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Robotics & Automation Report, 4. Ausgabe 2009
Im Robotics & Automation Report, 4. Ausgabe 2009, lesen Sie folgende Artikel: |
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ROBOTIK UND AUTOMATION Nach Rekordjahr 2008 in die Rezession
Interview Herr Brodtmann, VDMA
Quelle Webcast: www-maschinenmarkt.vogel.de
Thilo
Brodtmann, VDMA: „In der professionellen
Service-Robotik gehen die Zahlen deutlich nach oben. Auch auf der
AUTOMATICA 2010 werden im Bereich Service-Robotik mit einer Sonderschau
zeigen, was da
heute machbar ist – und das stimmt hoffnungsvoll, auch
hinsichtlich der
Umsätze, die in diesem Bereich noch zu generieren sein
werden.“
| | Die
Robotik und Automatisierungstechnik gehörten in den vergangenen
Jahren zu den Wachstumstreibern des deutschen Maschinenbaus. Über
die wirtschaftliche Lage der Branche und die Aussichten für das
Jahr 2009 unterhielt sich MM-Redakteurin Claudia Otto mit Thilo
Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA-Fachverbandes
Robotik + Automation.
Herr Brodtmann, der Bereich Robotik und
Automation hat sehr gute Jahre mit zweistelligem Wachstumsraten hinter
sich. Wie ist rückblickend das Jahr 2008 verlaufen? Brodtmann:
Das kann man sehr schnell sagen. Das Jahr 2008 war das Rekordjahr der
Branche. Wir haben in den letzten drei Jahren um 35% im Umsatz zugelegt
und speziell im Jahr 2008 noch mal um 13% auf dann über 9,3 Mrd.
Euro. Das markiert wirklich einen Meilenstein für unsere Branche.
Welche Auswirkungen hat die Automobilkrise auf die Montage-, Handhabungs- und Robotertechnik? Brodtmann:
Von dem Rekordjahr 2008 war der freie Fall zum Jahr 2009 sehr extrem.
Wir haben zur Jahreswende maßgeblich weniger Auftragseingänge
verbuchen können - im Wesentlichen aus der Automobilindustrie,
weil dort die Krise besonders heftig eingeschlagen ist. Das
heißt dann im Umkehrschluss, dass bei 50% Abhängigkeit von
der Automobilindustrie auch für uns die Perspektiven schlechter
aussehen. Folglich müssen wir davon ausgehen, dass wir in diesem
Jahr mit einem Umsatzrückgang von 20% konfrontiert werden, was uns
auf das Level des Jahres 2006 zurückwirft.
Gerald Mies,
Deutschlandchef von Fanuc Robotics, rechnet für 2009 mit einem
deutlichen Rückgang bei den Roboterauslieferungen. Minus 10%
sollen es im eigenen Hause sein. Ist diese Zahl übertragbar auf
die gesamte Branche oder welche Prognose hat der VDMA für das
laufende Jahr? Brodtmann: Angesichts der gerade erwähnten
Abhängigkeit auch von der Automobilindustrie wird sehr viel davon
abhängen, ob diese im Laufe des Jahres, damit beginnt,
verschobene Projekte nachzuholen. Insofern gibt es eine gewisse
Unsicherheit, wie sich das Geschäft in der Robotik in
nächster Zeit entwickeln wird. Wir gehen allerdings für die
Robotik insgesamt - also für die Maschinenhersteller wie für
die Systemintegratoren - davon aus, dass durchschnittlich es 2009 zu
einem Rückgang beim Umsatz von 20% kommen wird.
| Wo sehen Sie branchenbezogen aktuelle Wachstumsmärkte für die Robotik und Automation?Brodtmann:
Das ist, wo sich die Automobilindustrie derzeit so schwer tut,
logischerweise die General Industry, also alles, was nicht zur
Automobilindustrie gehört. Wir sehen in der Photovoltaik, im
Bereich der Medizintechnik, bei Kosmetik und Pharma nach wie vor
deutliche Wachstumschancen. Allerdings liegt der Anteil der General
Industry hier zwischen 40% und 50% und kann somit das Ruder nicht ganz
herumreißen. Viel ist die Rede von Mobilrobotern, autonomen
Robotern oder Service-Robotern. Der Internationale Robotik-Verband IFR
sagt ihnen enorme Zuwachsraten voraus. Kritiker halten dies jedoch eher
für einen Wunschtraum. Was ist nun richtig?Brodtmann: Das
kommt auf den Anwendungsfall an. Aber generell kann man schon sagen,
dass die Service-Robotik vor einem gewissen Durchbruch steht. Wir haben
dort sehr hohe Wachstumszahlen, wobei uns natürlich als VDMA eher
die professionelle Service-Robotik interessiert, weniger die im
Spielzeugbereich befindlichen Applikationen. In der professionellen
Service-Robotik gehen die Zahlen deutlich nach oben. Auch auf der
AUTOMATICA 2010 werden wir im Bereich Service-Robotik mit einer Sonderschau
zeigen, was da heute machbar ist - und das stimmt hoffnungsvoll, auch
hinsichtlich der Umsätze, die in diesem Bereich noch zu generieren
sein werden. Herr Brodtmann, vielen Dank für das Gespräch.Redaktion: Jürgen Schreier und Claudia Otto Related Content
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BILDVERARBEITUNG AUTOMATICA 2010 - die Messe zur richtigen Zeit

Dr. Norbert Stein, VDMA: "Die AUTOMATICA 2010 wird ideal positioniert
sein. Wir werden bis dahin - hoffentlich, aber wir gehen alle fest
davon aus - die Krise im Wesentlichen überwunden haben und dann wieder
in ansteigenden Wachstumsphase sein. Ein idealer Zeitpunkt für eine
Messe." Bild: Schreier
| | Mit
dem Vorstandsvorsitzenden der VDMA-Fachgemeinschaft Robotik +
Automation, Dr. Norbert Stein, sprach MM-Redakteurin Claudia Otto
über die aktuelle Konjunktursituation, die AUTOMATICA 2010 und
technische Zukunftstrends in der industriellen Bildverarbeitung.
Herr
Dr. Stein, die industrielle Bildverarbeitung hat eine lange
Wachstumsphase hinter sich. Wie fällt die Bilanz für das Jahr
2008 aus und wie die Prognose für 2009? Dr. Stein: 2008 war
für die Bildverarbeitung ein sehr gutes Jahr. Wir hatten 5%
Wachstum, wenn auch weniger als wir in den langen Jahren davor.
Allerdings kommt jeder Markt einmal in die Phase, in der die
Wachstumsraten nicht mehr jedes Jahr zweistellig sind. Doch mit 5%
waren wir angesichts der Delle am Jahresende sehr gut dabei. 2009 wird
ein sehr schwieriges Jahr für die Bildverarbeitung. Das zeichnet
sich schon jetzt ab. Wir hatten im ersten Quartal einen noch nie
dagewesenen Einbruch um 48% im Auftragseingang. Wir rechnen, basierend
auf diesen Zahlen, für das Gesamtjahr mit einem Umsatzeinbruch von
30%. Wir sehen das aber als kurzfristigen Trend und glauben, dass wir
uns ab 2010 langsam wieder an die alten Zahlen heranarbeiten
können.
Gut ein Jahr ist es noch hin bis zur nächsten
AUTOMATICA im Juni 2010. Trotz Krise ist die Messe, die vom VDMA
unterstützt wird, bereits jetzt gut gebucht. Warum muss man sich
diesen Termin als Aussteller beziehungsweise als Besucher dick im
Kalender anstreichen und welche Impulse wird Ihrer Meinung nach die
AUTOMATICA 2010 bringen? Dr.
Stein: Die letzten drei AUTOMATICAs waren ein großer Erfolg, und
die nächste in 2010, also in
gut einem Jahr, wird ideal positioniert sein. Wir werden bis dahin -
hoffentlich, aber wir gehen alle fest davon aus - die Krise im
Wesentlichen überwunden haben und dann wieder in ansteigenden
Wachstumsphase sein. Ein idealer Zeitpunkt für eine Messe, ganz
besonders für eine Automatisierungsmesse wie die AUTOMATICA!
Denn
dann kommen unsere Kunden, um sich zu informieren über neue
Möglichkeiten, wie sie ihre Prozesse optimieren, die Qualität
verbessern und wie sie kostensparend produzieren können. Also vom
Timing her ist die AUTOMATICA 2010 optimal. Wir, als Aussteller,
freuen uns natürlich auf die AUTOMATICA 2010 und gehen gerne
auf diese Messe, weil wir dort unsere Kunden treffen, weil wir mit dem
Kunden über unsere Innovationen sprechen können. Wir nutzen
die Chance, die wir zurzeit haben mit der kleinen Konjunkturdelle, wenn
man das so sagen darf, für Neuentwicklungen. Und mit diesen neuen
Produkten werden wir dann auf der AUTOMATICA 2010 präsent sein.
Von daher sind wir sehr optimistisch, dass die nächste AUTOMATICA
ein noch ein größerer Erfolg sein wird als die AUTOMATICA
2008.
| Herr Dr. Stein, Kameras werden immer schneller bei einer
höheren Auflösung. Hält die Peripherie - speziell die
Schnittstellen und die Busse - mit dieser Entwicklung Schritt? Und wie
gehe ich als Anwender damit um?Dr. Stein: Seit 25 Jahren bin ich
nun in der industriellen Bildverarbeitung mit der Firma Vitronic
vertreten. Am Anfang hatten wir noch analoge Schnittstellen. Da stellte
sich diese Frage noch nicht, denn die Kameras waren noch nicht so
schnell. Seit dieser Zeit haben wir eine ganze Reihe von
unterschiedlichen Schnittstellen gehabt und wir sind heute mit GigE
soweit, dass wir bei allen Kameras, die auf dem Markt sind, die Daten
schnell genug in den Rechner bringen können. Bildverarbeitungskameras
werden intelligenter, die Software immer bedienungsfreundlicher. Wann
kommt der Optikbaustein, der es dem Anwender ermöglicht, seine
Lösung komplett selbst zu konfigurieren?Dr. Stein: Modulare
Bildverarbeitungssysteme gibt es ja bereits. Der Markt dafür ist
auch im Wachsen begriffen - von den einfachsten Systemen, den
Vision-Sensoren bis hin zu komplexeren Systemen. Dennoch wird auf
absehbare Zeit, ich würde sogar behaupten für immer, Systeme
geben, die vom Hersteller konfiguriert werde. Das hängt damit
zusammen, dass die Anforderungen an die Systeme sehr unterschiedlich
sind. Für Standardanforderungen wird es konfigurierbare Systeme
geben. Aber wenn der Kunde sehr spezifische Wünsche hat,
dann wird auch das Bildbearbeitungssystem sehr spezifisch sein. Von
daher haben wir beides und werden dies auch in Zukunft haben. Wir haben
2008 gesehen, dass dieser Anteil der konfigurierbaren Systeme und der
Einfach-Systeme zwar wächst, dass aber auch die komplexen Systeme
weiterhin ein Wachstum aufweisen werden. Wie bringt der Fachverband
Bildverarbeitung im VDMA sich in die Standardisierung der
internationalen Bildverarbeitungsstandards ein?Dr. Stein: Nun,
indem wir versucht haben, möglichst international zu werden - und
zwar sehr erfolgreich. Wir haben die European Machine Vision
Association (EMVA) ins Leben gerufen, den Europäischen Fachverband
für Industrielle Bildverarbeitung, der von der
Geschäftsstelle in Frankfurt am Main betreut wird. Im EMVA haben
wir die Standardisierungsfragen gebündelt. Das heißt, wir
haben das nicht nach Europa verlagert, sondern sind in Sachen
Standardisierung selbst aktiv dabei auf europäischer Ebene. Ich
denke, das macht Sinn, weil wir mit wenigen Partnern arbeiten. Es gibt
ein Europa, wir sprechen für ein Europa so wie unser
Partnerverband in den USA, der AIA, für ganz Amerika spricht. CMOS-Sensoren
werden in der Kameratechnik zunehmend zu einer Konkurrenz zu den
etablierten CCD-Elementen. Welchen Vorteil bringen die neuen Sensoren
dem Anwender?Dr. Stein: Der Einsatz von CMOS-Sensoren ist seit
vielen Jahren im Steigen. Jetzt kommt langsam der
Durchbruch - und der Durchbruch hat seine Berechtigung. CCD-Sensoren
waren über lange Zeit technisch überlegen. Das ist nicht mehr
in allen Bereichen so. Die CMOS-Technik eignet sich sehr gut
dafür, um großflächige Sensoren herzustellen. Sie
können günstiger hergestellt werden und haben teilweise auch
bessere technische Eigenschaften. Sehr wichtig in der Bildverarbeitung
ist zum Beispiel der Dynamikumfang. Wir setzen gerade in der
Verkehrstechnik, also im Freien, CMOS Sensoren ein, weil sie einen
deutlich größeren Dynamikumfang haben als CCDs. Will
heißen, sowohl in der Sonne als auch im Schatten liefern sie
Bildanteile, während CCD-Sensoren hier oft Probleme haben.
Für sehr beleuchtungskritische Anwendungen eignen sich bestimmte
CMOS-Sensoren - jedoch nicht alle - wesentlich besser als
herkömmliche CCDs. Außerdem gibt es CMOS-Sensoren, die auf
kostengünstige Herstellung optimiert sind, was es uns wiederum
ermöglicht, preiswerte Kameras herzustellen, die ähnlich
leistungsfähig sind und trotzdem deutlich weniger kosten als
CCD-Kameras. Das heißt, wir haben ganz unterschiedliche Aspekte:
Auf der einen Seite sehr kostengünstige Lösungen mit
CMOS-Sensoren, auf der anderen Seite technisch sehr ambitionierte
Lösungen mit CMOS Sensoren. Die Vielfalt macht´s. Herr Dr. Stein, vielen Dank für das Gespräch.
Redaktion: Udo Schnell und Claudia Otto Related Content
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FUNKSCHLÜSSEL-FERTIGUNG Modulbaukasten für die Montage ermöglicht einfache Stückzahlanpassung

Bosch in Australien fertigt und prüft Funkschlüssel für Fahrzeuge im 3-Schicht-Betrieb auf einer Desktop-Factory-Anlage von Rexroth.
Bild: Rexroth
| | Neue
Varianten, Modifikationen oder Stückzahlschwankungen sind bei der
Fertigung von Funkschlüsseln kein Problem mehr. Das eingesetzte
modulare Montagesystem Desktop Factory bietet eine hohe
Flexibilität, so dass in kurzer Zeit, bei gleichzeitig reduzierten
Kosten, auf Forderungen des Markts reagiert werden kann. UDO SCHWARZE
Dipl.-Ing.
Udo Schwarze ist Leiter Kundenlösungen bei der Bosch Rexroth AG,
Linear Motion and Assembly Technologies, 70442 Stuttgart, Tel. (07 11)
8 11-2 28 94, Fax (07 11) 8 11-3 34 75, udo.schwarze@boschrexroth.de
Wer
heute ein Auto aufschließt, hat in vielen Fällen einen von
Bosch Australia Pty. Ltd. in Clayton, im australischen Bundesstaat
Victoria, gefertigten Funkschlüssel (Remote Key) in der Hand. Wenn
alle 7 s ein Schlüssel gefertigt wird, dann erfolgt dies auf Basis
anspruchsvoller Fertigungsprozesse wie Hochfrequenztest,
Laserbeschriftung und Qualitätskontrolle per Bildverarbeitung.
Statt herkömmlicher Lösungen, die hohe Investitionen und viel
Platz zur Fertigung der kleinen Türöffner erfordert
hätten, suchte Bosch Australien nach einem neuen Konzept und fand
es in Desktop Factory (DTF) von Rexroth (Bild 1). Das für die
Anlagenplanung zuständige Team erkannte schnell die Vorteile. So
konnte, insbesondere durch die einfache Integration der kompletten,
vorkonfigurierten Hochfrequenzprüfeinheit auf einem nur 220 mm
breiten DTF-Modul (Bild 2), der Zeitaufwand für den Anlagenaufbau
um rund ein Drittel reduziert werden. Gleichzeitig verringerte sich das
Investitionsvolumen um etwa 15%. Desktop Factory ist ein neues
Montagesystem von Rexroth. Umgesetzt wird die Idee anhand von
Standardzellen mit miniaturisierten Prozesseinschüben, die eine
einheitliche Plattform für die Montage bereitstellen (Bild 3). Die
einbaufertigen Einheiten, zu denen auch die von Bosch Australien
genutzte Hochfrequenzprüfeinheit zählt, lassen sich dank des
Baukastens mit wenig Konstruktionsaufwand und dennoch hoher
Planungssicherheit schnell zu einer Produktionsanlage zusammenstellen.
| Montagesystem hat standardisierten Aufbau Der
standardisierte Aufbau war für das Bosch-Team einer der
wichtigsten Gründe, das DTF-Konzept einzusetzen. Das
Produktionssystem ist mit seinem geringen Platzbedarf wie geschaffen
für eine kurze Taktzeit von 7 s und die Fertigung der relativ
kleinen Schlüssel. Dass die gesamte Grundausrüstung des DTF
in ESDAusführung erhältlich ist, war ein weiteres
Entscheidungskriterium. Elektrostatische Entladungen werden daher
vermieden und sind somit kein Thema bei der Fertigung der
Funkschlüssel im 3-Schicht-Betrieb. Bosch Australien setzt die
automatische DTF-Anlage mit Werkstückträger-Umlaufsystem ein
(Bild 4). Das verkürzt die Transportwege innerhalb der Montage und
reduziert deutlich die Anzahl der Bauteile im Prozess. Die Anlage
besteht aus sechs Stationen. Zunächst werden die
Elektronikeinheiten geladen und zum Einlegen in die
Werkstückträger um 90° gedreht. Auf dem nächsten
DTF-Modul erfolgt eine Prüfung in einer hochfrequenzdichten
Kammer, gleichzeitig wird ein fertig getestetes Teil entnommen. Die
hohe Transparenz des Systems zeigt sich in jeder einzelnen Station. So
werden beispielsweise während des Hochfrequenztests bewertete
Schlechtteile sofort nach hinten ausgeschleust und können auf
einer Leerstation bearbeitet werden. Die Montage-Verantwortlichen
wissen jederzeit, wo und was montiert wird, und können alle
Einzelprozesse genau nachverfolgen. Desktop Factory wächst mit
seinen Aufgaben und lässt sich bei veränderten
Marktanforderungen leicht anpassen. Deshalb spielen spätere
Stückzahlschwankungen und Produktänderungen bei der
Erstinvestition keine Rolle. Den Anfang machten sieben Varianten des
Schlüssels, inzwischen werden zehn Varianten produziert. Bildverarbeitung überprüft Variantennummer Die
Laser- und Vision-Station erreichen nur die im Hochfrequenztest als gut
bewerteten Teile, die dort vom Werkstückträger genommen und
gedreht werden. Ein CO2-Laser trägt dann Variantennummer und
-symbol, Datum sowie Soft- und Hardwarenummer auf. Weil der Laser im
infraroten Bereich arbeitet, wird der Strahl von einer transparenten
Schutztür, die ebenfalls aus dem Rexroth-Produktprogramm stammt,
absorbiert. Somit besteht für die Mitarbeiter keine Gefahr durch
die Strahlung. Anschließend werden in der gleichen Station
Variantennummer und -symbol anhand einer Bildverarbeitung
überprüft, bevor die Teile wieder auf den
Werkstückträger gelegt werden. In der abschließenden
Entladestation werden die fertigen Funkschlüssel nochmals gedreht
und dann an die Palettierung übergeben. Reduzierte
Investitionskosten, geringer Platzbedarf und das einfache Anpassen der
Anlage an sich ändernde Stückzahl-Anforderungen waren
für Bosch Australien ausschlaggebend dafür, Desktop Factory
einzusetzen. Zudem bietet der Modulbaukasten den finanziellen Vorteil
des stufenweisen, risikolosen Ausbaus der Anlage: Damit lassen sich die
Gesamtkosten, im Vergleich zu herkömmlichen Anlagen, um bis zu 30%
senken. Gehen die Stückzahlen zurück, können
natürlich die Basiskomponenten der Prozessmodule für andere
Produkte wiederverwendet werden. Der finanzielle Vorteil durch die
Wiederverwendung der Prozessmodule kann bei konsequenter Nutzung des
DTF-Konzepts bis zu 80% betragen. Statt der Integration individueller
Lösungen bei herkömmlichen Anlagen können Anwender jetzt
bei DTF auf einen ausgereiften und getesteten Prozess
zurückgreifen. Der Aufwand bei der Stückzahlanpassung
verringert sich deutlich und das Risiko, bei einer Nachrüstaktion
womöglich vorübergehend nicht lieferfähig zu sein, geht
gegen null. Neue Module parallel zur Fertigung testen Selbst
dann, wenn gänzlich neue Prozesse in die Anlage zu integrieren
sind, profitieren die Australier von Desktop Factory. In der
Vergangenheit bestand ein großes Problem darin, bei Erweiterungen
und Modifikationen neue Prozesse zu etablieren und verfügbar zu
machen. Mit dem DTF-Konzept bietet sich nun die Möglichkeit, neue
Module außerhalb der Anlage und somit parallel zur eigentlichen
Fertigung zu testen. Ist der jeweilige Prozess abgestimmt, können
das neue Modul in die Anlage integriert und sofort einige Musterteile
darauf gefertigt werden. Danach lässt sich die Produktion mit
relativ wenig Aufwand wieder auf das konventionelle Produkt
zurückstellen. Diese Möglichkeit bietet Flexibilität und
der Produktionsausfall wird minimiert. Überzeugt vom
DTF-Montagekonzept setzt man bei Bosch Australien den
Rexroth-Modulbaukasten auch in einem weiteren Projekt ein. Bei der
Produktion eines Lenkwinkelsensors konnte durch Desktop Factory der
Flächenverbrauch in zwei Linien um rund 30% und in einer weiteren
Linie sogar um 40% reduziert werden. Related Content
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ROBOTIK Feeder-Automatisierung vereint Vorteile von Linear- und Knickarmrobotern

Die neue Fertigungslinie von Chery Automobile wurde mit dem Feederplus,
einem Linearroboter-System, automatisiert.
Bild: Strothmann
| | Das
Linearroboter-System Feederplus ermöglicht es, während des
Transfers die Blechplatinen in bis zu sechs Achsen zu orientieren.
Damit vereint es die Vorteile von Linear- und Knickarmrobotern. Bei
Chery Automobile in China wurde kürzlich eine Pressenlinie mit
Feederplus automatisiert. DEREK CLARK
Am Markt gibt es
kontroverse Diskussionen über den effektiven Einsatz
herkömmlicher Roboter, klassischer Linearfeeder und von
Transfersystemen bei der Massenbeschickung von Pressen. Die Lebensdauer
einer Pressenstraße liegt bei 30 Jahren, in denen sie
typischerweise dreimal automatisiert wird. Das Transfersystem muss
sowohl in kleinen und großen Pressenlücken einsetzbar sein
als auch bei der Produktion von Sonderteilen, vom Aschenbecher bis zum
kompletten Seitenteil eines Pkw.
Für das Handling im
Pressenzwischenraum sind bei einer herkömmlichen
Feederautomatisierung zwei Linearroboter und eine Orientierstation
erforderlich. Durch den hohen Maschinenbestand pro Pressenlücke
und dreifaches Tooling steigen die Investitions- und Betriebskosten.
Die Doppelfeederlösung hat dabei den Vorteil, dass die Feeder nur
die halbe Strecke in der Pressenlücke zurücklegen müssen
und sich dadurch, gerade bei großen Pressenabständen, einen
Zeitvorteil und damit eine höhere Teileausbringung sichern, die
den erhöhten Investitionsaufwand wieder neutralisieren. Neue
Konzeptionen zeigen, dass ein einziger Feeder pro Pressenlücke,
der die Blechteile innerhalb des Verfahrwegs selbst orientiert und
lagerichtig in die Presse einlegt, gerade bei kleinen
Pressenabständen effizienter arbeiten kann als Doppelfeeder oder
Knickarmroboter. "Mit den linearen, überlagerten
Bewegungsabläufen hat dieser Feedertyp einen gravierenden
Zeitvorteil gegenüber herkömmlichen Robotern", erklärt
Michael Spiegel, Geschäftsführer der Strothmann GmbH.
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Die
im Folgenden unter Realbedingungen betrachteten Feederkonzepte sollen
in einem Pressenmittenabstand von 6500 mm ohne Zwischenablage
operieren. Die kalkulierte Ausbringung von zwölf Platinen mit den
Maßen 4 m × 1,8 m pro Minute kann nicht von allen
Feedertypen problemlos erfüllt werden. Die Feeder besitzen vier
Achsen; eine fünfte oder sechste Achse kann für weitere
Operationen optional integriert werden. Der Eingelenk-Feeder besitzt
eine rotierende Achse, die in beide Richtungen, horizontal sowie
vertikal, verfahrbar ist. Am Tooling-Werkzeug befindet sich ein
Drehgelenk. Damit es aufgrund der langen Drehachse nicht zu Kollisionen
mit dem oberen Werkzeugbereich kommen kann, muss die Platine früh
schräg gestellt werden. Geschwindigkeit und
Beschleunigungsvermögen der bewegten Massen sind aufgrund der
Schwungkraft des Eingelenk-Feeders sehr hoch. Ein automatischer
Toolingwechsel ist mit dem Eingelenk-Feeder generell möglich.
"Aufgrund der Kinematik war dieses Konzept aber ungeeignet für die
neue Linearroboter-Linie von Strothmann", so Spiegel. Der
Vier-Achs-Gelenkarm-Feeder ist ein Linearroboter mit horizontalem
Verfahrweg und einem harmonischen Bewegungsablauf. Für eine
optimale Taktzeit gestaltet sich die Programmierung der Bewegung
allerdings aufwendig. Mit dem Einsatz dieses Feeders werden
Geschwindigkeiten auf der Horizontalachse bis 3 m/s und auf der
Vertikalachse bis 5 m/s erreicht. Die Beschleunigungswerte der
Vertikalachse bis 15 m/s² und der Z-Achse bis 6,5 m/s² liegen
im unkritischen Bereich. Beim Gelenkarmfeeder ist ein automatischer
Toolingwechsel auch vertikal möglich. Aufgrund des horizontalen
Verfahrwegs benötigt der Roboterarm mindestens 1000 mm Pressenhub.
"Die Geometrie und die Freiheitsgrade des Gelenk-arm-Feeders sind
für den Pressenabstand, der kleiner als 6500 mm ist, eher
ungeeignet, weil Kollisionen mit dem Oberwerkzeug denkbar sind", sagt
Spiegel. Beim Swingarm-Feeder mit Spinnengelenk, einem Linearroboter
mit rotierender Linearachse und horizontalem Verfahrweg, gestaltet sich
die Programmierung des Bewegungsablaufes und der Rotationen schwierig.
Der Feeder ist für einen geringen Pressenabstand nicht geeignet,
wenn nicht der Gelenkarm teleskopierend ausgeführt wird. Eine
Ergänzung um eine Vertikalachse würde sich als sinnvoll
erweisen. Auch mit dem Swingarm-Feeder ist ein vertikaler
Toolingwechsel möglich. Die mitfahrende Horizontalachse erreicht
Endgeschwindigkeiten von 1,8 m/s und die mitfahrende Vertikalachse von
5,5 m/s. "Die Beschleunigungswerte bis 22 m/s² in der
Vertikalachse und bis 15 m/s² in der Z-Achse sind kritisch",
berichtet Spiegel. Ein plötzliches Stoppen kann zu Komplikationen
führen, weil die lange Drehachse mit dem Werkzeug kollidieren kann. Die Platinen lassen sich in bis zu sechs Achsen orientierenDie
Besonderheit der Baureihe des Vier-Achs-Gelenk-Feeders ist eine
traversierende Y-Achse, die eine hohe Vertikalgeschwindigkeit sowie
eine Flexibilität beim Handling ermöglicht. Die
traversierende Achse steht senkrecht, wobei der teleskopierende Arm
seitlich angebracht ist und nicht weiter ausbaut. Die hohen
Beschleunigungswerte (Z-Richtung: 22 m/s²; Y-Richtung: 17
m/s²) gehören dem kritischen Bereich dieses Feeder-Typs an.
Seine Maximalgeschwindigkeit horizontal beträgt 2 m/s (vertikal
4,5 m/s). Der Vier-Achs-traversierende Feeder ist für den geringen
Pressenabstand von 6500 mm geeignet. Bei großen
Pressenabständen ist eine zusätzliche Horizontalachse aber sinnvoll.
"Die Bauhöhe des Feeders in der Presse war nicht geeignet für
unseren Zweck", so der Geschäftsführer. "Dadurch war ein
automatischer Toolingwechsel nur eingeschränkt möglich." Mit
dem neuen Feederplus, einem Linearroboter-System, können
während des Transfers die Platinen in bis zu sechs Achsen
orientiert werden. Damit vereint er die Vorteile von Linear- und
Knickarmrobotern. "Mit diesem neu entwickelten Linearroboter sind wir
zu unseren Wurzeln zurückgekehrt, die in der reinen
Feeder-Konzeption liegen, die mit Robotern kombiniert werden kann. Wir
haben die Vorteile beider Konzepte zusammengeführt. Es ist
naheliegend, die Orientierung des Roboterarms unmittelbar am Feeder
vorzunehmen", erklärt Spiegel die Entwicklungslinie des
Unternehmens. Der Feederplus führt lineare Bewegungen aus
und kann dank zusätzlicher rotierender Achsen die Formteile
während des Transfers von Presse zu Presse in verschiedene
Richtungen orientieren. Durch seine fünf oder sechs Achsen besitzt
er die notwendigen Freiheitsgrade. Der Bewegungsablauf, mit dem der
Feeder zwölf Teile pro Minute ausbringt, lässt sich einfach
und überschaubar realisieren. Der Feederplus hat einen
horizontal rotierenden Schwenkarm, an dem sich ein Getriebe befindet.
"Geschwindigkeit und Beschleunigung liegen in einem sehr günstigen
Bereich", urteilt Spiegel. Mit dem Einsatz dieses Feeders, der ab einem
Pressenmittenabstand von 6500 mm geeignet ist, erreichen die
Horizontalachsen Endgeschwindigkeiten von 1 m/s (X-Richtung) und 5 m/s
(Y-Richtung). Die Beschleunigungswerte liegen bei maximal 4,5 m/s²
und 13 m/s². Der Feederplus wird wie ein ganz normaler
Roboter programmiert und lässt bei geregelten Pressen eine bessere
Synchronisation und höhere Taktzeiten zu. Er ist aber auch ein
Roboter, der sich für die Nach- oder Austauschausrüstung von
alten Pressen eignet. Dazu liefert zum Beispiel Siemens mit seiner
Simotion-Steuerung die Basis. Mit spezieller Kurvenscheibensoftware
werden Produktionszeit und Anzahl der Hübe berechnet. "Das
müssen wir deshalb machen, weil wir dem Kunden schon vor der
Auftragsvergabe Auskunft über die Produktivität der Linie
geben", erklärt Spiegel. Der chinesische Automobilbauer Chery
verkauft pro Jahr 300 000 Stück seiner Klein- und
Geländewagen und wurde damit Nummer eins im Exportgeschäft.
"Ein solcher Sprung geht nicht ohne Automatisierung. Deshalb ist
Strothmann ein wichtiger Partner für uns und für die
zukünftige Zusammenarbeit", sagt Zhao Hong De, stellvertretender
Chefingenieur von Chery Automobile. Die komplette Automatisierung der
Pressenstraße für die Herstellung von Karosserieblechen
wurde von dem Handlingspezialisten aus Schloß Holte-Stukenbrock
durchgeführt. Es sind zusätzliche Applikationen geplantIntelligente
Weiterentwicklungen des Feederplus-Systems befinden sich in der
Projektphase. Dazu gehören die Optimierung des Materials des
Rotationsarms (CFK, Verbundmaterialien) und die Einbindung von
zusätzlichen Applikationen, zum Beispiel weiterer Orientierachsen,
die das Produkt komplettieren und in naher Zukunft Pressenbe- und
-entladungen zulassen, die erheblich einfachere und günstigere
Presswerkzeuge benötigen. "Das ist dann ein Schritt, der in der
Prozesskette die laufenden Kosten reduziert, so dass niemand mehr die
leicht erhöhten Anschaffungskosten dieser Automatisierung
bemängeln wird", ist sich Spiegel sicher. Related Content
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BECKHOFF Robotik, Motion Control und SPS auf einer PC-Plattform

Mit dem Programm Kinematic Transformation der Softwaresuite Twin-CAT
lassen sich Robotik- und Motion-Control-Funktionen synchronisieren.
Bild: Beckhoff
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Automatisierungsplattform Twin-CAT von Beckhoff wurde um das Programm
Kinematic Transformation erweitert. Damit können Roboter
(Delta-Kinematiken, Scara) eingebunden und mit den bestehenden
Motion-Control-Funktionen synchronisiert werden. Daraus resultiert eine
nahtlose Integration in das gesamte Steuerungssystem und die Einsparung
zusätzlicher Prozessoren für Roboter, erläutert der
Hersteller. Speicherprogrammierbare Steuerung,
Mensch-Maschine-Schnittstellen, Motion-Control und Robotik
arbeiten mit einer Hard- und Softwareplattform auf einem gemeinsamen
Industrie-PC, erläutert der Hersteller.
Integration in Positioniertechnik Das
Programm integriert sich transparent in die Welt der
Positioniertechnik, erläutert der Hersteller. Robotik- und
Motion-Control-Funktionen lassen sich optimal mit Twin-CAT-NC
synchronisieren, heißt es weiter. Alle NC-Eigenschaften, wie
Kurvenscheiben oder Fliegende Säge (Synchronisierung einer
Slaveachse mit einer fahrenden Masterachse) können auf einer
gemeinsamen Hard- und Softwareplattform beliebig kombiniert werden.
Kartesische Zielkoordinaten Twin-CAT
unterstützt verschiedene parallele und serielle Kinematiken, wie
sie für Pick-and-place-Aufgaben genutzt werden. Die Programmierung
der Zielkoordinaten erfolge bequem im kartesischen Koordinatensystem.
Die Umrechnung auf die dazugehörige Motorposition
(Rückwärtstransformation) wird vom Kinematikmodul
übernommen.
| System-Manager für Auswahl und Parametrierung der KinematikDie
Auswahl der Kinematik erfolgt im System-Manager der Plattform. Dort
werden der Typ, die Stablängen und Versätze parametriert.
Für eine Dynamikvorsteuerung können Massen und
Massenträgheiten vorgegeben werden. Mit Hilfe der Funktionen
Fliegende Säge und Kurvenscheiben ist es beispielsweise
möglich, den Roboter auf Förderbänder zu
synchronisieren, um Werkstücke aufzunehmen oder abzulegen. Dies
sind im Bereich des Handlings oder der Verpackungsindustrie häufig
anzutreffende Applikationen, erläutert der Hersteller. Related Content
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Sterilisierbare Antriebe sind für Medizintechnik geeignet

Maxon Motor präsentiert die sterilisierbaren
Antriebe EC-Size-5 und EC-13 für den Drehzahlbereich bis 90.000 min–1. Bild: Maxon Motor
| | Maxon Motor stellt die sterilisierbaren Antriebe
EC-Size-5 und EC-13 für den Drehzahlbereich bis 90.000 min–1 vor.
Die Antriebe mit hoher Grenzdrehzahl haben laut Hersteller eine Sterilisierbarkeit
von typischerweise 500 Autoklavenzyklen. Das Modell EC-Size-5 mit Servo-Mount
hat einen Außendurchmesser von 0,5“. Der Antrieb EC-13 mit dem Außendurchmesser
13 mm hat einen Planflansch mit drei stirnseitigen Gewinden.
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