der Productronica zu
sehen sein. Auf einer Sonderschau der Weltleitmesse zeigen deutsche
Forscher, wie sie sich die intelligente Produktion in Zukunft
vorstellen.
Die selbstorganisierende Produktion (Sopro) soll
künftig den Herstellungsprozess von Gütern revolutionieren.
Maschinen und Werkstücke, die mittels Chip miteinander
kommunizieren, voneinander lernen und ihre Arbeit selbst einteilen,
sorgen dafür, dass Fertigungsprozesse flexibler, effizienter und
umweltfreundlicher werden. Die Partner des Projekts Sopro geben hierbei
einen Ausblick auf die intelligente Fabrik der Zukunft.
Productronica als geeignete Plattform für selbstorganisierende Produktion
„Die
Productronica 2009 ist als Trendsetter der Branche die ideale
Plattform, um tiefere Einblicke in eine Technologie zu gewähren,
die den Produktionsstandort Deutschland nachhaltig verändern
wird“, sagt Eckhard Hohwieler vom Fraunhofer-Institut für
Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK), wissenschaftlicher
Koordinator des Projekts Sopro. „Als Wissenschaftler schätze
ich besonders den praktizierten Wissenstransfer zwischen Forschung und
Industrie, der auch für die Entwicklung der selbstorganisierenden
Produktion entscheidend ist, da er den Schritt von der Theorie in die
Praxis möglich macht.“
|
Unter der wissenschaftlichen Leitung des IPK forscht im Rahmen des
Projekts Sopro ein Konsortium von Instituten der
Fraunhofer-Gesellschaft sowie der Technischen Universität Berlin an der
Weiterentwicklung sogenannter Process-E-Grains, der Schlüsselelemente
der intelligenten Produktion. Die Zusammenarbeit mit der Industrie wird
von den Fachverbänden Productronic und Micro Technology sowie der
Arbeitsgemeinschaft Modulare Mikrosysteme im Verband Deutscher
Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) koordiniert. E-Grains lenken die Abläufe in der intelligenten FabrikProcess-E-Grains
sind kleine elektronische Zellen, die autonom miteinander kommunizieren
und voneinander lernen. So kann beispielsweise eine ausgelastete oder
defekte Maschine mithilfe eines E-Grains Transportanlagen und
Werkstücken mitteilen, dass eine alternative Anlage genutzt werden
muss. Die zu bearbeitenden Werkstücke werden daraufhin zu einer anderen
Maschine befördert und melden mit einem eigenen E-Grain, welche
Arbeiten an ihnen durchgeführt werden müssen. Entscheidungen, die einen
reibungslosen Ablauf des Herstellungsprozesses in einer Fabrik
gewährleisten, können so autark binnen Sekundenbruchteilen getroffen
werden. Das ermöglicht Zeit- und Kosteneinsparungen. Dr. Eric
Maiser vom VDMA unterstreicht: „Sopro kann die Fertigungsindustrie
revolutionieren. Die fortschreitende Miniaturisierung — insbesondere in
der Mikroelektronik — erfordert bereits heute zwingend die
Automatisierung von Fertigungsprozessen, um bezahlbare Produkte für
alle herstellen zu können. Sopro schafft nun eine vernetzte
Automatisierung und hilft damit, Fertigungsfehler viel früher zu
vermeiden. Neben dem ökonomischen Aspekt sind mit effizienteren
Abläufen auch ökologische Vorteile verknüpft, da energie- und
ressourcenschonender produziert werden kann. Dies ist in allen modernen
Industrien unverzichtbar.“ Darüber hinaus könnten in Zukunft
sogar die Logistik innerhalb der Fabrik und der Nachschub von
Zulieferteilen vollautomatisch erfolgen. Der Bedarf an gut
ausgebildeten Fachkräften zur Installation, Planung und Überwachung
solcher Fabriken wird steigen. Selbstorganisierende Produktion ist also
der nächste Schritt, die Fertigungsindustrie in Deutschland auszubauen,
wettbewerbsfähiger zu machen und damit Arbeitsplätze zu sichern. Produktion 2.0 soll in rund 20 Jahren laufenDas
Projekt Sopro startete im März 2008, läuft bis zum 28. Februar 2011 und
soll in ein Verbundprogramm mit Industriepartnern münden. Vision der
Beteiligten aus Wirtschaft und Forschung mit den Schwerpunkten
Mikrosystemtechnik, Informationstechnik und Produktionstechnik ist es,
die vollkommen intelligente Fabrik zu ermöglichen. Die
Projektteilnehmer konzentrieren sich bei ihrer Arbeit insbesondere auf
Methoden zur Anpassung und Änderung der gespeicherten Informationen und
Aufgaben der Process-E-Grains (Rekonfigurierbarkeit), eine robuste
Funkkommunikation in rauen Umgebungen und die Erarbeitung von
Modulkonzepten, so dass eine Einbettung von Funksensorknoten in die
Produktionsumgebung kostengünstig umgesetzt werden kann. Auch
sozioökonomische Aspekte werden berücksichtigt. Noch steckt die
Entwicklung der selbstorganisierenden Produktion in den Anfängen. Nach
Expertenmeinung könnten sich Produktionsstätten schon in 20 Jahren dank
E-Grains grundlegend ändern. Im Jahr 2007 war die Welt der
Elektronikfertigung zuletzt Gast bei der alle zwei Jahre stattfindenden
Messe in München: 1484 Aussteller waren damals gekommen. 40000
Fachbesucher (2005: 43113) besuchten sie auf der Messe. Für die
Productronica 2009 erwartet der Veranstalter aufgrund der Krise 1126
Aussteller, 24 zusätzlich vertretene Unternehmen sowie 35000
Fachbesucher aus mehr als 70 Ländern. Die Ausstellungsfläche beträgt
75000 m². Reinhold Schäfer Related Content: www.maschinenmarkt.vogel.de |
|
Fertigungsautomatisierung Automatisiertes Ablagesystem positioniert Press- und Stanzteile
|
Top |

Mit
Samthandschuhen stapelt das Ablagesystem Press-, Stanz- und andere
Serienteile, bevor es sie anschließend geordnet ablegt.
Bild: Josef Vogt
| | Für
das geordnete und schonende Ablegen von Press- und Stanzteilen wurde
ein automatisiertes Ablagesystem nach dem Baukastenkonzept entwickelt.
Dabei konnten mit Hilfe der Simulation wesentliche Entwicklungsschritte
bereits im virtuellen Raum vorweggenommen werden.
Mit modularen
Systemen lassen sich in der Fertigung viele Prozessschritte besonders
wirtschaftlich automatisieren. Der Spann- und Greiftechnikspezialist
Schunk geht dabei noch einen Schritt weiter: Bereits ab der
Entwurfsphase können Baugruppen und Automatisierungssysteme
virtuell simuliert und verbessert werden. Auf diese Weise
verkürzen Anwender, Systemintegratoren und Konstruktionsbüros
die Entwicklungszeit, vermeiden Schwachstellen und teure Fehlversuche
und steigern sowohl die Lebensdauer als auch die Energieeffizienz der
Anlage.
Automatisiertes Ablagesystem als universelles Baukastensystem
Ein
Beispiel für den Nutzen virtueller Prototypen ist ein Projekt bei
Kiwi Automations in Oberkirch. Mit Hilfe von Schunk Engineering wurde
ein effizientes, automatisiertes Ablagesystem zum geordneten und
schonenden Ablegen von Press-, Stanz- und anderen Serienteilen
entwickelt. Entstanden ist so ein universelles Baukastensystem. Die
Qualitätsanforderungen in der Serien- und Massenfertigung sind in
den vergangenen Jahren unaufhörlich gestiegen. Immer
anspruchsvoller, komplexer und empfindlicher werden die Teile. Zugleich
gehören eine makellose Optik und eine hohe Maßhaltigkeit
immer häufiger zu den entscheidenden Qualitätskriterien.
Speziell in der Serien- und Massenfertigung gewinnt daher das schonende
und geordnete Ablegen zunehmend an Bedeutung.
|
Mit dem kompakten, vielseitig einsetzbaren Ablagesystem lassen sich
beispielsweise Press- und Stanzteile selbst bei hohen Taktraten
zuverlässig und schonend für die direkte Weiterverarbeitung
positionieren und abstapeln. Ver-glichen mit Setzhilfen senkt diese
Automatisierungslösung deutlich die Fertigungskosten. Zudem ist
kontinuierlich eine schnelle Taktung möglich. Während früher bei der
Entwicklung derartiger Automatisierungssysteme primär manuelle
Auslegungen, Excel-Tools und teure Prototypen genutzt wurden, nimmt
Schunk wesentliche Entwicklungsschritte bereits im virtuellen Raum
vorweg. Die Auslegung von Schrauben, die Betriebsfestigkeit, die
Belastungen auf Komponenten sowie Grenzlasten werden mit Hilfe von
Software an virtuellen Prototypen simuliert und optimiert. Simulation spart zwei Entwicklungsstufen einDie
Simulationen liefern dabei wertvolle Ergebnisse: Sehr anschaulich
erkennt man bereits frühzeitig Verformungen, Belastungen und
Systemverhalten, kann Varianten vergleichen und Optimierungen
durchführen. Das erhöht die Entwicklungssicherheit und erleichtert die
Beurteilung der Konstruktion. Vor allem aber spart die virtuelle
Produktentwicklung Zeit und Kosten, weil entscheidende Schwachstellen
bereits erkannt und korrigiert werden, noch bevor der erste Prototyp
gebaut wird. Im Fall des Kiwi-Ablagesystems lässt sich dieser Vorteil
ganz konkret fassen: Dank der Simulation konnten zwei
Entwicklungsstufen mit noch nicht voll ausgereiften Prototypen komplett
eingespart werden. Schunk Engineering ist ein internes
Expertennetzwerk, in dem computergestützte Entwicklungstechnologien
(CAE) projektübergreifend koordiniert, effektive Rechenwege genutzt,
Erkenntnisse aufbereitet und anschließend wiederverwendbar gemacht
werden. So lassen sich beispielsweise Standardberechnungen für die
Linear- und Portaltechnik durchführen. Aus dem umfassenden Programm von
Linearachsen wird auf diesem Weg die für die Anwendung optimale
Achs-Kombination ermittelt. Mit Hilfe der Simulation ist es
möglich, hinreichend steife und haltbare Systeme zu konfigurieren sowie
etwaige Schwachstellen zu erkennen und zu vermeiden. So können bereits
vor dem Bau der ersten realen Prototypen mit minimalem Aufwand
unterschiedliche Varianten geprüft und optimiert werden. Dabei arbeitet
Schunk Engineering mit bis zu drei Simulationsstufen: - Modalanalyse, das heißt Simulation der Schwingungsformen und Eigenfrequenzen zur ersten Beurteilung der Steifigkeit, -
statische oder quasistatische Analyse, das heißt Simulation der
Auswirkungen von Lasten, Gewichtskraft oder Beschleunigungen zur
Bemessung und Überprüfung der Komponenten, - transiente Analyse,
das heißt Simulation kompletter Zyklen und Abläufe zur genauen
Ermittlung der dynamischen Lasten und zur Beurteilung der Lebensdauer. Steife und schwingungsarme Achskombination Mit
zunehmendem Projektfortschritt entstehen virtuelle Prototypen, deren
Aussagen der Realität stets einen Schritt voraus sind. Für ein erstes
Simulationsmodell genügt zunächst ein Entwurf der Achskombinationen,
das heißt der Achstypen, Abmessungen und Massen. CAD-Daten der
umgebenden Konstruktion sind hilfreich, jedoch nicht Bedingung. Im
Rahmen einer Modalanalyse werden daraus Eigenfrequenzen und Eigenformen
berechnet. Innerhalb kürzester Zeit lässt sich so eine steife und
schwingungsarme Achskombination ermitteln. Dies ermöglicht eine
schnelle und sichere Beurteilung des Systems im Hinblick auf eine
günstige Kombination von Steifigkeiten und Massen. Das Ergebnis ist ein
Linearachsensystem mit minimierter Schwingungsanfälligkeit sowie
Steifigkeitsempfehlungen für die umgebende Konstruktion. Simulation vermeidet überdimensionierte Systeme Abhängig
von den jeweiligen Anforderungen, vom Bauteil und den zu beladenden
Behältnissen werden das Greifersystem und die Pufferzone ausgelegt. Das
universell einsetzbare Ablagesystem lässt sich in Aufbau und Funktion
sehr einfach an spezifische Anforderungen anpassen und ist zudem
jederzeit erweiterbar. In der Grundausführung AGA 2400-2 verfügt das
System über einen Verfahrweg in der X-Achse von 2400 mm, in der Y-Achse
von 1220 mm und in der Z-Achse von 900 mm. Die Abmessungen betragen (L
× B × H) 4000 mm × 2100 mm × 3500 mm. Das Maximalgewicht der
Z-Achsanbindung liegt bei 15 kg. Als Linearachsen kommen
hochbelastbare, langlebige und genaue Linearmodule mit
Zahnriemenantrieb und Profilschienenführung aus dem System HSB von
Schunk zum Einsatz. Mit Simulation konkrete Konstruktionsvorgaben und -richtlinien erstellenDie
Engineering-Leistungen kommen allen Beteiligten zugute, denn neben den
unmittelbaren Vorteilen in der Entwicklungsphase generiert die
Simulation weitere Zusatzeffekte: Anwender profitieren von einer langen
Lebensdauer und einer dauerhaft hohen Präzision des Systems, weil das
Schwingungsverhalten, die Eigenfrequenz und die Stabilität optimiert
sind. Mögliche Schwachstellen werden bereits im Vorfeld identifiziert
und ausgeschlossen. Zudem können auf Basis der Simulation konkrete
Konstruktionsvorgaben und -richtlinien erstellt werden. Dank der
bedarfsorientierten Auslegung gehören aus übertriebenem
Sicherheitsdenken überdimensionierte Systeme der Vergangenheit an. Das
senkt die Kosten der Module, reduziert das Gewicht der Anlage und den
Energiebedarf im laufenden Betrieb. Die virtuelle Produktentwicklung
leistet damit zusätzlich einen wichtigen Beitrag zur Kosteneinsparung
und zum Schutz der Umwelt. Jürgen Kolbus und Stefan Kerpe Jürgen
Kolbus ist Branchenspezialist Systemlösungen Automation bei der Schunk
GmbH & Co. KG in 74348 Lauffen/Neckar. Dipl.-Ing. (FH) Stefan Kerpe
leitet Schunk Engineering. Related Content: www.maschinenmarkt.vogel.de |
|
Bildverarbeitung Vision-System sichert Qualität in der Solarzellenfertigung
|
Top |

Der Sensor mit abgesetztem Kamerakopf arbeitet als vollkommen autarke Bildverarbeitungseinheit.
Bild: Cognex
| | Solarzellen
weisen häufig produktionsbedingte lokale Defekte auf, welche die
Lebensdauer und Effizienz beeinträchtigen können. Bei der
100%-Qualitätskontrolle in der Produktion von einzelnen Zellen und
kompletten Solarmodulen können Bildverarbeitungssysteme zum
Einsatz kommen.
Oberflächendefekte wie Kratzer oder
Dellen in Solarzellen können deren Effizienz und Lebensdauer
verschlechtern. Als entscheidender Faktor des Markterfolges erweist
sich zunehmend die hundertprozentige Qualitätskontrolle der
einzelnen Zellen und von kompletten Modulen. Ein
Solartechnik-Hersteller hat seine Fertigung mit Vision-Sensoren
ausgestattet, die in verschiedenen Prozessschritten der Produktion die
optische Qualitätkontrolle und das Ausrichten der Zellen
übernehmen.
Spitzenproduktion von 600 Zellen pro Stunde
Das
italienische Unternehmen 2BG hat seine Erfahrungen aus dem von hohen
Anforderungen geprägten Anlagenbau für die Automobilindustrie
in den Bereich der Solarzellenfertigung transferiert und fertigt
komplette Solarmodule. Eine Tabber-Stringer-Anlage verlötet
Solarzellen zu Strings, einer Kette von in Reihe geschalteter
Solarzellen, die wiederum zu kompletten Solarmodulen
zusammengefügt werden. Mithilfe von
Hochgeschwindigkeitsbestückung, Bildverarbeitung und
Infrarot-Lötsystem wird heute die Spitzenproduktion von 600 Zellen
pro Stunde erreicht. Die automatisierte Anlage kann nach
unterschiedlichen, intern speicherbaren Produktzyklen arbeiten und
unterschiedliche Zellgrößen von 100 mm x 100 mm bis 156 mm x
156 mm und Zellgrößen mit unterschiedlichen Dicken von 160
bis 400 µm verarbeiten.
| Mit innovativen Techniken hohen Qualitätsstandard sichernUm den
Fertigungsprozess so effizient wie möglich zu gestalten, beschloss das
Forschungs- und Entwicklungsteam des Unternehmens, nach innovativen
Techniken zu suchen, die den hohen Qualitätsstandard sicherstellen und
potenzielle Mängel während der Produktion beseitigen sollen. Von einer
mechanischen Lösung im Ausrichten und Zentrieren der Solarzellen nahm
man sehr schnell Abstand, weil dies mit hohem Aufwand verbunden gewesen
wäre, die Kalibrierung erschwert und die Fertigungsflexibilität stark
eineinschränkt hätte. Darüber hinaus bestand aufgrund des direkten
mechanischen Kontaktes die Gefahr, dass die Zellen beschädigt worden
wären. Das hätte bedeutet, dass die Solarmodule möglicherweise winzige
Oberflächendefekte aufgewiesen hätten und nicht richtig ausgerichtet
gewesen wären. Nach einer vorausgehenden Evaluierungsphase
bezüglich des Bildverarbeitungssystems hat der Solarzellenhersteller
beschlossen, die In-Sight-Bildverarbeitungssysteme von Cognex zu
testen. Die Anwendung wurde auf einem Prototyp der
Tabber-Stringer-Anlage installiert. Die dabei erzielten Ergebnisse
waren, wie es heißt, derart überzeugend, dass man sich für das
Vision-System zur Qualitätskontrolle und Ausrichtung der Zellen
entschied. Automatische Zentrier- und Qualitätsprüfstation mit Bildverarbeitungssystem In-Sight 5400Mit
den Erfahrungen aus der Testversion wurde eine automatische Zentrier-
und Qualitätsprüfstation entwickelt, die mit dem
Bildverarbeitungssystem aus der Produktfamilie In-Sight 5400
ausgestattet wurde. Diese Sensoren-Familie verfügt über
anwendungsspezifische Leistungsabstufungen und kann den Angaben zufolge
Aufgaben übernehmen, die bislang PC-gestützten
Bildverarbeitungssystemen vorbehalten waren. In der Applikation
Solarzellenfertigung wird eine 2-Megapixel-Kamera eingesetzt: Die
In-Sight 5403 mit einem CCD-Chip der Größe 1/1,8“ hat eine
Bildauflösung von 1600 × 1200 Pixeln und eine Bildaufnahmefrequenz von
15 Bildern pro Sekunde. Mit dieser Auflösung kann der Sensor für
unterschiedlich große Bauteile eingesetzt werden. Die Kamera ist mit
einer integrierten Ethernet-Schnittstelle ausgestattet, die über die
Entwicklungsumgebung Explorer eine einfache Integration in die
Prozesssteuerung ermöglichen soll. System arbeitet in Aufnahme und Bildanalyse vollkommen autarkMit
dem abgesetzten Kamerakopf und den Abmessungen von 83,3 mm x 123,2 mm x
61,4 mm (mit Objektivschutzabdeckung) kann das System platzsparend
installiert werden. Es hat einen C-Mount-Gewindeanschluss und erreicht
Verschlusszeiten von 27 µs bis 1000 ms. Das System arbeitet in Aufnahme
und Bildanalyse vollkommen autark. Die Beleuchtungssteuerung ist im
IP67-geschützten System integriert. Bei der Fertigung der
Solarzellen konnte mit dem Bildverarbeitungssystem der mechanische
Kontakt auf ein Minimum reduziert und die Unversehrtheit der Produkte
sichergestellt werden. Von großer Bedeutung soll sich dabei die
Zentriergenauigkeit erwiesen haben. Dafür steht das Vision-Tool aus der
Bildverarbeitungssoftware Patmax zur Verfügung. Das Werkzeug erschließt
hohe Auflösungen der Positionsbestimmung bis in den Subpixelbereich und
die Winkelbestimmung von Objekten bis zu 0,02°. Es lokalisiert Objekte
den Angaben zufolge auch unter schwierigen Bedingungen wie
Veränderungen der Teileabmessung, ungenauer Ausrichtung, wechselnder
Beleuchtungsbedingungen, Deformation, Verdeckung oder Spiegelung von
Bauteilen oder unregelmäßigen Hintergründen. Auch die Oberfläche
einer Solarzelle ist kein trivialer Prüfgegenstand: Sie gleicht einem
Spiegel mit reflektierender Oberfläche. Weil das Suchprinzip
gleichzeitig die Kontur und die Struktur des Objektbildes untersucht,
sei es unempfindlich gegen reflektierende Oberflächen. So könne das
Werkzeug auch bei wechselnden Beleuchtungs- und Kontrastverhältnissen
sicher positionieren; die zuverlässige Langzeitleistung sei
sichergestellt. Software In-Sight-Explorer ist einfach zu handhabenEine
wichtige Rolle für die Handhabung spielt auch die Entwicklungsumgebung.
Der In-Sight-Explorer sei einfach zu handhaben. So könne auch das
Maschinenpersonal, ohne spezielle Kenntnisse der Bildverarbeitung, die
Programmierung neuer Bauteile vornehmen, indem es die Parameter
anpasst. Mit dieser Umgebung werden die Sensoren zudem in den
Automatisierungsprozess und in die Unternehmenskommunikation
eingebunden. Auch ganze Netzwerke von Vision-Sensoren werden damit
verwaltet. Vision-Werkzeug-Bibliothek detektiert OberflächenmängelIn
einem weiteren Schritt des Produktionsprozesses werden die Solarzellen
automatisch von zwei Ladevorrichtungen aufgenommen. Der finale String
wird auf einem Beleuchtungstisch zur abschließenden Qualitätsprüfung
abgelegt. Dank der Vision-Werkzeug-Bibliothek von Cognex ist es
möglich, Oberflächenmängel wie kleine Kratzer oder Vertiefungen in der
Form oder an den Kanten der Zelle festzustellen. Dadurch können der
Verlauf und die einwandfreie Zusammensetzung des Strings verifiziert,
fortlaufend dokumentiert und die Produktion zurückverfolgt werden. Dieses
breite Prüfspektrum konnte den Angaben des Anwenders zufolge nur durch
die Rechenleistung und Geschwindigkeit der In-Sight-Systeme geschaffen
werden. Jede Vision-Station verfügt über optionale Elemente sowie einen
mehrsprachigen, interaktiven Touchscreen, der kundenspezifisch
konfiguriert werden kann. Die Produktfamilie der Vision-Systeme ist
für den Solartechnikhersteller mittlerweile unerlässlich; für die
Sicherstellung der Qualität sei sie unabdingbar. So werden jetzt alle
Tabber-Stringer-Maschinen mit Vision-Sensoren ausgestattet. Monika Zwettler Related Content: www.maschinenmarkt.vogel.de |
|
Robotik Gekapselter Laborroboter macht Sterilisationsprozesse automatisierbar
|
Top |

Der neue Roboter von Stäubli kann dauerhaft in dampfförmigen Wasserstoffperoxid-Umgebungen arbeiten.
Bild: Stäubli
| | Der
Roboterhersteller Stäubli Robotics dringt mit dem Roboter TX60
stericlean in Bereiche vor, in denen der Einsatz von Robotern bis heute
eigentlich als unmöglich galt. Der neue Roboter kann dauerhaft in
dampfförmigen Wasserstoffperoxid-Umgebungen, die für
Sterilisationsprozesse typisch sind, arbeiten. Dafür sorgen einige
konstruktive Besonderheiten.
So ist der Stäubli TX60
stericlean der erste Roboter, der dank einer speziellen Kapselung, der
Ausführung besonders beanspruchter Teile in Edelstahl und einer
speziellen Oberflächenbehandlung in sogenannten VHP-Umgebungen
dauerhaft und zuverlässig arbeiten kann. Damit ist der Sechsachser
in der Lage, Prozesse wie Sterilisieren, Dekontaminieren,
Bestücken und dergleichen mehr in Isolatoren und Gloveboxen zu
übernehmen. Prozesse, bei denen der Bediener bislang
umständlich über entsprechende Aussparungen in der Box mit
dicken Handschuhen in aggressiver oder toxischer Umgebung
„hantieren“ musste, sind jetzt automatisiert zu betreiben.
Erstmals
werden damit Sterilisations- oder Dekontaminations-Prozesse in
Forschungslabors, der Medizintechnik, aber auch in Fertigung und
Produktion automatisierbar. Nach Aussage der Stericlean-Entwickler
gelingt mit dieser technischen Innovation der entscheidende Durchbruch
bei den Bemühungen zur Automatisierung solcher Prozesse.
|
Probleme mit manuell schlecht zugänglichen Stellen innerhalb der
Glovebox gehören mit dem neuen Stäubli-Roboter der Vergangenheit an.
Dank seiner hohen Beweglichkeit erreicht der TX60 stericlean problemlos
alle für die Sterilisation relevanten Positionen. Das macht die
Prozesse sicherer und im Vergleich zur umständlichen manuellen
Ausführung auch schneller. Jürgen Schreier Related Content: www.maschinenmarkt.vogel.de |
|
Handhabung Handlingmodule sorgen für taktoptimierte Fertigung von Distanzsensoren
|
Top |

Gesamtanlage
zur Fertigung von Distanzsensoren: Rechts sind die Coilhaspel und die
Stanzbiegestation zu sehen, links hinter der Verkleidung ist die
Vertikal-Spritzgießmaschine angeordnet.
Bild: Afag
| | Die
zunehmende Funktionsintegration erfordert einen hohen
Automatisierungsgrad, um Baugruppen aus Kunststoff-/Metall-Verbindungen
effizient zu produzieren. Zum Handling, Zuführen und Fügen
der Stanzbiegeteile kommen pneumatische und elektrische Handlingmodule
zum Einsatz.
Am Anfang stand im Jahr 1989 das Thema
Automatisierung von Spritzgießmaschinen. Doch mit dem
vergleichsweise einfachen Teileentnahme- und Anguss-Handling hielt sich
die Ingenieurbüro für Kunststofftechnik GmbH oder kurz IfK
Automation nicht sehr lange auf. Denn schon früh erkannte man,
dass es im Umfeld des Spritzgießens noch viel mehr zu
automatisieren gibt. Beispiel dafür ist das Einlegen von
Metallteilen, die dann im Spritzgießwerkzeug umspritzt werden und
die Maschine als montagefertige Baugruppe verlassen, oder auch direkt
an den Spritzvorgang anschließende Prüf- und Montageaufgaben
zu nennen. Das hört sich deutlich nach klassischem
Sondermaschinenbau und entsprechend hoher Prozesskompetenz an und ist
auch so zu verstehen. Doch im Laufe der Jahre hat sich aus
Sondermaschinen-Lösungen für die
Spritzgieß-Automatisierung ein Liefer- und Leistungsprogramm an
standardisierten Grundmaschinen entwickelt, aus denen, in Verbindung
mit speziellen Applikationen und Sonderlösungen, komplette
Produktionsanlagen für hochwertige Kunststoff- oder
Kunststoff-Metall-Artikel und -Baugruppen entstehen.
Werkstückträger-Umlaufsystem erlaubt größere Stückzahlen
Basis
für die Teil- oder Komplettsysteme sind
Rundtisch-Werkstückträgerwechsler und
Werkstückträger-Umlaufsysteme. Für den Produktionsstart
oder für kleinere Stückzahlen eignen sich am besten
Rundtisch-Werkstückträgerwechsler, wobei die auf dem
Rundtischwechsler eingesetzten, austauschbaren
Werkstückträger manuell oder automatisch beschickt oder
entnommen werden können. Geht es um größere
Stückzahlen und um mehrschichtige Serienproduktion, kommt die
Variante Werkstückträger-Umlaufsystem zum Einsatz.
|
Sowohl das Werkstückträger-Rundtischwechselsystem als auch das
Werkstückträger-Umlaufsystem sind IfK-eigene und nunmehr weitgehend
standardisierte Einrichtungen. Für die weiteren Handlingaufgaben greift
das Unternehmen dann auf am Markt in entsprechender Leistung und
Qualität verfügbare Handlingkomponenten zurück. Dabei gelten
dieselben sehr hohen Ansprüche wie bei den Eigenprodukten. Denn die
Fertigung von Bauteilen wie Sensoren, Elektroteilen, Hörgeräten,
Automotive-Komponenten, Telekom-Baugruppen oder
Medizintechnik-Produkten lässt bezüglich technischer Verfügbarkeit und
reproduzierbarer Langzeit-Genauigkeit keine Kompromisse zu. Spritzgießmaschinen der verschiedensten Hersteller integriertUnter
Funktionsintegration versteht IfK beim sogenannten Insert-Moulding im
Übrigen weniger das Handling von Inserts, sprich Einlegeteilen, sondern
vor allem die komplette Prozesskette ab dem Stanzbiegen, etwa von
Kontaktteilen, über das Umspritzen bis hin zur Montage einer aus
mehreren Komponenten bestehenden Baugruppe. IfK Automation besitzt
diesbezüglich ein großes Know-how und integriert in seine Anlagen
Spritzgießmaschinen der verschiedensten Hersteller. Zum Handling,
Zuführen und Fügen der Stanzbiegeteile, die in direkt angedockten
Stanzvorrichtungen ab Coil produziert werden, kommen pneumatische und
elektrische Handlingmodule, unter anderem von Afag, zum Einsatz. Ein
sehr gutes Beispiel für eine gelungene Kooperation zwischen
Systemintegrator und Lieferanten stellt das bereits zum dritten Mal
realisierte Projekt „Produktionsanlage für Distanzsensoren“ dar, wobei
es sich um vier Varianten von Park-Distance-Control-Sensoren für
Fahrzeuge handelt. Bereits in der ersten Anlage wurden verschiedene
Afag-Handlingmodule eingesetzt und damit sehr gute Erfahrungen gemacht.
Deswegen kamen auch bei der zweiten und dritten Anlage die roten
Handlingmodule zum Einsatz. Die zuletzt gebaute Produktionsanlage
für Distanzsensoren besteht als vollintegriertes System im Wesentlichen
aus einer Stanzbiege-Station, verschiedenen Arbeitsstationen, einer
Vertikal-Spritzgießmaschine, einer Entform- und Entnahmestation,
verschiedenen weiteren Arbeits- und Prüfstationen, einem
Prüf-Rundschalttisch, einem Laserbeschriftungssystem, einem
Paletten-Wechselsystem für fertige Sensoren, einem
Werkstückträger-Umlaufsystem, diversen Pick-and-Place- sowie
Portal-Handlinggeräten und der Steuerung mit Software. Effizienz und Zuverlässigkeit entscheidet über Anlagen-PerformanceDabei
kommt sowohl dem die Arbeitsstationen verbindenden
Werkstückträger-Umlaufsystem als auch den Handlinggeräten eine zentrale
Bedeutung zu. Denn deren Effizienz und Zuverlässigkeit entscheidet
größtenteils über die Anlagen-Performance, indem alle Einzelprozesse ab
dem Stanzen der Kontaktteile über das Umspritzen bis zum
Laserbeschriften und die Endkontrolle sowie das Ausgeben in
Transportpaletten zeit- und taktoptimiert sind und somit unproduktive
Nebenzeiten weitgehend vermieden werden. Im Fall der dritten Anlage
für die Distanzsensoren suchte IfK Automation nach einer langen,
schnellen und sehr stabilen Portalachse, um das weiträumige
Übergabehandling vom Rundschalttisch für die Prüfung, die
Laserbeschriftung und das Scannen des Data-Matrix-Code zur
Palettenbeladung erledigen zu können. Afag hatte genau die richtige
Portalachse zu bieten, um so dieses Problem zu lösen. In der
Produktionsanlage für vier Typen Distanzsensoren sind von dem Schweizer
Hersteller ein elektrisches Portalmodul PME 03 mit 1600 mm Nutzhub, ein
Pneumatik-Greifer GMQ-12-P, drei pneumatische Präzisionsschlitten PS 25
oder PS 16 mit 50, 100 und 150 mm Hub, ein pneumatisches Rotationsmodul
RM 16-SD-DW-90, ein pneumatisches Linearmodul LM 20-30, ein
pneumatischer Kompaktschlitten CSP-16-30, ein pneumatischer
Universalgreifer UG 20-NC, ein pneumatisches Portalmodul PMP-compact 02
mit 300 mm Hub und schließlich diverses Zubehör wie Klemmhalter,
Anschlagschrauben, Initiatorhalter, Verbindungselemente und natürlich
die Leistungselektronik zum Betreiben des elektrischen Portalmoduls
verbaut. Die Philosophie der IfK Automation bezüglich Eigenfertigung
und Beschaffung sieht zumeist einen Anteil an Standardkomponenten aus
dem eigenen Haus und aus Lieferungen von 50% plus x vor. Der Rest sind
angepasste Sonderteile, weil fast jede Anlage speziell auf die Aufgabe
zugeschnitten sein muss. Die geforderte sehr hohe Ausbringung
endgeprüfter und qualitativ hochwertiger Produkte ist nur dann
gewährleistet, wenn alle Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt
sind. Also ist ein gewisser Anteil an speziellen Sonderlösungen
unumgänglich. Über die weitest mögliche Verwendung von standardisierten
Anlagenkomponenten wird versucht, die Kosten niedrig zu halten. Marc Zingg und Edgar Grundler Marc
Zingg ist Produktmanager bei der Afag Automation AG in CH-4950 Huttwil,
Edgar Grundler Fachjournalist in D-78476 Allensbach. Related Content: www.maschinenmarkt.vogel.de |
|
Montage- und Handhabung Moderne Robotergreifer üben Servicefunktionen aus
|
Top |

Johannes
Schweigler, Vertriebsleiter der SAS Automation Roboter- greifsysteme
GmbH: „Heutige Robotergreifer von SAS Automation können
Servicefunktionen ausüben, die die Rüstzeit reduzieren und
während der Produktion zu großer Zeitersparnis und damit zur
Kostensenkung beitragen.“
Bild: SAS Automation
| | Greifer
sind in einer modernen Fertigung längst über das Stadium
„billiger Handlanger“ hinausgewachsen. Über aktuelle
technische Trends und Neuheiten sprachen wir mir Johannes Schweigler,
Vertriebsleiter der SAS Automation Robotergreifsysteme GmbH in
Karlsruhe.
Auf welche Entwicklungstrends müssen sich
Ihrer Ansicht nach die Anwender beim Thema Greifer für Roboter und
Handlingsysteme einstellen?
Schweigler: Nun, gerade in
Krisenzeiten werden die Prozesskosten besonders kritisch beleuchtet.
Ein Greifer darf daher heute nicht nur auf das reine Materialhandling
reduziert bleiben. SAS Automation hat diesen Trend erkannt und in die
Konstruktion moderner Robotergreifer einfließen lassen. So
können heutige Robotergreifer von SAS Automation Servicefunktionen
ausüben, die die Rüstzeit reduzieren und während der
Produktion zu großer Zeitersparnis und damit zur Kostensenkung
beitragen.
Wie werden diese Trends bei SAS Automation umgesetzt?
Schweigler:
Robotergreifer von SAS Automation können sowohl mit
Schneidevorrichtungen, Verschiebeeinheiten, Drehzylindern oder Sensorik
ausgestattet werden, um während des Entnahmeprozesses schon
weitere Teilaufgaben ausführen zu können. Zusätzlich
können Robotergreifer mit RFID-Technik ausgestattet werden, um zu
einer höheren Sicherheit bei der Zusammenstellung der für den
Spritzgießvorgang notwendigen Komponenten beizutragen.
Welche Neuheiten oder Weiterentwicklungen hat SAS Automation derzeit in der „Pipeline“?
Schweigler:
Zunächst einmal das SWM-Schnellwechselsystem. Denn nichts ist
schlimmer als eine Mixtur von verschiedenen Robotern und Greifern, bei
der nicht zusammenpasst. SAS Automation beseitigt diese
Schnittstellenproblematik zwischen Roboter und Greifersystem mit Hilfe
der SWM-Schnellwechselsysteme. So kann bei unterschiedlich eingesetzten
Robotermarken ein einheitlicher Standard festgelegt werden und der
Greiferwechsel im Handumdrehen geschehen. Der Greifer ist somit
flexibel einsetzbar und ohne lange Rüstzeit auf einem anderen
Roboter sicher und fest fixiert.
|
Eine weitere Neuheit ist der Werktisch für den Greiferbau: Oft ist ein
„gewachsener Arbeitsplatz “ nicht den Anforderungen effizienter
Arbeitsweise im Vorrichtungsbau gewachsen. Wir bieten daher einen
Werktisch an, der ergonomisch geformt ist und ein schwenkbares
Schnellwechselsystem zur Erreichbarkeit des Greifers von allen Seiten
fixiert ist. Zusätzlich beinhaltet er einen leicht zugänglichen
Lagerbereich für Greiferkomponenten. Jürgen Schreier Related Content: www.maschinenmarkt.vogel.de |
|
 |
Services
 |
| |
Robotics & Automation Report
Der kostenlose Newsletter der AUTOMATICA informiert Sie über die neuesten Entwicklungen der Branche. Anmeldung
|
|
 |