 |
|
 |
Robotics & Automation Report, 12. Ausgabe 2010
Im Robotics & Automation Report, 12. Ausgabe 2010, lesen Sie folgende Artikel: |
|
Automobilproduktion Bildverarbeitung sorgt für perfekte Fahrzeugabdichtungen mit Robotern
|
Top |

Vollautomatisches Abdichten des Türfalzes mit integrierter Qualitätsprüfung. Bild: Dürr Systems | In der Automobilindustrie werden für den Kunden sichtbare Abdichtungen
von Türfalz, Kofferraum-Heckdeckel und Motorhauben zunehmend durch
Roboter ausgeführt. Für die Roboterführung zur kosmetischen
Sichtnahtapplikation setzen die Hersteller verstärkt auf
Bildverarbeitungssysteme, die ein Höchstmaß an Genauigkeit und
Wirtschaftlichkeit sicherstellen.
Hundertprozentig überwachte und
gleichzeitig vollautomatische Abläufe sind heute im Automobilbau eine
wichtige Voraussetzung für mehr Flexibilität und höhere Produktivität.
Nur auf diese Weise können alle Parameter mit engen Toleranzen
eingehalten werden. Auch die Türfalz-, Radhaus-, Kofferraumdeckel- und
Motorhaubenabdichtungen übernehmen deswegen zunehmend Roboter. Das
führt zu beträchtlichen Einsparungen – nicht zuletzt auch deshalb, weil
die bisher manuell ausgeführten Nahtapplikationen aus dem
Karosseriebaubereich in den automatisierten Nahtabdicht-Bereich der
Lackiererei überführt werden können. |
Robot-Vision-Systeme von Isra werden aus Standard-Modulen konfiguriertAn das Roboterführungssystem werden hohe Anforderungen gestellt,
soll eine fehlerfreie, schnelle und wirtschaftliche PVC-Abdichtung der
Karossen gewährleistet sein. Robot-Vision-Systeme aus dem Hause
Isra Vision erfüllen die Ansprüche in perfekter Weise. Diese
aus Standard-Sensoren und Standard-Software bestehenden Systeme lassen
sich einfach und schnell in Linien sowie komplexe
Sichtnahtapplikationen integrieren. Um höchste Genauigkeiten in der Produktion zu erreichen und
Beschädigungen der empfindlichen und kostenintensiven
Auftragsdüsen zu verhindern, müssen vor dem
Applikationsvorgang die Formkanten des Bauteils gemessen werden. Die
smarten und kompakten SGS-3D-Sensoren zur 3D-Messtechnik und
3D-Roboterführung aus der Familie der Geometry
Gauging/Robot-Guidance-Sensoren ermöglichen diese Messungen in
optimaler Taktzeit. Die Sensoren werden direkt am Roboter, in
unmittelbarer Nähe zum Applikator montiert. Messungen der
Formkanten in der Bewegung können so mit einer Geschwindigkeit von
bis zu 600 mm/s taktzeitoptimal realisiert werden. Die flexiblen Standard-Sensoren kombinieren Mehrlinien- und
LED-Flächenprojektion und verbinden so die exakte Ortsbestimmung
beliebig geformter Flächen mit der Möglichkeit präziser
3D-Messungen. Der Streifenprojektor - ausgerüstet mit sechs
LED-Linien - und die Flächen-LED stellen die im Sensor integrierte
Beleuchtung dar. Mehrlinienmessung und Formmatching sorgen für hohe Genauigkeit und RobustheitDie Mehrlinienmessung und das Formmatching führen zu einer sehr
hohen Genauigkeit und Robustheit. Für die Messung in der Bewegung
wird die Beleuchtung im Blitzbetrieb eingesetzt. Der Roboter bewegt den
Sensor entlang der Bauteilkante. Während der Messfahrt wird, ohne
anzuhalten, eine je nach Bauteilanforderung frei wählbare
Anzahl von Punkten durch den vom Roboter getriggerten Sensor
aufgenommen. Da die Applikation in der Regel bei geschlossenen Fahrzeugteilen
(Tür, Heckdeckel oder Motorhaube) am fertigen Fahrzeug erfolgt,
kann an jedem Messpunkt auf der Bahn zusätzlich der Spalt zur
Crash-Kontrolle gemessen werden. Dies ist deswegen erforderlich, weil
die Spaltbreite zwischen den Bauteilen rund 3 bis 5 mm beträgt, in
der die Applikationsdüse mit einem Durchmesser von 1 bis 2 mm vom
Roboter eingebracht wird. Nach der Messfahrt wird aus den aufgenommenen
Punkten für den Applikationsroboter der Offsetvektor zur
3D-Lageerkennung bestimmt und für das jeweilige Bauteil an den
Roboter übergeben. 3D-Roboterbahnkorrektur verhindert leichte Deformationen an der BauteilkanteAlternativ zur 3D-Lagekorrektur kann auch eine 3D-Roboterbahnkorrekur
erfolgen. Der Vorteil der 3D-Roboterbahnkorrektur: sie steigert die
Qualität der Applikation für den Fall, das an der
Bauteilkante mit leichten Deformationen zu rechnen ist. Mit ihr wird
die gesamte Kontur anhand der Messpunkte aufgenommen. Der Roboter kann
so nach Erhalt der Bahnkorrekturpunkte die Deformationen in seinem
Programm individuell für jedes Bauteil berücksichtigen. Die Crash-Kontrolle findet über die Spaltvermessung an mehreren
Punkten statt. Die Messgenauigkeit ist hoch und beträgt 0,1 mm.
Die Ergebnisse der Spaltmessungen an den einzelnen Punkten werden
ebenfalls an den Roboter oder an die SPS übermittelt, so dass bei
einer Spaltmaßunterschreitung eine Applikationsfahrt unterbunden
wer-den kann. Mit dem SGS-3D-Standard-Sensor ist die Nutzung einer Kombination aus
Kanten, Konturen, Flächen und Lochmerkmalen für die exakte
Messung möglich. Dabei bietet der Sensor höchste Genauigkeit
auch bei gestörten Merkmalen. Die Bildauswertung startet bereits
parallel während der Bewegung, was wichtige Applikationszeit
spart. Vollautomatische 3D-Kalibrierung des Sensors ist Basis für hohe MessgenauigkeitFür jeden Bahnpunkt kann konfiguriert werden, ob er für die
Gesamtlage, die Punktkorrektur und die Spaltprüfung verwendet
werden soll. Die Anzahl der Messpunkte kann der Anwender frei
wählen, wobei gilt: Je mehr Bahnpunkte genutzt werden, umso
genauer erfolgt die Applikation. Eine Interpolation zwischen den
Bahnpunkten ist ohne Messung möglich. Der Sensor schickt die komplett korrigierte Bahn für das jeweilige
Bauteil an den Roboter. Dies ermöglicht eine einfache Handhabung
des komplexen Prozesses und erhöht die Flexibilität. Die
Ermittlung eines separaten Startpunkts (Einfädelpunkts) für
die Applikation wird dabei automatisch umgesetzt. Basis für die
hohe Messgenauigkeit des SGS-3D-Sensors von Isra ist die
vollautomatische 3D-Kalibrierung. Optional mit Viva-Software Applikator-Prüfung realisierenAls Software kommt das Vivia-Vision-Automation-Paket zum Einsatz. Vor
allem die extrem hohe Geschwindigkeit der Bildverarbeitung, sowie die
einfache Bedienung zeichnet Viva für die Sichtnaht-Applikation
aus. Als Erweiterung zur Roboterführung ist optional über
Viva sehr einfach eine Applikator-Prüfung realisierbar: mit nur
einer Messung wird eine vollständige 3D-TCP (Tool Center Point)
Bestimmung erreicht. So ist sowohl eine Positionskontrolle als auch
eine Qualitäts- und Formprüfung der Düse
ermöglicht. Die Auswertzeit liegt dabei unter 1s. Bei führenden Automobilherstellern kommen bereits Roboter in
Sichtnaht-Applikationen mit Isra-Systemen zum Einsatz und realisieren
dadurch Einsparpotenziale. So übernehmen zwei Isra-Systeme bei
Audi in Ingolstadt die Roboterführung für die
Hem-Flange-Applikationen Kofferraumklappe und S-Schlag. Bei Ford in
Genk sind zwei Anlagen für die Motorhaubenabdichtung installiert
und bei Daimler in Bremen sorgen zwei Anlagen zur Kostenreduzierung und
Qualitätssteigerung bei der Türen- und Radhaus- sowie
Heckklappenabdichtung. |
|
Robotersicherheit Sicherer produzieren mit Dual Check Safety von Fanuc
|
Top |
 Die
Nothalt- und Schutzzaun-Schaltungen der Fanuc-Roboter mit Dual Check
Safety erfüllen die neueste Sicherheits-Norm ISO-13849-1 und sind
für die höchste Sicherheitsstufe zertifiziert (Kategorie 4,
Performance Level e). Bild: Fanuc Robotics | Am 29. Dezember 2009 ist im Amtsblatt der Europäischen Union die
Annahme der Konformitätsvermutung der Norm EN 954-1 (Sicherheit von
Maschinen) bis zum 31. Dezember 2011 verlängert worden. In Folge
erlangt die neue, verschärfte Sicherheits-Norm ISO-13849-1 ihre
alleinige Gültigkeit erst zum 1. Januar 2012. Dennoch erfüllt die
aktuelle Fanuc-DCS-Softwareversion schon jetzt die Anforderungen der
zukünftigen Sicherheitsnorm. Doch was ist Fanuc DCS? Mit dem
Begriff Dual Check Safety (DCS) wird bei Fanuc Robotics eine Software
bezeichnet, mit der die Interaktion zwischen Roboter und Bediener
sicher gestaltet werden kann. Mit Hilfe von Fanuc DCS lässt sich der
Roboter so programmieren, dass er sich selbst überwacht, um mögliche
Gefahren für den Bediener abzuwenden. Neben der Grundfunktion des
Nothalts können mit der Software die Position und Geschwindigkeit des
Roboters sicher überwacht werden. Sollte der Roboter den definierten
Sicherheitsbereich verletzen oder das eingestellte
Geschwindigkeitslimit übersteigen, werden die Servomotoren durch die
Steuerung sicher gestoppt. In der neuen Version des DCS Position
und Speed Check wurden einige nützliche Eigenschaften hinzugefügt. So
ist Fanuc nach eigenem Bekunden der erste Roboterhersteller, bei dem
der Roboter von Achse eins bis Achse sechs mit einer virtuellen
Schutzhülle umgeben wird. Auch das Werkstück kann mit diesen
sogenannten „Shape Models“ umhüllt und überwacht werden.
| DCS Position und Speed Check V2 erreicht Sicherheitskategorie 3 (Performance Level d) nach ISO 13849-1Die Nothalt- und Schutzzaun-Schaltungen der Fanuc-Roboter mit Dual
Check Safety erfüllen die neueste Sicherheits-Norm ISO-13849-1 und
sind für die höchste Sicherheitsstufe zertifiziert (Kategorie
4, Performance Level e). Das Sicherheitsniveau wäre damit
völlig ausreichend für manuelle Zuführstationen oder
manuell beschickte Pressen. Die
DCS-Position-Speed-Check-Software-Option erreicht die
Sicherheitskategorie 3, Performance Level d nach der Norm ISO 13849-1.
Dieses Niveau entspricht dem weltweit höchsten, das sich mit einem
System erreichen lässt, das in einen Roboter integriert ist. Die
vollständig integrierte Sicherheits-Elektronik bietet
außerdem die schon bekannte Zuverlässigkeit der
Fanuc-Roboter- und -CNC-Steuerungen. DCS kann externe Sicherheitssysteme (teilweise) ersetzenTraditionell wird der Arbeitsraum des Roboters häufig noch von
Nockenschaltern begrenzt. Manuelle Zuführstationen werden durch
Endschalter und Lichtschranken geschützt und die Motoren von
Drehtischen und Positionierern werden durch zusätzliche Hardware
abgeschaltet. Diese externen Sicherheitseinrichtungen sind nicht nur
sehr kostspielig, sondern fallen auch tendenziell häufiger aus als
Roboter und können damit wertvolle Produktionszeit in Anspruch
nehmen. Die DCS-Position-Speed-Check-Software-Option nutzt die internen
Sicherheitsfunktionen des Roboters zum Beispiel zur Begrenzung der
Roboterbewegung in einem kartesischen Raum oder der
Robotergeschwindigkeit. Dementsprechend kann die Nutzung von
Sicherheitsfunktionen im Roboter den Einsatz externer
Sicherheitssysteme verringern. System kann Vorteile bei beschränktem Arbeitsraum des Roboters ausspielenDarüber hinaus können „sichere Zonen“ von einem
externen Gerät – beispielsweise von einer Sicherheits-SPS
– aktiviert und deaktiviert werden. Die Entwicklung eines Systems
mit mehreren Zonen erlaubt es dem Bediener, den Arbeitsbereich des
Roboters gefahrlos zu betreten und zu verlassen. Das vereinfacht die
Gestaltung von Roboter-Zellen, denn es verhindert das Hineinfahren des
Roboters in eine manuelle Beladestation, wenn sich dort ein Bediener
aufhält. Den wichtigsten Vorteil von DCS Position Speed Check
sieht Fanuc in Anwendungen, in denen der Arbeitsraum des Roboters
beschränkt werden muss – etwa wegen Platzmangels oder mit
dem Ziel der Energieeinsparung. Die Beschränkung der
Roboterbewegung in einem kartesischen Raum bedeutet, dass der Roboter
genau in dem Bereich eingegrenzt wird, der funktionsmäßig
benötigt wird. So etwas ist mit den traditionellen Systemen und
ihren Endschaltern nicht möglich. |
|
Handhabungstechnik Be- und Entladesystem einer Honmaschine ermöglicht mannlosen Betrieb
|
Top |
 Ein
Sechs-Achs- Knickarmroboter mit Wechselgreifersystem sorgt im Be- und
Entladesystem für die nötige Flexibilität. Bild: Faude | Die Bestückung einer Werkzeugmaschine mit nachfolgendem Spülstand
sollte automatisiert werden. Ein Be- und Entladesystem, bestehend aus
einem Roboter mit individuellem Greifersystem und drei Palettierern,
übernimmt diese Aufgabe innerhalb der Taktzeit der Werkzeugmaschine.
Seit
vierzig Jahren stellt die Moog GmbH Antriebslösungen für Maschinenbauer
her und plant, liefert und betreut alles vom kleinsten Ventil bis zur
maßgeschneiderten Steuerungskonsole. Ständige Prozessverbesserung und
die Erhöhung der Qualität haben zur Sicherung der Marktposition oberste
Priorität.
Eine hohe Fertigungstiefe gehört bei Moog zum
Erfolgsrezept. Jedes Einzelteil muss höchste Qualitätsanforderungen
erfüllen. Deshalb ist man ständig auf der Jagd nach Chancen für
Optimierungen. Eine solche boten eine Honmaschine und der anschließende
Spülvorgang. Durch die Verkettung und die Bestückung von
Werkzeugmaschine und Spülstand sollte in mannloser Schicht automatisch
gefertigt werden. |
Werkstückvielfalt fordert Automatsierer herausAm Ende der Fertigung bekommen die Werkstücke den letzten
Feinschliff, um Maß- und Formgenauigkeit zu garantieren. Im
anschließenden Spülstand werden die Teile von
Gussrückständen und Spänen aus der Vorbearbeitung
befreit. Was bisher in zwei Rüstvorgängen durch einen
Mitarbeiter erledigt wurde, sollte künftig automatisch in einem
Arbeitsschritt, innerhalb der Taktzeit der Werkzeugmaschine und
automatisch in mannarmer oder mannloser Schicht erfolgen. Eine weitere
Herausforderung bei der Be- und Entladung war die gesamte
Moog-Werkstückfamilie mit unterschiedlichen geometrischen Formen
und Gewichten von 1 bis 15 kg abzudecken. Ein echter Mehrwert konnte
nur erreicht werden, wenn bestehende Transportbehälter mit
integriert wurden. Hinzu kam der für die Lösung auf rund 5
m² begrenzte Platz. Das Be- und Entladesystem von Faude besteht aus einem Roboter mit
individuellem Greifersystem und drei Faude-Palettierern FP 1170. Um die
Verkettung der Prozesse Beladung, Honen, Spülen und Entladen
möglich zu machen, übernimmt das System folgenden
Arbeitsablauf: Der Palettierer liefert dem Sechs-Achs-Roboter die
Werkstücke in KLT-Boxen, den internen Transportbehältern.
Diese werden zuvor von einem Mitarbeiter im gesicherten Bereich in den
Palettierer eingefahren. Die sichere, ruhige und ruckfreie
Beförderung garantieren die eingebaute Präzisionsführung
und die Zweifachantriebskette. Besonders geeignet ist dieses System
für empfindliche Teile. Arbeitsschritte erfolgen in gesichertem BereichEine Inlay-Indexierung ermöglicht die genaue Positionierung der
Bauteile. Nun kann der Roboterarm mit dem entsprechenden Greifer jedes
einzelne Teil greifen und es zum Kamerasystem führen. Dort werden
die Teile am Robotergreifer vermessen und automatisch die
Korrekturwerte ermittelt, um diese dem Roboter zu übergeben.
Danach setzt der Roboter das Bauteil genau in die Honmaschine ein, wo
es bearbeitet wird. Wenn ein Teil nicht in Ordnung ist, meldet die
Honmaschine den Fehler und das Bauteil wird auf einer Ausschussrutsche
abgelegt und ausgeschleust. Für alle korrekt gefertigten Teile
geht es weiter in den Spülstand, um Gießrückstände
und Späne zu entfernen. Am Schluss werden die Werkstücke vom
Roboter wieder in Reih und Glied an ihrer ursprünglichen Position
in der Materialbox abgelegt und die Boxen zum Abtransport automatisch
aufeinander gestapelt. Nun kann der Mitarbeiter den gesicherten Prozess
unterbrechen und die gestapelten, fertigen Behälter einfach
entnehmen und die drei Lifter wieder mit neuen Kisten bestücken. Um eine hohe Arbeitssicherheit zu gewährleisten, werden alle
Arbeitsschritte innerhalb einer verglasten Roboterbox und somit in
einem gesicherten Bereich durchgeführt. Möglich ist dies
durch die Maße des Palettierers mit 1800 mm × 930 mm
× 1700 mm, der auf einer Fläche von rund 3 m²
integriert werden konnte. Dieser von Faude eingeführte Ablauf
stellt sicher, dass trotz des hohen Automationsgrades die Maschine auch
weiterhin manuell beladen und die Auslastung so an die
Produktionsabläufe angepasst werden kann. Was heute schnell, genau und automatisch erfolgt, musste früher
von Hand erledigt werden. Die bis zu 15 kg schweren Werkstücke
mussten trotz des hohen Gewichts mit viel Fingerspitzengefühl in
die Spannvorrichtung gehoben werden — und das gleiche noch einmal
am Spülstand. Dem KLT-Palettierer hingegen macht das Gewicht
nichts aus. Im Gegenteil: Er kann bei gleichbleibender Genauigkeit bis
zu 50 kg schwere Teile befördern. Werker überwachen jetzt das GesamtsystemZwar fällt für die Mitarbeiter an der Maschine dieser
ermüdende manuelle Vorgang weg, aber auf das jahrelange Know-how
der Fachleute kann trotzdem nicht verzichtet werden. Die Werker
überwachen jetzt das Gesamtsystem, den Palettierer, den Roboter,
die Werkzeugmaschine und den Spülstand an der von Faude
mitgelieferten Steuerung und greifen dann bei Störungen
individuell ein. Durch den Einsatz der einheitlichen KLT-Transportbehälter
entfällt für die Mitarbeiter ein zeitintensives und
ermüdendes Umpacken und Umpalettieren. Die einzelnen
Werkstücke bekommen einmal bei der Ankunft in der Fertigung ihren
Platz in einer Transportkiste, den sie den ganzen Fertigungsprozess bis
zur Lagerung beibehalten. Dieter FaudeDieter Faude ist Geschäftsführer der Faude Group, 71116 Gärtringen. |
|
VDMA Robotik + Automation Automatisierungstechnik fängt sich wieder
|
Top |

Die
Automatisierungs- industrie nimmt wieder Fahrt auf. Im Bild: Optische
100%-Inspektion in der Fertigung von Solar- Dünnschichtmodulen. Bild: Isra Vision | Nachdem
am Weltrobotermarkt seit dem 3. Quartal 2009 die Verkaufszahlen wieder
anziehen, macht sich auch bei Deutschlands Herstellern von Robotern,
Montage- und Handhabungstechnik sowie industrieller Bildverarbeitung
eine „verhalten optimistische“ Stimmung breit.
Wie
der VDMA-Fachverband Robotik + Automation mitteilt rechnen die
Hersteller von Ausrüstungen für die industrielle
Bildverarbeitung, Montage- und Handhabungstechnik sowie Robotik
für 2010 in den Teilbranchen sowie bei der Robotik und Automation
insgesamt mit einer Umsatzsteigerung von 5% auf 6,4 Mrd. Euro.
„Die Erholung ist seit dem dritten Quartal 2009 spürbar. Die
Anfragen verstärken sich und auch die Auftragseingangskurve bewegt
sich langsam aber kontinuierlich wieder aufwärts“,
berichtete Dr. Michael Wenzel, Vorsitzender VDMA Robotik + Automation,
am 24. Februar 2010 in Frankfurt am Main.
VDMA meldet drastische Umsatzrückgänge im Jahr 2009
Allerdings
dürfte das Jahr 2009 als eines der schwärzesten in die
Branchengeschichte eingehen. „Die erfolgsverwöhnten Hersteller von
Robotik und Automation mussten 2009 durch die weltweite Finanz- und
Wirtschaftskrise einen Umsatzrückgang um 34% auf 6,1 Mrd. Euro
verkraften und sind damit auf das Umsatzniveau des Jahres 2002
zurückgefallen“, betonte der Vorsitzende des VDMA-Fachverbandes.
Zwischen 2002 und 2008 war der Branchenumsatz um mehr als 5% gewachsen
und hatte zuletzt das Spitzenniveau von 9 Mrd. Euro erreicht. | Montage- und Handhabungstechnik mit besonders starken EinbußenVon der Krise besonders stark gebeutelt wurde die Montage- und
Handhabungstechnik. 2009 musste man dort ein Minus von 36% auf 3,7 Mrd.
Euro (2008: 5,7 Mrd. Euro) verkraften. Der Robotikumsatz sackte im
Berichtsjahr um 32% auf 1,6 Mrd. Euro (2008: 2,4 Mrd. Euro) ab,
während die industrielle Bildverarbeitung mit minus 30% auf 844
Mio. Euro (2008: 1,2 Mrd. Euro) innerhalb des
„Automatisierungs-Trios“ am glimpflichsten davonkam. Nachfrageimpulse aus Asien und den USA bewirken Trendwende „Die Impulse für die im dritten Quartal 2009 einsetzende
langsame Erholung kamen zunächst überwiegend aus den
südostasiatischen Ländern, vor allem aus China und Korea. Die
Hersteller berichten aber auch von einer Belebung der
Anfragetätigkeit sowie von steigenden Auftragseingängen aus
den USA seit Ende letzten Jahres. Das Inlandsgeschäft hinkt noch
hinterher, dürfte sich aber bei einer weiteren Erhöhung der
Nachfrage aus dem Ausland allmählich wieder bessern“, so
Wenzel. Allerdings könnte der Weg zurück zu den Rekordumsätzen
der Jahre 2007 und 2008 in Abhängigkeit von der
weltwirtschaftlichen Entwicklung lang und steinig sein. Kunden brauchen flexible Automatisierungslösungen Voraussetzung sei außerdem, dass sich die Hersteller von
Automatisierungstechnik den Bedürfnissen der Anwender stellten. So
verlangten viele Märkte heute eine hohe Variantenvielfalt, was zu
immer kleineren Losgrößen führe, die dann
wirtschaftlich und mit nachhaltigen Produktionsprozessen realisiert
werden müssten. „Wer wie die Hersteller von industrieller Bildverarbeitung,
Montage- und Handhabungstechnik sowie Robotik fertigungstechnische
Lösungen für alles das bereithält, bringt seine Kunden
auf die Siegerstraße“, weiß Wenzel.
„Entscheidend für den Erfolg wird künftig immer weniger
die Unternehmensgröße sein als vielmehr die Schnelligkeit
und Flexibilität, sich auf immer dynamischere Märkte
einzustellen.“ Automatica 2010 soll zum Impulsgeber für Investitionen werdenAls Impulsgeber für neue Investitionen in Automatisierungstechnik
soll die Automatica 2010 fungieren, die vom 8. bis 11. Juni 2010 in
München stattfindet und als Leitmesse für Robotik und
Automatisierungstechnik gilt. „Die Hersteller von Robotik und
Automation verfügen über eine hohe Kompetenz,
fertigungstechnische Herausforderungen zu meistern. Davon können
sich die Besucher der Automatica in München überzeugen. Von
hier werden wesentliche Impulse für eine weitere Belebung des
Marktes ausgehen“, ist der Vorsitzende von VDMA Robotik +
Automation überzeugt. Stets auf dem Laufen den in Sachen
Automatisierung und Automatica 2010 sind Sie als Abonnent des
kostenlosen Newsletters „Robotics & Automation Report“. |
|
Pfuderer Schlanke Rundtischanlage für die automatische Montage
|
Top |

Mit
der Rundtischanlage können Befestigungs- elemente, Scharniere,
Fittings oder Verschlüsse gefertigt werden. Bild: Pfuderer | Das
Ringtransfersystem RTS XXS von Pfuderer braucht wenig Platz und erzielt
bis zu 120 Takte in der Minute. Es eignet sich laut Hersteller für
Baugruppen aus zwei bis fünf Bauteilen bei einer
Jahresstückzahl ab 500000.
Mit einer Positioniergenauigkeit
von ±0,05 mm und einer Planlaufgenauigkeit von ±0,03 mm
sei das RTS XXS das perfekte Grundsystem für
Präzisionsanwendungen wie Ultraschallschweißen, Nieten oder
Spritzgussverfahren in der Kunststoff- und Beschlagindustrie,
heißt es weiter.
Es können Befestigungselemente,
Scharniere, Fittings oder Verschlüsse gefertigt werden. Die
Standardausführung besteht aus einem Ringtransfersystem mit
Dachschaltschrank und mechanischem Kurvenscheibenantrieb. Modulare
Aufbauoptionen für acht bis zwölf Stationen sind
möglich. Die Grundmaschine beansprucht nur 1,4 m² Platz in
der Produktionshalle. |
|
|
Montagetechnik Modulare Systeme im Kommen
|
Top |
 | Waren
automatisierte Montagelösungen bisher oft kundenspezifisch ausgelegt, so sind
seit einiger Zeit modulare Standardsysteme auf dem Vormarsch. Über die Gründe
für diesen Trend und die inhaltliche Abdeckung der Montage- und
Handhabungstechnik auf der Automatica 2010 sprachen wir mit dem Geschäftsführer
des VDMA-Fachverbandes Robotik + Automation, Thilo Brodtmann. |
|
|
 |
Services
 |
| |
Robotics & Automation Report
Der kostenlose Newsletter der AUTOMATICA informiert Sie über die
neuesten Entwicklungen der Branche.
Zur Anmeldung
|
|
 |